Rot-weißes Kätzchen liegt auf Sofa
Bildrechte: imago/Sabine Gudath

Haustiere Bei den Wikingern waren die Katzen kleiner

Dänische Archäologen haben Überreste von Katzen untersucht, darunter über 1000 Jahre alte Knochen. Überraschende Erkenntnis: Die Körper der Tiere sind im Lauf ihrer Domestizierung deutlich größer geworden.

Rot-weißes Kätzchen liegt auf Sofa
Bildrechte: imago/Sabine Gudath

Es war eine ziemliche Fleißarbeit, die sich die Archäo-Zoologen vorgenommen hatten: Sie durchsuchten Fundsammlungen von Ausgrabungen überall aus Dänemark nach den Überresten von Haustierkatzen – und wurden fündig. Das machte den Vergleich möglich von Katzenknochen aus der Eisenzeit, aus der Epoche der Wikinger und aus dem Mittelalter. Die überraschende Erkenntnis: Im Gegensatz zu anderen Haustieren sind die Katzen im Lauf ihrer Domestizierung offenbar deutlich gewachsen.

Wie das Team im Danish Journal of Archaeology berichtet, sind Hauskatzen heute im Schnitt 16 Prozent größer als zur Zeit von Erik dem Roten und Co. Das ist ungewöhnlich, denn die meisten Tiere werden kleiner, wenn sie Gefährten der Menschen werden. Viele Hunde beispielsweise sind etwa 25 Prozent kleiner als der Grauwolf, ihr nächster Verwandter im Reich der Wildtiere.

Gemeinsamer Vorfahr der heutigen Hauskatzen ist die nahöstliche Wildkatze (Felis silvestris lybica), die immer noch durch die Wüsten Arabiens streift. Nach bisherigem Kenntnisstand waren es die Ägypter, die mit der Zucht der heutigen Katzen und ihrer Persönlichkeiten begannen. Aber auch die frühen Europäer hielten die Tiere bereits: Die Wissenschaftler fanden ein Amulett aus einem Katzenknochen, das aus der Zeit um 200 nach Christus stammt.

Möglicherweise hielten sie Katzen aus den gleichen Gründen wie die späteren Wikinger: Um die Ratten und damit Krankheiten im Zaum zu halten und später das wärmende Fell zu nutzen.

Die Forscher vermuten, dass es vor allem die regelmäßige Versorgung mit Futter ist, die die Katzen wachsen ließ.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Tierisch Tierisch | 05. Dezember 2018 | 19:50 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. Dezember 2018, 16:12 Uhr