Naturschutz Zählen, was kreucht und fleucht: Neue Runde beim Insektensommer

Beim Insektensommer des Nabu ab 6. August sind alle gefragt, auf das kleine Getier in Garten, Wald und Flur zu schauen. Das liefert wichtige Daten für Forschende und Naturschützende. Und coole Erkenntnisse für Entdecker*innen.

Zwei flauschige Bienen übereinander bei der Paarung, Nahaufnahme
Na, sobald Sie Tiere beim kopulieren sehen, lesen Sie wohl sogar die Bildunterschrift? Das hier sind im Übrigen Mauerbienen. Vielleicht treiben die's ja auch in Ihrem Garten? Bildrechte: IMAGO / blickwinkel

Sie können kommendes Wochenende natürlich zu Hause sitzen, auf Ihre selbstgebastelte Fruchtfliegenfalle starren und staunen, wie viel unliebsamem Küchengetier Sie schon an den Kragen gegangen sind. Oder Sie zählen die Insekten, die noch leben.

Das müssen jetzt nicht unbedingt die Fruchtfliegen in der Küche sein. Wer einen Schritt vor die Tür wagen will, wird vom Nabu eingeladen, bei allen kleinen Tierchen mit sechs Beinen ein bisschen genauer hinzusehen. Auch bei eher weniger beliebten Krabblern: Wespen zum Beispiel. "Wir wollen sehen, ob es in diesem Jahr wie vermutet aufgrund des kühlen und verregneten Frühlings weniger Wespen gibt", sagt Laura Breitkreuz vom Nabu. "Auch wenn das viele Menschen freuen dürfte – die Tiere sind enorm wichtig." Stichwort: Schädlingsbekämpfung und Aas-Vertilgung. Und hätten Sie gedacht, dass auf der Erde 137.000 Wespenarten zu Hause sind? Und nur jede fünfte einen Stachel hat? Beim Insektensommer gibt's nicht nur für die viel zu lernen, die ihre Mitmenschen gern mit allerhand Trivia begeistern.

Insektensommer, so heißt die Crowdsourcing-Aktion des Nabu – weil Insekten nun mal vor allem Sommertiere sind. Nach der ersten Runde im Juni läuft jetzt vom 6. bis 15. August der zweite Zeitraum. Das Prinzip ist einfach:

  • Ins Freie begeben und gucken, wo's krabbelt und flattert
  • Mit der Web-App Nabu Insektensommer das Getier bestimmen und melden
  • Lernen, dass es im Garten nicht nur Wespen, Mücken und Marienkäfer gibt

Und selbst wenn! Marienkäfer ist schließlich nicht gleich Marienkäfer. Sehen Sie den Unterschied?

Siebenpunkt oder asiatischer Marienkäfer?

Ein Siebenpunkt-Marienkäfer
Bildrechte: IMAGO / Benjamin Horn
Ein Siebenpunkt-Marienkäfer
Bildrechte: IMAGO / Benjamin Horn
Asiatischer Marienkäfer
Bildrechte: IMAGO images / blickwinkel
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Und jetzt sagen Sie nicht, Sie hätten sowieso aus dem Stegreif gewusst, dass es bei uns Marienkäfer mit vielen und wenigen Punkten gibt. Und so unterschiedlichen Köpfchen. Darum dreht sich auch die Entdeckerfrage im Insektensommer 2021. Warum das wichtig ist? Weil der Asiatische Marienkäfer erst vor wenigen Jahren vom Menschen eingeschleppt wurde und den heimischen Siebenpunkt-Marienkäfer vielerorts verdrängt.

Wer ist verschwunden? Und wer verdrängt?

Auch darüber soll der Insektensommer Aufschluss geben, nämlich wie weit diese Verdrängung schon fortgeschritten ist. Eine Sache, die neben dem ohnehin problematischen Verschwinden vieler heimischer Insekten natürlich nicht nur Marienkäfer betrifft.

Und so gibt es zwei Aufgaben, die der Nabu an alle Teilnehmenden stellt:

  1. Alles melden, was unter Auge, Lupe und Smartphone krabbelt und fliegt
  2. Gezielt nach den Kernarten suchen (z.B. Blaugrüne Mosaikjungfer – na, was könnte das sein?) – so kann festgestellt werden, welche eigentlich weit verbreitete Art wo fehlt

Sie sehen schon. Es gibt am Wochenende Wichtigeres zu tun, als Ihre Fruchtfliegen anzustarren.

flo

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