zwei Männer in einem Büro
Dr. Sven Thomas vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt (links) und Helge Renkewitz vom Fraunhofer IOSB-AST Ilmenau. Bildrechte: Martin Käßler/Fraunhofer IOSB-AST

Unterwasser-Archäologie Entdeckt: Das Grabmal im Süßen See

2018 wurde auf dem Grund des Süßen Sees im Mansfelder Land eine Grabanlage entdeckt. Ein Hightech-Unterwasser-Roboter aus Thüringen konnte jetzt erstmals 3D-Bilder davon aufnehmen. Es ist ein 3.400 Jahre altes Hügelgrab.

zwei Männer in einem Büro
Dr. Sven Thomas vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt (links) und Helge Renkewitz vom Fraunhofer IOSB-AST Ilmenau. Bildrechte: Martin Käßler/Fraunhofer IOSB-AST

Wer liegt im großen Hügelgrab unter dem Süßen See? Diese Frage können die Wissenschaftler vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt noch nicht beantworten. Aber sie haben jetzt ein ganz genaues Bild der imposanten Hügelgrabanlage. Dank modernster Tauchroboter aus Thüringen.

Dunkler Fleck auf der Landkarte

Bis vor kurzem war der Grund des Süßen Sees nur ein dunkler Fleck auf der Landkarte. "Sie können Google Maps für fast jeden Standort in Deutschland für eine archäologische Grobrecherche verwenden, aber für den Grund des Süßen Sees gibt es dort keinerlei Datenmaterial." So beschrieb Dr. Sven Thomas vom Landesamt für Archäologie die Situation.

eine Computergrafik
Das 3D-Bild des Süßen Sees: Deutlich sind die Umrisse des bronzezeitlichen Hügelgrabes zu erkennen Bildrechte: Fraunhofer IOSB-AST

Im April 2018 hatte dann eine Kartierung des Seebodens gezeigt, dass sich inmitten des Süßen Sees offenbar eine Grabanlage befindet. Ende 2018 schickten die Archäologen Taucher und einen Tauchroboter in den See. "Remotely Operated Underwater Vehicle", kurz ROV, so heißt das Gerät des Fraunhofer Instituts für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB) aus Ilmenau.

Fundstücke werden vermessen

Aus den Daten des ROV und Messungen von einem Katamaran an der Oberfläche des Sees erstellten die Wissenschaftler mit Videos und Sonardaten ein genaues Bild der Anlage. Es handelt sich, so die Archäologen, um ein rund 3.400 Jahre altes imposantes Hügelgrab. Damit ist die Anlage aus der Bronzezeit nur einige Jahrhunderte jünger als die Funde der Himmelsscheibe. Im Frühjahr 2019 sollen ausgewählte Fundstücke durch die Unterwasserarchäologen vermessen und geborgen werden.

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 12. April 2018 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Januar 2019, 15:48 Uhr