Winter 2007 Enorme Schäden durch "Kyrill"

Fläche die nach dem Sturm Kyrill mit Bergulmen aufgeforstet wurde
Fläche die nach dem Sturm Kyrill mit Bergulmen aufgeforstet wurde Bildrechte: IMAGO

Gestrichene Flüge, durch umgefallene Bäume versperrte Bahnstrecken und Straßen, Stromausfälle und insgesamt 47 Todesopfer: Der Orkan "Kyrill" richtete am 18. und 19. Januar 2007 schwere Schäden an. Er erreichte Windgeschwindigkeiten von bis zu 225 Kilometern pro Stunde.

Der staatliche Forstbetrieb Thüringen Forst stellte in seinen Wäldern die größten Schäden seit der Nachkriegszeit fest. Zahlreiche Flächen im thüringischen Südharz, im Thüringer Wald und im Ostthüringer Schiefergebirge wurden vom Sturm schwer getroffen, danach machten sich Borkenkäfer über geschwächte Bäume her.

Insgesamt verlor der Betrieb auf diese Weise 3 Millionen Festmeter Holz. "Kein Schadensereignis hat seither nur annähernd dieses Ausmaß erreicht, das gilt auch für das extreme Hitze- und Trockenjahr 2018", sagt Horst Sproßmann, Sprecher von Thüringen Forst.

Angesichts der aktuellen Klimaprojektionen rechnet Thüringen Forst damit, dass die Gefahren für die Wälder größer werden. Wärmere und nassere Winter, heißere, trockenere und längere Sommer bedeuten für viele Bäume großen Stress. Zudem steigt das Risiko extremer Ereignisse wie "Kyrill".

Um die Wälder widerstandsfähiger zu machen, werden vor allem neue Laubbäume angepflanzt. Sie wurzeln tiefer und stehen bei Stürmen sicherer. So soll der Anteil der Nadelbäume auf maximal 80 Prozent reduziert werden. Zudem sollen hier Weißtannen und Lerchen die Fichten und Kiefern ergänzen. Vor allem in höheren Lagen wird der Waldumbau vorangetrieben da hier die Gefahr von Sturmschäden am größten ist.

Mit Partnern testet Thüringen Forst den Anbau von Baumarten aus heißeren und trockeneren Gegenden. Darunter sind etwa die Libanon-Zeder, die Türkische Tanne, die Orient-Buche und die Hemlock-Tanne.