Archivbild von der Dreamhack 2016 in Leipzig
Bildrechte: MDR JUMP/Annie Reischmann

Studium Gamedesign: Auf die Emotionen kommt es an

Der große Ansturm auf die Leipziger Dreamhack zeigt: Computerspiele sind beliebt wie nie zuvor. Wie man Games erfolgreich entwirft und umsetzt, kann man studieren – auch in Sachsen.

Archivbild von der Dreamhack 2016 in Leipzig
Bildrechte: MDR JUMP/Annie Reischmann

René Perlbach hat in Mittweida Medieninformatik studiert und arbeitet inzwischen als Softwareentwickler und Spieledesigner in Leipzig. Neben Games arbeitet er auch an Programmen für die Bereiche Medizin und Robotik. MDR Wissen sprach mit ihm über Gamedesign im Studium und die Perspektiven danach.

Sie haben sich bereits während Ihres Studiums intensiv mit Gamedesign beschäftigt. Wie sinnvoll ist es, sich in der Ausbildung darauf zu konzentrieren?

Bei der Entwicklung von Spielen gibt es durchaus einige besondere Anforderungen, die bei einem gewöhnlichen Informatikstudium nicht behandelt werden. Dort geht es meist um rein technische Aspekte. Ein Spiel hingegen muss sich auch gut anfühlen und bei den Spielern ankommen. Im Studium entwickelt man ein gutes Gefühl dafür, was gut da funktioniert und was nicht. Wir haben praktisch Konzepte erarbeitet und umgesetzt. Trotzdem sollte man auch Erfahrungen in anderen Bereichen sammeln: Grafik, Programmierung und auch Marketing sind ebenfalls wichtig.

Welche besonderen Fähigkeiten braucht man, um erfolgreiche Spiele zu entwerfen?

Die Optik ist bei Spielen viel wichtiger als etwa bei einer Anwendungssoftware aus einem technischen Bereich. Das Nutzerinterface muss grafisch ansprechend gemacht, die Bedienung gut überlegt sein. Ein Spiel muss Unterhaltungswert haben. Man muss also überlegen: Was macht den Spielern Spaß, was weckt ihre Emotione? Es hilft ungemein, wenn man auch über Kenntnisse aus anderen Bereichen verfügt und abwägen kann: Welchen Aufwand macht die Programmierung, was ist grafisch machbar.

Kann man als Gamedesigner in Deutschland wirtschaftlich überleben?

Es ist relativ schwer aber nicht unmöglich. Wenn man gerade ein Projekt und ein Budget hat, kann gut über die Runden kommen. Man muss aber immer nach Nachfolgeprojekten Ausschau halten. Da hilft es, sich auch in anderen Bereichen umzusehen, in der allgemeinen Softwareentwicklung etwa oder im Grafikdesign. Aktuell werden täglich viele neue Spiele veröffentlicht. Der Konkurrenzkampf ist hart, dadurch werden aber auch ständig fähige Leute für solche Projekte gebraucht. Einen großen Teil des Marktes nehmen Apps ein, die einen Aspekt von Gamification haben. Damit haben wir uns im Studium auch beschäftigt.

Gehen Sie selbst zur Dreamhack? Würden Sie sich freuen, wenn dort oder bei einem anderen Turnier einmal eines Ihrer Spiele im Mittelpunkt stünde?

Leider habe ich an diesem Wochenende keine Zeit, aber beim nächsten Mal hoffentlich. Und ja, jeder Spieleentwickler würde sich freuen, wenn er sein Werk eines Tages bei einem großen Event sehen darf. Nicht nur aus finanziellen Gründen, sondern auch weil es eine Auszeichnung der eigenen Arbeit ist.

Über die Dreamhack berichtete MDR-Aktuell und der MDR Sachsenspiegel im Radio | 13.01.2017 | 06:10 Uhr
im Fernsehen | 13.01.2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. September 2017, 13:25 Uhr