Forschungsrückblick 2016 – Teil 1 Ozonloch wird kleiner und im Bier schwimmt Glyphosat

Wissenschaftler haben im ersten Halbjahr 2016 einige bedrohliche aber auch erfreuliche Entdeckungen gemacht. Das einstmals durch Millionen Korallen farbenfrohe Great Barrier Reef wird vom Klimawandel bedroht. Dafür schließt sich das Ozonloch langsam.

Korallen und Fische am Great Barrier Reef vor Australien
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JANUAR: Einen Monat für eine Zahl / 1,5 Mio für Regenwürmer

(4.1.) Periodensystem ist endlich vollständig

(20.1.) Neue Rekord-Primzahl mit mehr als 22 Millionen Stellen
Ein US-Computer berechnet die bislang längste bekannte Primzahl. Sie hat mehr als 22 Millionen Stellen. Der Computer braucht dafür rund einen Monat ohne Unterbrechung.

(28.1.) Regenwurmforscher Leipzig/Jena bekommen 1,5 Mio Forschungsgelder
Der Leipziger Biologe Nico Eisenhauer erhält vom Europäischen Forschungsrat 1,5 Millionen Euro zur Erforschung europäischer Regenwürmer in Nordamerika. Wie die Universität Leipzig mitteilte, ist Eisenhauer der erste Wissenschaftler der Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie, der die begehrte EU-Förderung für junge Spitzenforscher erhält.

FEBRUAR: Zika / Gravitationswellen / Glyphosat im Bier

(1.2.) WHO erklärt wegen Zika-Virus globalen Gesundheitsnotstand

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärt wegen des Zika-Virus den globalen Gesundheitsnotstand. Es gebe eine starke räumliche und zeitliche Verbindung zwischen dem Virus und dem Auftreten von Schädelfehlbildungen (Mikrozephalie) bei Neugeborenen. Der Zusammenhang wird gut zwei Monate später bestätigt.

(4.2.) Johnny Cash auf acht Beinen

US-Countrystar Johnny Cash gibt einer tiefschwarzen Vogelspinne seinen Namen. Forscher benennen die neu entdeckte Art nach dem „Man in Black». Sie heißt jetzt Aphonopelma johnnycashi.

(11.2.) Forscher melden Entdeckung von Gravitationswellen

Nach jahrzehntelanger Suche beobachten Weltraumforscher erstmals Gravitationswellen direkt. Damit bestätigen sie eine 100 Jahre alte Vorhersage von Albert Einstein. Die Wellen entstehen vor allem, wenn große Objekte wie Sterne beschleunigt werden.

(23.2.) Forschern gelingt Durchbruch gegen Aids

Wissenschaftler aus Dresden und Hamburg haben ein Mittel gegen Aids entwickelt. Wie die Forscher um den Molekularbiologen Frank Buchholz mitteilten, seien zum ersten Mal menschliche Zellen von einer HIV-Infektion geheilt worden.

(25.2.) Glyphosat in Bier gefunden

In Bier werden Spuren des Unkrautvernichters Glyphosat entdeckt. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sieht keine Gefahr: „Um gesundheitlich bedenkliche Mengen von Glyphosat aufzunehmen, müsste ein Erwachsener an einem Tag rund 1000 Liter Bier trinken.“

MÄRZ: Ebola unter Kontrolle / Röntgen beim Rennen

(29.3.) WHO hebt Ebola-Notstand auf

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hebt den wegen der Ebola-Epidemie ausgerufenen globalen Gesundheitsnotstand auf. Die Epidemie in Westafrika sei unter Kontrolle. Insgesamt starben mehr als 11.300 Menschen, mehr als 28.000 hatten sich infiziert.

(30.3.) Premiere x-Ray-Run

Prof. Martin Fischer, Bewegungsforscher an der Uni Jena ist mit ungewöhnlichen und einmaligen Untersuchungsmethoden den Geheimnissen des Laufens auf der Spur. Mit Hochgeschwindigkeitsröntgengräten beobachtet er, wie Knochen, Gelenke und Muskeln zusammenspielen - und macht dabei außergewöhnliche Entdeckungen. Das zeigt heute eine MDR-Dokumentation bei Arte: "X-Ray-Run oder das Geheimnis des Laufens" heißt sie.

APRIL: Great Barrier Reef stirbt / Marder legt Teilchenbeschleuniger lahm

(20.4.) Beispiellose Korallenbleiche am Great Barrier Reef

Die Korallenbleiche am Great Barrier Reef in Australien erreicht ein beispielloses Ausmaß. 93 Prozent der Korallenbänke sind laut Wissenschaftlern betroffen. Der Grund: Das Wasser ist viel zu warm.

(24.4.) Erfolge im Kampf gegen Malaria

Die globale Sterberate bei Malaria ist seit 2000 um 60 Prozent zurückgegangen. Das meldet die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Dennoch starben 2015 noch mehr als 400.000 Menschen an der Krankheit.

(24.4.) Brite schafft Marathon im All

Der britische Astronaut Tim Peake läuft einen Marathon im All. Gut 400 Kilometer über der Erdoberfläche nimmt er auf einem speziellen Laufband am London-Marathon teil.

(30.4.) Steinmarder legt weltgrößten Teilchenbeschleuniger lahm

Ein Steinmarder legt den größten Teilchenbeschleuniger der Welt lahm: Das kleine Raubtier dringt in den „Large Hadron Collider» bei Genf ein und löst einen Kurzschluss aus. Es überlebt seinen Ausflug in eine 66-Kilovolt-Transformator-Anlage nicht.

MAI: Deutscher kommandiert Raumstation

(18.5.) Astronaut Gerst fliegt 2018 wieder ins All

Alexander Gerst soll 2018 als erster Deutscher der Kommandant der Internationalen Raumstation (ISS) werden. Gerst hatte 2014 erstmals ein halbes Jahr auf der ISS 400 Kilometer über der Erde verbracht.

(31.5.) Start Gläserne Arche durch Mitteldeutschland

Tiere wie der Feldhamster, das Rebhuhn, der Feuer-Salamander oder Pflanzen wie Arnika gehören zu den rund 5.000 Arten, die in Mitteldeutschland als stark gefährdet gelten. Darauf wird immer wieder hingewiesen - auf ganz unterschiedliche Weise. Ab erstem Juni geschieht das auf faszinierende Art durch ein ganz besonderes Kunstobjekt - eine Arche, die komplett aus Glas ist. Sie wird uns nun 3 Jahre lang an 20 unterschiedlichen Standorten in Mitteldeutschland an die Zerbrechlichkeit der Natur erinnern.

JUNI: Datingshow für Orang-Utans / Ozonloch schließt sich langsam

(3.6.) Stuttgarter Zoo will Orang-Utans per Video-Dating verkuppeln

Der Stuttgarter Zoo Wilhelma setzt bei der Partnervermittlung für seine Orang-Utans auf Video-Dating. Den beiden Affendamen Sinta und Conny werden Filmschnipsel von infrage kommenden Männchen gezeigt. Das soll zeigen, ob sich das vorgesehene Zuchtpaar auch mag.

(13.6.) Erste (umstrittene) Heilung Multiple Sklerose

Kanadische Forscher haben Patienten von der Multiplen Sklerose geheilt - mit einer radikalen Methode. Dafür mussten sie das gesamte Immunsystem zerstören – ähnlich wie bei einer Leukämie. Danach wurde es aus eigenem Knochenmark wieder aufgebaut. Ein Durchbruch, aber auch hochriskant und nur für Patienten mit aggressiver MS geeignet.

(30.6.) Ozonloch über der Antarktis schließt sich langsam

Das Ozonloch über der Antarktis scheint sich langsam zu schließen. Rund drei Jahrzehnte nach dem Verbot ozonzerstörender Chemikalien gibt es laut Forschern Hinweise darauf, dass ein Regenerationsprozess eingesetzt hat und dass sich die Ozonschicht stabilisiert.