Corona Studie: Kinder geimpfter Eltern seltener wegen Covid-19 im Krankenhaus

Unter 5-jährige Kinder mussten mit Covid-19 häufiger ins Krankenhaus, wenn ihre Eltern nicht geimpft waren. Laut Daten aus Frankreich galt das vor allem während Delta, teilweise aber auch für Omikron.

Kleinkind mit Covid-19 in einem Münchner Krankenhaus im Frühjahr 20202.
Ein Baby wird wegen Corona in einem Krankenhaus behandelt. Bildrechte: imago images/Cavan Images

  • Kleine Kinder unter fünf Jahren hatten ein höheres Risiko, mit Covid-19 in eine Klinik zu kommen, wenn ihre Eltern nicht geimpft waren
  • Gilt vor allem für die Zeit vor der Zulassung einer Impfung für unter 5-Jährige
  • Limitationen: Relativ kleine Zahl von Fällen, viele demografische Merkmale unbekannt

Kinder erkranken zwar deutlich seltener schwer an Covid-19 als Erwachsene und vor allem Senioren. Einige der jüngsten Infizierten mussten während der Pandemie aber trotzdem in Krankenhäusern behandelt werden. Vor allem während der Omikronwelle, die in Frankreich bereits im Dezember 2021 begann, habe es eine starke Zunahme von Klinikeinweisungen von Kindern unter fünf Jahren gegeben, für die es zu diesem Zeitpunkt noch keinen zugelassenen Impfstoff gab, schreibt ein Team von Forschenden um den Kinderarzt François Angoulvant von der Universitätsklinik Lausanne in der Schweiz.

Angoulvant und Kollegen wollten daher wissen, ob der Impfstatus der Eltern einen Einfluss auf das Risiko der Kinder hatte, mit Corona in eine Klinik zu müssen. Über die Ergebnisse berichten die Wissenschaftler im Fachblatt JAMA Network Open.

Hohe Impfquote bei französischen Erwachsenen – trotzdem ungeimpfte Eltern

Für ihre statistische Analyse konnten die Forscher auf Daten einer Beobachtungsstudie zurückgreifen. Bei der Untersuchung wurden alle Kinder erfasst, die mit Covid-19 in einer französischen Klinik behandelt wurden. In die vorliegenden Studie wurden alle Kinder eingeschlossen, bei denen der Impfstatus der Eltern bekannt war. Insgesamt fanden die Forschenden so 163 Fälle von Kindern unter fünf Jahren, die mit Corona in einem Krankenhaus waren.

63 Kinder wurden während der Dominanz der Deltavariante von Sars-CoV-2 eingeliefert, fünf während des Übergangs zu Omikron und 94 in den ersten Monaten der Omikronwelle. Obwohl die Impfquote unter den über 18-jährigen Erwachsenen in Frankreich seit Februar 2022 bei 92 Prozent liegt, fanden die Forschenden durchaus Kinder, deren Eltern noch nicht geimpft waren.

Kinder ungeimpfter Eltern: Auch während Omikron erhöhtes Risiko schwerer Covid-Verläufe

Bei der statistischen Analyse zeigte sich, dass das Risiko einer Klinikeinweisung von Kindern mit geimpften Eltern nur drei Prozent des Risikos betrug, das Kinder ungeimpfter Eltern hatten. Während Omikron stieg dieses Risiko auf 21 Prozent. Die Forschenden vermuten, dass der Zusammenhang hier weniger klar war, weil die ansteckendere Omikron-Variante einen Teil des Impfschutzes aushebeln kann. Trotzdem sei der Effekt deutlich gewesen, schreiben die Autoren.

Einschränkend muss zu der Studie gesagt werden, dass die Zahl der betrachteten Fälle mit 163 relativ gering war. Zudem seien in den Daten der Studie keine Informationen darüber enthalten gewesen, ob Ansteckungen zuhause oder an öffentlichen Orten passiert waren, ob es Geschwister in den Familien gab oder ob die Eltern bereits eine Booster-Impfung erhalten hatten. All diese Faktoren könnten Einfluss auf das Risiko gehabt haben, dass Kinder mit Corona in Kliniken behandelt werden müssen.

(ens)