Abendhimmel Raumstation ISS Ende März als Abendgruß

400 Kilometer entfernt, 27.600 km/h schnell und im März fast der hellste Stern. Die Internationale Raumstation ISS ist bereits den ganzen Monat gut über Mitteldeutschland zu beobachten. Jetzt als Abendgruß.

ISS
Sojus MS-12 Mitte März 2019 an der ISS. Bildrechte: NASA/Mark Garcia

Minus 3,9 mag - für Astrofans ist das eine gute Zahl. Denn sie bedeutet, dass ein Objekt am Himmel gut zu sehen ist. Mag steht dabei für Magnitudo und ist die Größenklasse der scheinbaren Helligkeit. Und bei der bedeutet minus heller und plus dunkler. Bis zu minus 3,9 – so hell wird die ISS im März am Himmel zu sehen sein. Nur Sonne, Mond und Venus erstrahlen heller.

Die Umlaufbahn führt die Raumstation fast den gesamten März über Mitteldeutschland. Jetzt zum Ende des Monats ist sie besonders gut am Abend zu sehen. Zum Beispiel an diesen Tagen:

25. März 20:17 Uhr Höhe 10 Grad Westsüdwest

26. März 19:27 Uhr Höhe 10 Grad Südwest

27. März 20:13 Uhr Höhe 15 Grad West

28. März 19:23 Uhr Höhe 22 Grad Westsüdwest

30. März 19:19 Uhr Höhe 44 Grad West

Die Zeiten beziehen sich auf Leipzig. Auf der Nasa ISS-Spotting-Seite kann jeder die sichtbaren Überflüge für seinen Ort ermitteln.

ISS am Himmel

Im März 2019 war die ISS den ganzen Monat - erst morgens, dann abends - mit bloßem Auge am Himmel zu sehen.

Raumstation
Die Raumstation ISS. Am Morgenhimmel fast so hell wie die Venus. Bildrechte: NASA/Mark Garcia
Raumstation
Die Raumstation ISS. Am Morgenhimmel fast so hell wie die Venus. Bildrechte: NASA/Mark Garcia
ISS
Sojus MS-12 hatte Mitte März drei neue Besatzungsmitglieder auf die ISS gebracht: Christina Hammock-Koch, Alexej Owtschinin und Nick Hague Bildrechte: NASA/Mark Garcia
ISS
Vor dem Ausstieg: NASA Astronautin Anne McClain (Mitte) inspiziert die Raumanzüge der neuen Crewmitglieder Christina Hammock-Koch (l.) und Nick Hague (r.) Bildrechte: NASA/Mark Garcia
Weltraum
Die Nacht des 19. Januar 2019 über Nordeuropa. Zu sehen sind London (r.), der Ärmelkanal, Amsterdam, Den Haag, Rotterdam, Antwerpen und Brüssel. Bildrechte: NASA/Mark Garcia
Astronaut
Das Fenster zur Welt - die Beobachtungskuppel der ISS. Der kanadische Astronaut David Saint-Jacques fotografiert. Bildrechte: NASA/Mark Garcia
Raumstation
Module der ISS in Nahaufnahme: rechts ein Teil des Destiny-Labormoduls NASA), daran das Harmony-Modul. Vorn links das Kibo-Labormodul (JAXA), oben drauf ein Logistikmodul. In der Mitte das Columbus-Labormodul der ESA. Bildrechte: NASA/Mark Garcia
Raumstation
Das Cygnus-Frachtschiff verlässt die ISS aus den Greifern des Canadarm2-Roboterarms. Unten zu sehen: Der Pazifik. Bildrechte: NASA/Mark Garcia
Astronautin und Astronauten
Expedition 59 ist Mitte März 2019 auf der ISS eingetroffen: Christina Koch (NASA, l.), Alexej Ovchinin (Roscosmos, M.) and Nick Hague (NASA, r.) Bildrechte: NASA/Mark Garcia
Astronautin und Astronauten
Im russsischen Kosmonautenzentrum "Juri Gagarin": Christina Koch (NASA, l.), Alexej Ovchinin (Roscosmos, M.) and Nick Hague (NASA, r.) vor ihrem Flug zur ISS. Bildrechte: NASA/Mark Garcia
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ISS als Zwischenhalt

Seit 20 Jahren ist die ISS inzwischen im All - 7.340 Tage zeigt der Timer auf der NASA-Seite der ISS heute (25. März 2019) an. Und wenn es nach der russischen Raumfahrtagentur Roskosmos geht, dann hat sie noch eine große Zukunft. Nach den Worten von Roskomos-Chef Dimitri Rogosin könnte sie zum Beispiel als Zwischenstation für Flüge ins Weltall dienen.

Wie Rogosin der russischen Nachrichtenagentur Interfax sagte, würde Russland auch an der ISS festhalten, sollten die USA aussteigen. Das russische Segment könnte sogar erweitert werden, damit andere Länder wie Indien andocken können. Bisher ist der Betrieb der Station bis zum Jahr 2024 gesichert.

Warum sind die Astronauten schwerelos?

Wenn die ISS direkt über uns fliegt, dann ist sie 400 Kilometer entfernt. Das bedeutet auch: Dort herrscht immer noch Schwerkraft, sogar 89 Prozent. Warum sind dann die Kosmo- und Astronauten schwerelos? Aus dem gleichen Grund, aus dem die Station nicht zur Erde fällt: Sie fliegt mit hoher Geschwindigkeit um die Erde.

Astronaut Ulrich Walther erklärt das in einem Artikel in der "Welt" so:

Weil aber die ISS immer im Kreis um die Erde fliegt und dabei eine Zentrifugalkraft erfährt, die exakt so groß ist wie die Schwerkraft, heben sich beide Kräfte zu Null auf. 

Prof. Ulrich Walther

Ergebnis: Raumfahrer haben immer noch die gleiche Masse, aber die Waage zeigt 0 an. Fliehkraft und Erdanziehung gleichen sich aus. Die ISS bleibt in ihrer Umlaufbahn. Und das Prinzip gilt auch für den Mond.

Die Planeten des Sonnensystems sind als Bälle dargestellt und liegen auf der Grundlinie eines Fußballtores. Während die Erde ein Fußball ist, ist der Jupioter eine riesige Kugel, die die Höhe des Tores voll ausfüllt. 3 min
Bildrechte: Robert Rönsch/MDR

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP Radio | 03. März 2019 | 06:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. März 2019, 14:31 Uhr

Test der ICARUS-Antennenanlage. 3 min
Bildrechte: MPIO/MaxCine

Forschung mit Tiersendern für Tierschutz, Medizin und Katastrophenschutz

MDR AKTUELL Mi 15.08.2018 14:52Uhr 02:58 min

https://www.mdr.de/wissen/audio-795940.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

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