Künstlerische Darstellung zeigt den ersten interstellaren Asteroiden `Oumuamua.
So ähnlich sieht der Asteroid aus, der aus den Tiefen des Weltraums in unser Sonnensystems gereist ist. Trotz seiner an ein Raumschiff erinnernden Form handelt es sich aber nicht um ein UFO, meinen Astronomen. Bildrechte: ESO/M. Kornmesser

Kein UFO Interstellarer Asteroid ähnelt Objekten unseres Sonnensystems

Der Asteroid "Oumuamua" passiert derzeit unser Sonnensystem, kommt aber aus den Tiefen des interstellaren Weltraums. Entdeckt wurde er Ende Oktober. Jetzt sind sich die Astronomen sicher: Es handelt sich nicht um ein UFO.

Künstlerische Darstellung zeigt den ersten interstellaren Asteroiden `Oumuamua.
So ähnlich sieht der Asteroid aus, der aus den Tiefen des Weltraums in unser Sonnensystems gereist ist. Trotz seiner an ein Raumschiff erinnernden Form handelt es sich aber nicht um ein UFO, meinen Astronomen. Bildrechte: ESO/M. Kornmesser

Sein Aussehen erinnert an eine Zigarre, er ist dünn und knapp 400 Meter lang und hat eine rot-graue Oberfläche: Am 19. Oktober 2017 entdeckte das Pan-STARRS-1-Teleskop auf Hawaii den ersten interstellaren Asteroiden in unserem Sonnensystem. Die Forscher tauften ihn auf den Namen "Oumuamua", hawaiianisch für "Bote aus der fernen Vergangenheit, der uns erreicht". Der Sensationsfund hat Astronomen weltweit elektrisiert, nun liegen erste Erkenntnisse vor zum Objekt "1I/2017 U1" (so seine offizielle Bezeichnung).

Auch wenn "Oumuamua" ungewöhnliches Aussehen an ein Raumschiff erinnert, handelt es sich wohl nicht um ein UFO. Ein Team von Astronomen um Alan Fitzsimmons von der Queen's University im nordirischen Belfast hat das interstellare Objekt mit dem Green-Bank-Radioteleskop in den USA gründlich abgehört. Wie die Forscher jetzt im Fachjournal "Nature Astronomy" bekannt gaben, stellten sie dabei keinerlei Funkverkehr fest.

Die Flugbahn von ‘Oumuamua
Oumuamua passiert unser Sonnensystem auf einer elyptischen Flugbahn. Durch die Schwerkraft der Sonne wird er erst angezogen, um den Stern herumgeführt und dann wieder herausgeschleudert. Bildrechte: ESO/K. Meech et al.

Die bisherigen Beobachtungen deuten vielmehr daraufhin, dass "Oumuamua" eine ähnliche Struktur aufweist, wie kleine Asteroiden am Rand unseres Sonnensystems, sogenannte Planetesimalen, also Körpern, die sich einmal zu einem Planeten verdichten könnten.

"Oumuamua" hat demnach offenbar eine rund 50 Zentimeter starke Schutzschicht aus Kohlenstoff, die das Eis in seinem Kern umschließt. Diese Schicht aus organischem Material könnte durch langen Beschuss mit kosmischer Radioaktivität entstanden sein, wie sie bei einer Reise durch die Tiefen des Weltalls gewöhnlicherweise auftritt. Sie hat zugleich verhindert, dass der Asteroid geschmolzen ist, als er in die Nähe der Sonne kam.

"Wir haben entdeckt, dass dies ein Planetesimal mit einer gut durchgebackenen Kruste ist, das sehr wie die kleinsten Welten in den Außenregionen unseres Sonnensystems aussieht", sagte Astronomin Michele Bannister. " Es ist faszinierend, dass das erste entdeckte interstellare Objekt so sehr wie eine winzige Welt aus unserem eigenen Heimatsystem anmutet."

Der Besuch könnte auch gar nicht so ungewöhnlich sein, Die Experten schätzen mittlerweile, dass etwa einmal pro Jahr ein interstellarer Asteroid unser Sonnensystem passiert.

(ens/dpa)

Dieses Thema im Programm: MDR SPUTNIK | 21. November 2017 | 15:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. Dezember 2017, 13:17 Uhr