Gemüse und Fleisch wird in einem Wok zubereitet. Dampf steigt aus dem Wok.
Bildrechte: imago/Frank Sorge

Arbeitsplatzgesundheit Berufsköchen droht Bronchitis

Berufsköche könnten durch ihren Arbeitsplatz gesundheitliche Probleme bekommen. Das hat ein norwegischer Wissenschaftler herausgefunden. Gurken schnippeln statt Fleisch zu braten könnte Abhilfe schaffen.

Gemüse und Fleisch wird in einem Wok zubereitet. Dampf steigt aus dem Wok.
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Kochen gilt gemeinhin als sinnliche und ausgleichende Beschäftigung. Und ist jeder Schreibtischtätigkeit vorzuziehen. Wohl denen, die beruflich am Herd stehen. Der norwegische Arzt Sindre Rabben Svedahl hat in seiner Doktorarbeit nun aber herausgefunden: Wer die Hälfte des Tages am Herd steht und Lebensmittel brät, schadet nachweislich der Gesundheit.

Zusammenhang zwischen Grill und Bronchitis

Von 900 befragten Köchen berichteten rund 17 Prozent von Atembeschweden bei der Arbeit, über ein Viertel davon täglich. Durch das Einatmen der Dämpfe würde das Risiko für chronische Bronchitis um den Faktor 2,5 erhöht. Die Symptome ließen aber nach, wenn die Befragten nicht mehr am Grill standen. Für Svedahl ist das ein Zeichen, dass die Beschwerden und der Arbeitsplatz auch wirklich zusammenhängen.

Chronische Bronchitis Chronische Bronchitis ist eine anhaltende Bronchitis mit Husten und Schleimproduktion, die in vielen Fällen Rauchen als Ursache hat. Zu den weiteren Ursachen zählen neblig-kaltes Klima und Luftverschmutzung.

Asthma durch Reizstoffe und Allergene im Dampf

Dennis Nowak vom Institut und Poliklinik für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin in München sagte der Deutschen Presseagentur, dass Atembeschwerden auch bei Köchen in Deutschland Realität seien: "Ich habe Köche mit Mehl-Asthma, Fisch-Asthma, Meeresfrüchte-Asthma, Spinat-Asthma, Karotten-Asthma erlebt. Wenn Meidung nicht reichte, ging das bis zur Umschulung bei Berufskrankheit." Grund seien Reizstoffe und Allergene in den Dämpfen. Um Beschwerden zu verhindern gebe es entsprechende Präventionsprogramme, so Nowak. Zusätzlich sei eine gute Arbeitsumgebung wichtig, zum Beispiel mit einer entsprechenden Absauganlage und vernünftigen Schichtplänen.

Privates Kochen unbedenklich

Im Übrigen: Nicht die Atembeschwerden seien dafür verantwortlich, dass Köche ihren Beruf an den Nagel hängen, sondern andere Probleme. Dazu zählten Muskel- und Skelettbeschwerden und schlechte Arbeitsbedingungen. Und: Es gibt Entwarnung für alle Hobby- und Alltagsköche. Privates Kochen sei unbedenklich. Und damit der sinnliche Ausgleich gerettet.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Hauptsache Gesund | 22. November 2018 | 21:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. Januar 2019, 12:23 Uhr