Teleskop-Aufnahme des Gasplaneten Jupiter.
Bildrechte: D. Peach/Chilescope team

Astronomie Jupiter strahlt am Nachthimmel

Er ist der größte Planet unseres Sonnensystems: Der Jupiter ist ein echter Gasriese. In den kommenden Tagen lässt sich der Gigant von der Erde aus mit bloßem Auge beobachten. Er wird das hellste Gestirn am Nachthimmel sein, bis am Morgenhimmel dann die Venus im Osten erscheint. Denn der Jupiter ist der Erde auf seiner Umlaufbahn gerade am nächsten: in 666 Millionen Kilometer Entfernung.

Teleskop-Aufnahme des Gasplaneten Jupiter.
Bildrechte: D. Peach/Chilescope team

Wenn die Sonne in den nächsten Tagen am Horizont versinkt, wird der Jupiter am Osthimmel als strahlend heller Lichtpunkt in die Höhe steigen.

Der Riesenplanet wird im Südosten erscheinen, um Mitternacht seine höchste Position über dem Südhorizont erreichen und morgens im Südwesten wieder verschwinden. Mit dem Fernglas lassen sich sogar die größten Monde des Jupiter - Io, Europa, Ganymed und Kallisto - erspähen.

Besonders hell wird er am Freitag zu sehen sein, denn dann geht er bei Sonnenuntergang auf und bei Sonnenaufgang wieder unter. Das heißt, er steht der Sonne direkt gegenüber. Astronomen nennen das eine "Opposition". Vereinfacht gesagt, überholt die Erde ihn derzeit auf ihrer Umlaufbahn, da der Jupiter für einen Umlauf länger braucht. Bei diesem Überholvorgang ist die Erde dem Jupiter besonders nah: Bis auf 666 Millionen Kilometer nähert sich uns der Gasriese. Ein besondere Konstellation gibt es auch in der kommenden Woche: Am Dienstag ist der Jupiter ganz in der Nähe des Vollmonds zu sehen.

Gute Sicht auf ISS

Teleskop-Aufnahme vom Vorbeiflug der ISS am Vollmond.
Spektakuläre Fotografie: die ISS vorm Vollmond. Bildrechte: ESA

Neben dem Jupiter gibt es ein weiteres Highlight am Nachthimmel: Die internationale Raumstation ISS wird über Europa zu sehen sein. Die zieht zwar auch sonst mehrmals täglich über uns hinweg, ist aber nur zu sehen, wenn es am Boden dunkel ist und sie in gleichzeitig von der Sonne angestrahlt wird.

Die Raumstation reflektiert sehr viel Sonnenlicht, weil sie fast so groß ist wie ein Fußballplatz. Deshalb erscheint sie heller als alle Sterne und Planeten am Nachthimmel. Wenn sie zu sehen ist, taucht sie für etwa fünf Minuten auf und zieht als gleichmäßig leuchtender Lichtpunkt von West nach Ost. Wenn das Licht plötzlich verschwindet ist die ISS wieder in den Erdschatten eingetreten. Zurzeit halten sich sechs Menschen auf der Raumstation auf - darunter auch der französische ESA-Astronaut Thomas Pesquet. Drei von ihnen bereiten sich gerade auf die Rückkehr zur Erde vor. An Bord der Sojus-Kapsel, die am Montagmittag landen soll, befinden sich die Russen Andrej Borissenko und Sergej Ryschikow sowie der US-Amerikaner Shane Kimbrough. Sie haben etwa ein halbes Jahr in der Schwerelosigkeit geforscht.

Sichtbare Überflüge der ISS über Mitteldeutschland (Quelle: NASA)
Datum Beginn Dauer Sichtbarkeit
Donnerstag, 6. April 2017 21:10:14 MESZ 00:05:04 sehr gut
  22:46:49 MESZ 00:01:09 mittelmäßig
Freitag, 7. April 2017 20:18:01 MESZ 00:06:25 sehr gut
  21:54:32 MESZ 00:03:16 gut
Samstag, 8. April 2017 21:02:17 MESZ 00:05:21 sehr gut
  22:39:13 MESZ 00:01:04 mittelmäßig
Sonntag, 9. April 2017 21:46:40 MESZ 00:03:26 mittelmäßig
Montag, 10 April 2017 20:54:15 MESZ 00:05:40 gut
Dienstag, 11. April 2017 21:39:01 MESZ 00:03:23 mittelmäßig
Mittwoch, 12. April 2017 20:46:15 MESZ 00:05:17 mittelmäßig

Aufnahme von Europa bei Nacht von ESA-Astronaut Alexander Gerst aus der Internationalen Raumstation ISS.
Blick aus der ISS: So sieht Europa bei wolkenlosem Nachthimmel von oben aus. Bildrechte: ESA/NASA

Über dieses Thema berichtet MDR JUMP im Radio | 09.04.2017 | 20:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. September 2017, 11:44 Uhr