Zweimal so groß wie Erde Großer Exoplanet mit irdischen Bedingungen entdeckt

Könnten auf ihm einmal Menschen siedeln? Forscher der Universität Cambridge haben den 124 Lichtjahre von uns entfernten Exoplaneten K2-18b genauer untersucht und herausgefunden: Seine Atmosphäre ähnelt der Erde.

Es ist ein lang gehegter Traum der Menschheit und in Zeiten des fortschreitenden Klimawandels eine Möglichkeit, um den drängenden Problemen auf der Erde zu entkommen: Eine zweite Erde finden, auf die zumindest ein Teil der Menschen umsiedeln könnte. Nun scheinen wir diesem Traum ein kleines Stück näher gekommen sein.

Bereits 2015 wurde der Exoplanet K2-18b entdeckt, der um den Roten Zwerg K2-18 kreist. 2019 wurde dann Wasserdampf in seiner wasserstoffreichen Atmosphäre. Nun konnten Forscher der Universität Cambridge die Atmosphäre und die Bedingungen darunter genauer untersuchen.

Exoplanet
Der Exoplanet K2-18b in einer Illustration. Bildrechte: Amanda Smith

Flüssiges Wasser könnte auf K2-18b existieren

Die Ergebnisse, die sie in The Astrophysical Journal Letters veröffentlichten, lassen tatsächlich ein bisschen träumen zu. Demnach könnte auf dem Planeten, der 2,6 Mal so groß und 8,6 Mal so schwer wie die Erde ist, flüssiges Wasser existieren.

"Wasserdampf wurde schon auf einigen Exoplaneten entdeckt", schränkt Studienautor Nikku Nadhusudhan ein. Das hieße aber noch nicht unbedingt, dass auf der Oberfläche der Planeten auch bewohnbare Bedingungen herrschen. So wurde auch bei K2-18b, der sich im Sternbild Löwe 124 Lichtjahre entfernt von uns befindet, erst angenommen, dass er weniger der Erde und mehr dem Neptun ähneln würde: also dass eine zu dicke Wasserstoff-Hülle dafür sorgt, dass der Druck auf die darunter liegende Wasserschicht zu groß ist, um Leben zu ermöglichen.

Mögliche Besiedlung noch in weiter Ferne

Wie Nadhusudhan und sein Team jetzt zeigen konnten, ist bei K2-18b die Wasserstoff-Hülle offenbar nicht zu dick - er ähnelt doch mehr der Erde als dem Neptun, trotz seiner Größe. Damit könnte flüssiges Wasser Leben auf dem Exoplaneten möglich machen. Ebenso wichtig ist die Zusammensetzung der Atmosphäre: Mit einem Wasserstoff-Maximum von sechs Prozent der Planeten-Masse herrschen in ihr erdähnliche Bedingungen. So wären auch Ozeane auf K2-18b möglich.

Die Forscher fanden zudem weitere chemische Stoffe wie Methan und Ammoniak. Wie diese eine eventuelle Besiedlung beeinflussen, müssen weitere Untersuchungen zeigen. Als Ersatz für die Erde bleibt der Planet aber natürlich noch in sprichwörtlich weiter Ferne. Denn bei 124 Lichtjahren Entfernung bräuchte man nach derzeitigem Stand der Forschung selbst mit Lichtgeschwindigkeit mindestens 124 Jahre, um K2-18b zu erreichen.

cdi

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Zuletzt aktualisiert: 02. März 2020, 15:31 Uhr

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