Wissenschafts-Nachwuchs in Mitteldeutschland "Jugend forscht": Landessieger in Sachsen-Anhalt und Thüringen gekürt

Sachsen-Anhalt hat bereits die Nachwuchsforscher des Jahres ausgezeichnet, Thüringen auch, jetzt folgt Sachsen. MDR WISSEN übertragt die Preisverleihungen und verrät, wer im Bundeswettbewerb antritt.

Jugend forscht, drei Menschen mit einem Modell
Jugend forscht: 169 Jugendliche kamen 2021 in die Endauswahl, darunter nur 45 Mädchen. Bildrechte: Stiftung Jugend forscht e. V.

"Zufällig genial?" lautet das Motto beim diesjährigen Bundeswettbewerb "Jugend forscht". Mit Zufall hat es dann aber weniger zu tun, wenn der Wissenschaftsnachwuchs jetzt bei den Landesausscheiden seine Entwicklungen und Erfindungen vorstellt. Wer es bis hier geschafft hat, hat nämlich schon diverse Stufen hinter sich: Ideenfindung, Bewerbung, Konzeptentwicklung und natürlich jede Menge Forschung.

Die Regionalsieger präsentierten ihre Arbeiten in einer Live-Veranstaltung. Dabei mussten sich die jungen Forscherinnen und Forscher auch den Fragen der Jury stellen, konnten aber gleichzeitig auch viele nützliche Kontakte zu Fachleuten aus verschiedenen Wissenschaftsgebieten knüpfen. Die Gewinner lösten ein Ticket zu den Landeswettbewerben, deren Sieger dann an der Endrunde des Wettbewerbs in Lübeck teilnehmen werden. 2021 kamen 169 Jugendliche in das große Finale, darunter allerdings nur 45 Mädchen.

Die Landessieger von Sachsen-Anhalt

Preise gibt es in insgesamt sieben Kategorien (Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik und Informatik, Physik, sowie Technik) zu gewinnen, dabei werden jeweils Sieger in den beiden Wettbewerben "Schüler experimentieren" (für Schülerinnen und Schüler bis 14) und "Jugend forscht" bestimmt. Am Mittwoch (30. März) war zunächst Sachsen-Anhalt an der Reihe, wo die Auszeichnung coronabedingt wieder virtuell stattfand.

"Jugend forscht" Landesfinale Sachsen-Anhalt

Ein Foyer im Weinberg-Campus wird zum Studio
Ein Foyer im Weinberg-Campus wird zum Studio Bildrechte: MDR/Tobias Thiergen
Ein Foyer im Weinberg-Campus wird zum Studio
Ein Foyer im Weinberg-Campus wird zum Studio Bildrechte: MDR/Tobias Thiergen
Konzentration in der mobilen Regie
Konzentration in der mobilen Regie Bildrechte: MDR/Tobias Thiergen
MDR WISSEN-Moderatorin Daniela Schmidt
MDR WISSEN-Moderatorin Daniela Schmidt Bildrechte: MDR/Tobias Thiergen
Daniela Schmidt mit Landtagspräsident Dr. Gunnar Schellenberger
Daniela Schmidt mit Landtagspräsident Dr. Gunnar Schellenberger Bildrechte: MDR/Tobias Thiergen
Alle (4) Bilder anzeigen

Arbeitswelt In der Kategorie Arbeitswelt gewinnt Stefan Neuber (18) mit der Entwicklung eines "virtuellen Fitnesstrainings" den Preis von "Jugend forscht". Den Ersten Platz bei "Schüler experimentieren" belegt Felix Neuber (12) mit einer "Seilspring-App", die u.a. den Trainingseffekt von Astronauten unter niedrigen G-Kräften berechnet.


Biologie Im Bereich Biologie überzeugten die Schülerinnen Elisabeth Scholz (11 Jahre), Mara Sirin Hollstein (12 Jahre) und Magdalena Palomino (12 Jahre) die Jury von "Schüler experimentieren" mit ihrer Arbeit "Corona auf der Spur – wen erwischt es als Nächstes?", in der sie die Ausbreitungsdynamik des Sars-Coronavirus-2 am Norbertus-Gymnasium in Magdeburg untersuchten. Den Landessieg in "Jugend forscht" teilten sich Vera Mangova (17) mit der Arbeit "Einflussfaktoren auf die Grenze der sicheren Differenzierung bei Fingerendgliedern" und Pascal Neuber (16) mit "Das ist doch alles Quark! – Eine Untersuchung der Zusammensetzung von Milchprodukten".


Chemie Um Corona, genauer um Corona-Schnelltests ging es auch im Bereich Chemie, wo die 13 und 14 Jahre alten Ben Umann und Lukas Hinrichs vom GutsMuths-Gymnasium in Quedlinburg die den Testkits oftmals beiliegenden Trockenmittel untersuchten. Sie gewannen damit den ersten Preis von "Schüler experimentieren". Der erste Platz bei "Jugend forscht" ging an Tim Großmann (19) für seine Untersuchung der Elektrokatalyse an Kohlenstoffen unter der Überschrift "C-Klasse gibt Gas".


Geo- und Raumwissenschaft Im Bereich Geo- und Raumwissenschaften gewannen Laurin Schmidt und Bruno Loeser (beide 13 Jahre) bei "Schüler experimentieren" mit ihrer Untersuchung "Verdurstet der Wald – Teil 2". Vanessa Guthier (18 Jahre) belegte den ersten Platz von "Jugend forscht" mit ihrer Studie von Sternenhaufen als Quelle von Gammastrahlung.


Mathematik/Informatik Oskar Maas (11) und Ole Mewes (11) belegen den ersten Platz bei "Schüler experimentieren" mit ihrer "Farb-Lego-Sortiermaschine" und Eric Oliver Schmidt (19) wird Landessieger bei "Jugend forscht" mit seiner "Simulation falscher Erinnerungen in Suchanfragen".


Physik Anne Marie Bobes (15) wird Landessiegerin bei "Jugend forscht" mit ihrer "Optimierung der Oberflächenprofile von Helix-Rotoren für Stand-Alone-Straßenlaternen". Bobes setzt damit ihre Arbeit an Straßenlaternen fort, die den Strom für ihr Licht durch Windkraft selbst gewinnen können.


Technik Lea-Sophie Bathge (13) und Klara Schultze (14) gewinnen bei "Schüler experimentieren" mit "Die wassersparende Toilette". Chris Julian Erdmann (19) und Finja Alpert (17) werden Landessieger von "Jugend forscht" mit den "Bilanzoptimierenden Photovoltaik-Raffstores".

Gewinner Thüringen

Bei der Siegerehrung am 1. April 2022 wurden 14 Projekte als Erstplatzierte in den jeweiligen Fachgebieten und alle weiteren Preisträger geehrt (siehe Link). Bewertet wurden die Projekte von einer Jury, die sich aus Vertretern von Thüringer Schulen und Hochschulen, Unternehmen und Instituten zusammensetzt. Hier können Sie die Listen mit allen Gewinnern einsehen.

"Jugend forscht" Landesfinale Thüringen

v.l.n.r.: Dr. Sven Günther, Vorstand STIFT, Maria Koller, JENOPTIK AG, Vice President Human Resources, MDR WISSEN Moderatorin Daniela Schmidt, Landeswettbewerbsleiter Jugend forscht Rüdiger Eisenbrand, Landeswettbewerbsleiterin Schüler experimentieren Dr. Uta Purgahn
v.l.n.r.: Dr. Sven Günther, Vorstand STIFT, Maria Koller, JENOPTIK AG, Vice President Human Resources, MDR WISSEN Moderatorin Daniela Schmidt, Landeswettbewerbsleiter Jugend forscht Rüdiger Eisenbrand, Landeswettbewerbsleiterin Schüler experimentieren Dr. Uta Purgahn Bildrechte: MDR/Tobias Thiergen
v.l.n.r.: Dr. Sven Günther, Vorstand STIFT, Maria Koller, JENOPTIK AG, Vice President Human Resources, MDR WISSEN Moderatorin Daniela Schmidt, Landeswettbewerbsleiter Jugend forscht Rüdiger Eisenbrand, Landeswettbewerbsleiterin Schüler experimentieren Dr. Uta Purgahn
v.l.n.r.: Dr. Sven Günther, Vorstand STIFT, Maria Koller, JENOPTIK AG, Vice President Human Resources, MDR WISSEN Moderatorin Daniela Schmidt, Landeswettbewerbsleiter Jugend forscht Rüdiger Eisenbrand, Landeswettbewerbsleiterin Schüler experimentieren Dr. Uta Purgahn Bildrechte: MDR/Tobias Thiergen
Thüringer Minister für Bildung, Jugend und Sport Helmut Holter
Thüringer Minister für Bildung, Jugend und Sport Helmut Holter Bildrechte: MDR/Tobias Thiergen
Daniela Schmidt mit Digitalzauberer Andreas Axmann
Daniela Schmidt mit Digitalzauberer Andreas Axmann Bildrechte: MDR/Tobias Thiergen
Digitale Verkündung der Preise
Digitale Verkündung der Preise Bildrechte: MDR/Tobias Thiergen
Die MDR-Regie bei der Arbeit
Die MDR-Regie bei der Arbeit Bildrechte: MDR/Tobias Thiergen
Alle (5) Bilder anzeigen

Die Gewinner des Landeswettbewerbs Jugend forscht qualifizierten sich damit für das 57. Bundesfinale vom 26. bis 29. Mai 2022 in Lübeck.

MDR WISSEN hat die Landesausscheide aus Jena und Halle auf Youtube übetragen und prsäentiert auch den Livestream aus Dresden.

Termin in Sachsen

  • 9. April: Dresden, Gymnasium Bürgerwiese, 18:00

Durchs Programm führte Moderatorin und Podcasterin Daniela Schmidt, die für MDR WISSEN alle zwei Wochen in eine neue Challenge startet und sich dafür Input von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern holt. Und wer weiß, vielleicht trifft sie bei den "Jugend forscht"-Veranstaltungen schon jetzt die Expertinnen und Experten von morgen. Für ihren Podcast hat die Journalistin übrigens auch schon mal getestet, wie sie es angehen müsste, wenn sie selbst Wissenschaftlerin werden wollte.

In Sachsen liegt die Latte für die jungen Forscherinnen und Forscher besonders hoch. 2021 hatte nämlich der Leipziger Abiturient Nikola Ristic den ersten Platz im Fachgebiet Chemie geholt. Er überzeugte die Jury mit einem optimierten Computerprogramm zur Berechnung und Sichtbarmachung von Dichte und innerer Struktur von Molekülen und deren Hohlräumen. Ein Projekt, an dem der Schüler allerdings insgesamt zwei Jahre gearbeitet hatte. Etwa 500 Stunden Arbeit stecken insgesamt dahinter, sagte er später im Gespräch mit MDR WISSEN.

(lfw)

1 Kommentar

Denkschnecke vor 18 Wochen

Herzlichen Glückwunsch allen! Ihr macht Hoffnung, dass wir an den Unis auch weiter interessierte Studierende bekommen und zu guten Wissenschaftler:innen machen können.
Bleibt weiter neugierig, pingelig, und fragt hartnäckig nach, was Ihr nicht versteht!