Astronomie-Sensation Hunderttausende neue Galaxien entdeckt

Das wird unseren Blick auf das Weltall verändern. Ein internationales Team von Astronomen, u.a. von der Thüringer Landessternwarte Tautenburg, hat hunderttausende neue Galaxien entdeckt.

Der Weltraum – unendliche Weiten, unendlich viele Sterne, Unmengen von Daten. Über 200 Astronomen aus 18 Ländern haben ein neues Radioteleskop entwickelt und damit den Weltraum untersucht, wie es bisher nicht möglich war. LOFAR, so der Name des Gerätes, steht für Low Frequency Array. Dahinter verbirgt sich das erste volldigitale Radioteleskop der Welt, das selbst extrem schwache Signale aus dem Kosmos präzise registriert. In einem Bereich von 10 bis 240 MHz. "Das war vorher in diesem Wellenlängenbereich vollkommen unmöglich", so Dr. Matthias Hoeft von der Thüringer Landessternwarte Tautenburg, die an dem Projekt beteiligt ist.

LOFAR ist nicht eine Antenne, sondern ein riesiges europäisches Netzwerk von Radioantennen. Zwei davon stehen an der Landessternwarte Tautenburg. Und mit allen gemeinsam haben die Astronomen gerade Millionen von Aufnahmen gemacht, Unmengen Daten gesammelt (das Äquivalent von zehn Millionen DVD) und daraus eine neue Karte des Universums erstellt. Dabei entdeckten sie hunderttausende neue Galaxien, die bisher unbekannt waren, da sie extrem weit entfernt sind und ihre Radiosignale Milliarden von Lichtjahren zurücklegen, bis sie die Erde erreichen.

Mit ihren Messungen kosmischer Magnetfelder konnten die Forscher bereits nachweisen, dass der Raum zwischen den Galaxien nicht leer ist, sondern magnetische Strukturen besitzt. Außerdem zeigten die Untersuchungen der Schwarzen Löcher, dass sie in allen Galaxien vorhanden sind und alle Materiestrahlen, riesige sogenannte Jets aussenden.

astronomische Aufnahme
Hier haben die Forscher die Aufnahmen der empfangenen neuen Radioquellen in ein Foto montiert. Bildrechte: LOFAR Surveys Team

In einer Sonderausgabe von Astronomy & Astrophysics sind jetzt 26 Arbeiten mit ersten Ergebnissen veröffentlicht. Sie basieren auf nur etwa zwei Prozent der mit LOFAR geplanten Beobachtungen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollen nun die gesamte nördliche Himmelskugel kartieren. Sie erwarten rund 15 Millionen Radioquellen zu finden.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 11 | 22. Januar 2019 | 11:11 Uhr