Ernährungswissenschaft Intervallfasten hilft auch im Alter

Die Weihnachtszeit rückt näher und mit ihr die süßen Verlockungen. Als Methode, um überflüssige Pfunde zu verlieren, wird das Intervallfasten besonders bei jungen Menschen immer populärer. Es hilft aber auch Senioren, wie Forschende der TU Berlin nun herausgefunden haben.

Auf einem Teller liegt ein Wecker
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Die ersten Zimtsterne und Christstollen liegen bereits in den Supermärkten und spätestens am 24. Dezember beginnt dann in vielen Familien die große Völlerei. Danach stellt sich oft die Frage: Wie bekommt man die aufgebauten Pfunde wieder herunter?

In den vergangenen Jahren ist dafür das sogenannte Intervallfasten immer mehr in Mode gekommen: eine Methode, bei der die Zeitfenster für die Nahrungsaufnahme am Tag stark reduziert werden. Weit verbreitet ist das 16:8-Fasten, bei dem nur innerhalb von acht Stunden gegessen werden darf und die restlichen 16 Stunden am Tag gefastet wird.

Probanden nahmen bis zu sechs Kilo ab

Für junge Erwachsene wurden positive Auswirkungen bereits festgestellt und auch, dass es bei der Regulierung von Diabetes wirken kann. Forschende der TU Berlin haben nun überprüft, ob sich die Effekte des Intervallfastens auch bei älteren Menschen nachweisen lassen. Das Ergebnis der im Fachmagazin "Ernährung & Medizin" veröffentlichten Studie: Auch Senioren können die Abnehmmethode erfolgreich anwenden.

An der Untersuchung nahmen insgesamt 74 Probanden mit einem Durchschnittsalter von 64,3 Jahren teil - sowohl normal- als auch übergewichtige Menschen. Diese schafften an 97 Prozent der Studientage Fastenzeiten von 14 Stunden oder mehr. Dabei nahmen die Probanden zwischen sechs Kilo ab und einem Kilo zu. Gemäß den Leitlinien der Deutschen Adipositas-Gesellschaft gilt ein Gewichtsverlust von ein bis zwei Kilo pro Monat als gesundheitlich unbedenklich und ist auch aus medizinischer Sicht bedeutend.

Das Studienergebnis erfüllt damit die allgemeinen Anforderungen an eine erfolgreiche Ernährungsintervention und kann deshalb als guter Abnehmerfolg für die untersuchte Altersgruppe gewertet werden.

Franz-Werner Dippel, Studienautor

Ergebnisse bei Kongress in Leipzig vorgestellt

Die Ergebnisse der Studie wurden auch in Form eines Posters auf der 36. Jahrestagung der Deutschen Adipositas-Gesellschaft vorgestellt, die vom 8. bis 10. Oktober 2020 in der Leipziger Kongreßhalle am Zoo stattfand.

Das Besondere bei der Untersuchung waren auch die Forschenden, denn beim Gasthörstudiengang BANA (Berliner Modell: Ausbildung für nachberufliche Aktivitäten) bekommen Menschen ab 45 Jahren ein viersemestriges Weiterbildungsangebot, das "einen unmittelbaren Zugang zu neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen ermöglicht". Damit soll nicht nur lebenslanges Lernen, sondern auch bürgerschaftliches Engagement gefördert werden.

cdi

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