Gute Gesundheit Ab in die Nüsse!

Acht Wochen eine Handvoll Walnüsse essen - und das LDL-Cholesterin im Blut wird um sieben Prozent gesenkt. Das legt ein Versuch der Uniklinik München nahe.

Verschiedene Nuss-Arten liegen in zwei Reihen nebeneinander. In der hinteren Reihe befinden sich die ganzen Früchte mit Schale, in der vorderen das essbare Innere.
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Ein weiteres Ergebnis war, dass Nüsse auch vor Übergewicht schützen - oder bei der richtigen Ernährung sogar zum Idealgewicht verhelfen können. Allerdings nur, wenn man sich an die richtige Verzehrmenge hält: nicht mehr als 30 bis 50 Gramm pro Tag sollten es sein. Welche Nuss es sein soll, kann man je nach Geschmack variieren.

Neben diesen positiven Effekten deute sich auch ihre vor Darmkrebs schützende Wirkung in zahlreichen Studien an, sagt Ernährungswissenschaftlerin Wiebke Schlörmann von der Uni Jena. In einer Untersuchung konnte sie mit ihrem Team die gesundheitsfördernde Wirkung von Nüssen auf molekularer Ebene analysieren: Demnach wird durch die Inhaltsstoffe der Nuss die körpereigene Abwehr zur Entgiftung von reaktiven Sauerstoffspezies aktiviert.

Reaktive Sauerstoffspezies - das sind solche Substanzen, die beispielsweise durch ultraviolette Strahlung oder verschiedene Chemikalien entstehen und Zellschäden verursachen können, die zur Krebsentstehung führen. "Der Körper verfügt aber über eine ganze Reihe von Schutzmechanismen, die reaktive Sauerstoffspezies unschädlich machen", erläutert Schlörmann. Diese, so haben die Jenaer Ernährungswissenschaftler gezeigt, werden durch Nüsse und ihre Inhaltsstoffe angekurbelt.

Alle untersuchten Nusssorten aktivieren die körpereigene Abwehr Untersucht haben die Forscher die Wirkung von insgesamt fünf verschiedenen Nusssorten: Macadamia-, Hasel- und Walnuss sowie Mandeln und Pistazien. Dazu sind die Nüsse künstlich - im Reagenzglas - "verdaut" worden. Die so entstandenen Verdauungsprodukte haben die Wissenschaftler anschließend auf ihre Wirksamkeit an Zelllinien untersucht. Dabei haben sie festgestellt, dass die Aktivität der Schutzenzyme Katalase und Superoxiddismutase in den behandelten Zellen ansteigt. Außerdem wird durch die Verdauungsprodukte in den behandelten Krebszellen der sogenannte programmierte Zelltod induziert. Diese Wirkung wurde bei allen untersuchten Nusssorten nachgewiesen.

geöffnete Macadamia-Nuss
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Über dieses Thema berichtet "nano" auch im Fernsehen: 3sat | 26.06.2017 | 18:30 Uhr