Herzinfarkt
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Schwedische Studie Mehr Herzinfarkte zu Weihnachten

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Alle Jahre wieder schlägt Weihnachten vielen Menschen im wahrsten Sinne des Wortes aufs Herz - im Guten wie im Schlechten, je nach seelischer Verfassung. In Schweden belegt eine Studie, die das British Medical Journal veröffentlicht hat, wieviel Wahrheit hoch im Norden Europas hinter der Redensart steckt: Heiligabend zählt man in Schweden im Schnitt 69 Infarkte, die meisten davon gegen 22:00 Uhr. An gewöhnlichen Tagen werden dagegen nur 50 Fälle registriert. Auch am 25. und 26.12. lagen die Infarktzahlen den schwedischen Forschungen zufolge mit 65 bzw. 61 weit über den Durchschnittstagen.

Konkrete Gründe für diese alarmierenden Zahlen liefert die Studie nicht, allenfalls den Hinweis auf erhöhten emotionalen Stress, positiven wie negativen. Grundlage waren Daten aus dem schwedischen "Herz-Register", gesammelt von 1998 bis 2013. In dem Zeitraum wurden rund 283.000 Menschen mit Herzinfarkt in schwedische Krankenhäuser eingeliefert.

Auch in Spanien stocken zur Weihnachtszeit Herzen

Weihnachtsessen, Festtagsessen
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Ähnliche Beobachtungen macht die spanische Herzstiftung FEC und weist regelmäßig auf erhöhte Infarktzahlen hin, die am 25. und 26. Dezember sowie am 1. Januar zwischen fünf und acht Prozent höher sind als im November. Als Gründe gibt die Stiftung Stress, familiäre Diskussionen und exzessives Ess- und Trinkverhalten an. Und noch auf weitere fatale Nachlässigkeiten weisen die Spanier hin: das Hinausschieben des Arztbesuches und die unregelmäßige Medikamenteneinnahme an Tagen, die vom gewohnten Lebensrhythmus abweichen.

Und Deutschland?

Aktuelle Auswertungen von Infarkt-Datensätzen gibt es in Deutschland derzeit nicht. Nach Angaben des Deutschen Zentrums für Kreislaufforschung hat sich seit 1980 die Zahl der Herzinfarkt-Tode halbiert. 2015 war aber der Herzinfarkt aber immer noch zweithäufigste Todesursache, wobei mehr Männer betroffen sind als Frauen. Frauen hingegen, die einen Infarkt überlebt haben, haben ein größeres Risiko, im ersten Jahr nach einem Infarkt an dessen Folgen zu sterben.

Infarkt bei Frauen kündigt sich anders an

Viele betroffene Frauen kommen zu spät in die Kliniken, da sie die Infarktmerkmale nicht kennen oder fehldeuten. Bei ihnen machen sich Infarkte häufiger mit unspezifischen Symptomen bemerkbar, wie starke Kurzatmigkeit, Übelkeit, Erbrechen und Beschwerden im Oberbauch oder einem starken Druckgefühl. Bekannter sind die "klassischen" Symptome - also die, die bei Männern auftreten: Schmerzen im Brustraum, die in verschiedene Körperregionen, wie Arme, Oberbauch, Schulterbereich, ausstrahlen.

Eine Frau hält sich zitternd eine Hand vor die Brust.
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Zuletzt aktualisiert: 21. Dezember 2018, 16:00 Uhr

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