Dänische Studie Große Teams gefährlich für Ehen

In welchen Branchen sind Männer und in welchen Frauen besonders "scheidungslustig"? Dänische Forscher haben untersucht, wie sich Teamgröße und Arbeitsbranche auf Ehen auswirken.

Wer in großen geschlechtergemischten Teams arbeitet, lässt sich eher scheiden, haben Forscher der Universität Stockholm herausgefunden. Demnach sind besonders hoch gebildete Männer scheidungsfreudiger als hoch qualifizierte Frauen. Die Forscher hatten für ihre Analyse verschiedene Daten von Männern und Frauen in Dänemark ausgewertet, die zwischen 1981 und 2002 geheiratet hatten: Ehedauer, Ausbildung, Arbeitsbranche, Geschlechterverhältnis am Arbeitsplatz. Die Auswertung ergab auch, dass die Stabilität von Beziehungen im Gastronomiegewerbe, Sozial- und Gesundheitswesen generell niedriger ist als in anderen Arbeitswelten, wobei die Scheidungsrate der Männer weit höher ist als bei Frauen. Für sie wurden im Bereich Freizeitindustrie höhere Scheidungsraten nachgewiesen.

Dänische Formel "Heiratsalter hoch = Scheidungsrate niedrig" gilt nicht für Deutschland

Was die dänischen Studienautoren Caroline Uggla und Gunnar Anderson auch feststellten, war ein um 40 Prozent verringertes Scheidungsrisiko bei Paaren, die erst über 40 geheiratet hatten, im Gegensatz zu Paaren, die sich im Alter von 18 bis 22 Jahren füreinander entschieden hatten. In Deutschland sieht das etwas anders aus: 2017 ließen sich nach Angaben des Instituts Statista Männer im Schnitt mit 46,8 und Frauen mit 43,8 Jahren scheiden.

Infografik Durchschnittliches Alter Geschiedener zum Zeitpunkt der Scheidung in Deutschland von 2000 bis 2017
Bildrechte: Statistisches Bundeamt/ MDR

Die meisten Ehen gingen in Deutschland aber durchschnittlich schon nach sechs Jahren in die Brüche - demnach also besonders oft die Ehen, bei denen die Partner Mitte, bzw. Ende 30 waren.

Dieses Thema im Programm: MDR aktuell | Radio | 13. Juli 2018 | 06:26 Uhr