Covid-19 Corona oder Grippe – Hunde können Sars-CoV-2 von 15 anderen Erregern unterscheiden

Hunde können Sars-CoV-2-Infektionen zuverlässig von 15 anderen Atemwegsinfektionen unterscheiden. Die Vierbeiner riechen dabei nicht die Viren selbst, sondern flüchtige organische Verbindungen aus dem Stoffwechsel.

Ein Hund
Hund Otto bei der Arbeit: Er trainiert, Sars-CoV-2-Infektionen von anderen Erkältungskrankheiten zu unterscheiden. Bildrechte: Sebastian Meller

Hunde können Sars-CoV-2-Infektionen zuverlässig von 15 anderen viralen Atemwegsinfekten unterscheiden. Das berichtet ein länderübergreifendes deutsches Forschungsteam in der Fachzeitschrift "Frontiers in Medicine". Die Vierbeiner erschnüffeln dabei nicht die Viren selbst, sondern flüchtige organische Verbindungen, die beim Stoffwechsel nach einer Virusinfektion entstehen.

Trefferquote lag bei 90 Prozent

Trainiert wurden die Tiere an der Tierärztlichen Hochschule Hannover. Insgesamt wurde mit zwölf Spürhunden gearbeitet, die mit verschiedenen Erregern konfrontiert wurden, Influenza Viren A und B, mit dem humanen Respiratorische Synzytialvirus, dem Metapneumovirus, dem humanen Parainfluenzavirus Typ 1 und 3, dem Rhinovirus, dem Adenovirus und mehreren humanen Coronaviren, darunter Sars-CoV-1 und Mers-CoV. In unterschiedlichen Szenarien wurde die Leistungsfähigkeit der Hunde erprobt, sowohl mit Speichelproben von Sars-Cov-2-Patienten als auch solchen mit anderen viralen Erregern. Selbst anhand von Zellkulturen aus menschlichen Zellen, denen verschiedene Krankheitserreger hinzugefügt waren, konnten die Hunde die Sars-Cov-2-Infektionen identifizieren. Die Hunde lagen mit ihren Analysen zu 90 Prozent richtig.

Hundenasen empfindlicher als Technik

Für Dr. Esther Schalke, Oberstabsveterinärin und Fachtierärztin für Verhaltenstherapie vom zentralen Sanitätsdienst der Bundeswehr, ein deutlicher Beweis für das Potenzial der Spürhunde bei der Pandemiebekämpfung. Die Geruchserkennung von Hunden sei um drei Größenordnungen empfindlicher als die derzeit verfügbaren Geräte. Neu ist der Ansatz übrigens nicht, schon 2020 wurde festgestellt, dass Hunde Sars-Cov-2 riechen können. Im September 2021 waren erstmals bei einem Konzert Hunde als Corona-Tester eingesetzt worden.

Link zur Studie

Die Studie "Discrimination of SARS-CoV-2 Infections From Other Viral Respiratory Infections by Scent Detection Dogs" ist in der Fachzeitschrift "Frontiers in Medicine". Hier lesen Sie sie im Original.

(lfw)

3 Kommentare

Rolo vor 1 Wochen

Leider hat das auch der MDR Beitrag:

Wie gut ist der Fremdschutz von Covid-Impfstoffen wirklich?
von Till Ganswindt, MDR AKTUELL
Stand: 24. November 2021

nicht verstanden.

Im Ergebnis wird hier auf Studiendaten aus der ersten Jahreshälfte (also Alpha) verwiesen und ansonsten wie so oft ohne Angabe von konkreten Zahlen weiterhin behauptet, dass der Gemeinschaftsschutz der Impfung relevant sei.

Mit konkreten Zahlen der aktuellen Situation muss einem diese Behauptung im Halse stecken bleiben.

2G, falsche Sicherheit, wegschauen durch nicht Testen, etc. treiben ein exponentielles Wachstum der Infektionen.

Dies ist nur verantwortbar, wenn die vulnerablen Bereiche geschützt werden, also:

- Impf-Druck oder -Pflicht bei Personen mit relevanter Letalität (>50-60 Jahre)
- Schutz der vulnerablen Gruppen durch tägliche Tests von Kontaktpersonen, plus Luftfilter, Masken, etc.
- Zeitliches Steuern der Impfung/Boostern vor dem nächsten Winter und nicht erst ab Nov/Dez
- Ehrliche Kommunikation

Rolo vor 1 Wochen

Und leider hat immer noch kaum einer aus dem aktuellen Massenausbruch in ganz Europa gelernt.

(Israel geht es aktuell gut mit 5% weniger Impfquote als wir, aber eben geboostert, Irland hat Inzidenz von 725 obwohl 8% mehr Impfquote als wir... Frankreich, Italien, Portugal kommen jetzt zeitversetzt... Kosovo Inzidenz 4 mit 40% Impfquote ...)

Solange man nicht versteht, dass man das wertvolle Instrument der Impfung zeitlich auf den Winter und auf die vulnerablen Gruppen der Bevölkerung abstimmen muss (es kommt nicht auf die Impfquote, sondern auf die Wirksamkeit der Impfung an), die Impfung aber leider als Mittel gegen hohe Inzidenzen, im Vergleich zur Vermeidung durch zeitnahes Testen und einem möglichst vernünftigen Verhalten der Bevölkerung, bei Delta absolut wirkungslos ist, solange wird sich nichts ändern.

Rolo vor 1 Wochen

Schade ist nur, dass man den Einsatz von Hunden nun schon seit einem Jahr liest, er aber nicht relevant in die Praxis umgesetzt wird.

Aber die Detektion von Infizierten war in den letzten Wochen und Monaten ja auch nicht erwünscht -

- Sinngemäßes Zitat Spahn Ende August 2021 bei Hart aber Fair: " Geimpfte sollen nicht mehr getestet werden ... sonst hört die Pandemie ja nie auf"

Statt dessen schiebt man ein im Winter von allen erwartetes Wachstum noch exponentiell an, indem man den Geimpften suggeriert, mit der Impfung bereits ihren Sozialbeitrag geleistet zu haben und sich somit nicht mehr mit aufwendigen Gedanken, wie "bin ich in diesem Moment eine Gefahr?" oder "wie kann ich andere schützen" beschäftigen zu müssen und unterstützt mit ungetestetem Kontakt zu vulnerablen Einrichtungen, 2G, etc. alles erdenkliche, was das Infektionsgeschehen unter dem Radar in Ruhe wachsen lässt, bis es auf ungenügend Immunisierte trifft.