Asterix - Operation Hinkelstein, Frankreich/Deutschland 1989
Kein Scherz: Die Hinkelsteine stammen wirklich aus der Bretagne, der Heimat von Asterix und Obelix. Bildrechte: imago/United Archives

Megalithe Hinkelsteine stammen wirklich aus der Heimat von Asterix und Obelix

Hinkelsteine – jeder Asterix und Obelix-Leser kennt sie. Bei Comic-Autor Albert Uderzo sind sie allgegenwärtig. Eine neue Studie aus Schweden belegt nun: Der Kult um die Megalithe, die wir auch in Mitteldeutschland von Hünengräbern und als Dolmen kennen, stammt aus der Bretagne, der Heimat von Asterix und Obelix. Und sogar einige der Steine selbst.

Asterix - Operation Hinkelstein, Frankreich/Deutschland 1989
Kein Scherz: Die Hinkelsteine stammen wirklich aus der Bretagne, der Heimat von Asterix und Obelix. Bildrechte: imago/United Archives

Das wird den Briten vielleicht nicht schmecken. Aber Stonehenge ist eine Idee aus Frankreich, so die schwedische Historikerin Bettina Schulz Paulsson. Die Megalith-Kultur, so ihre aktuelle Untersuchung an der Universität Göteborg, entstand zuerst in der Bretagne. Für Historikerin Paulsson eine faszinierende Entdeckung, denn sie bedeutet, dass unsere Vorfahren in Europa schon vor rund 7.000 Jahren zur See fuhren. Bisher gehen Historiker davon aus, dass die Seefahrt erst in der Bronzezeit, also 2.000 Jahre später begann.

Kult der Steine kommt aus Frankreich

Rund 35.000 Megalithe gibt es in Europa. Viele davon wurden bereits wissenschaftlich untersucht. Bettina Schulz Paulsson hat die Daten für 2.410 Steine neu ausgewertet und fand anhand der Radiokarbon-Ergebnisse heraus: Die ersten Megalithe wurden in der Bretagne geformt. Alle anderen sind jünger. Das heißt, von Frankreich aus hat sich die Idee der Steinkulte über Europa verbreitet. Das geschah in mehreren Phasen, die erste Zeitspanne dauerte 200 bis 300 Jahren lang zwischen 4500 und 4000 vor Christus.

Anhand der Untersuchungen konnte Paulsson sogar nachweisen, dass einzelne Steine an verschiedenen Orten dieselbe Herkunft hatten und zum Teil per Schiff auf Inseln gebracht wurden. Auch die oft ähnlichen mystischen Symbole auf den Steinen zeugen von einem ähnlichen Kult. Und besonders viele Megalithe sind nach Osten ausgerichtet, so die Historikerin, was auf eine ähnliche oder gemeinsame Religion schließen lässt.

Megalithe Groß und Stein – das bedeutet das Wort Megalith (griechisch). Steinkreise, Steinreihen, einzelne Menhire (die Vorbilder für die Hinkelsteine) oder Bauwerke aus mehreren Steinblöcken, sogenannte Dolmen: Megalith-Strukturen finden sich in fast ganz Europa, von Skandinavien und den Britischen Inseln bis nach Italien und Spanien.

Insgesamt wurden die Megalithe in drei Phasen in Europa verteilt. Etwa 1000 vor Christus, also vor rund 3.000 Jahren, endete die Zeit des Megalith-Kultes. Im Gebiet des heutigen Sachsen-Anhalt fand er offenbar besonders großen Widerhall. Hier sind über 500 Großsteingräber bekannt. Einige davon in der Altmark wurden erst vor wenigen Jahren umfangreich erforscht, wie etwa die Gräbergruppe von Lüdelsen und das Grab von Stöckheim. Sie entstanden um 3.500 vor Christus, also etwa 1.000 Jahre nach den ersten Megalithen in Nordfrankreich.

Fundort der Dolmengöttin - das Steingrab von Langeneichstädt
Megalithkult in Sachsen-Anhalt. Die Dolmengöttin von Langeneichstädt Bildrechte: IMAGO

Bettina Schulz Paulsson, die in Berlin Archäologie studiert und in Kiel promoviert hat, ist aber noch nicht am Ende ihrer Forschung. Der nächste Schritt ist bereits geplant: Sie will nun u.a. mit DNA-Untersuchungen mehr über die Erbauer der Steine herausfinden.

Die Ergebnisse der aktuellen Studie finden Sie hier.

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSENSPIEGEL | 22. September 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. Februar 2019, 17:34 Uhr