Krank steht auf einem Kalenderblatt
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Vorbeugen statt Rücken Krankenstand 2016 in Sachsen und Thüringen stabil

Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Krankmeldungen in Sachsen und Thüringen erstmals nicht gestiegen. Das ist das Ergebnis des AOK Plus-Gesundheitsberichtes, der heute in Dresden veröffentlicht wurde. Dass Vorbeugen besser als heilen ist, wissen wir. Doch oft fällt es schwer, den "inneren Schweinehund" zu überwinden. Genau da versucht die Krankenkasse anzusetzen. Der Erfolg lässt sich an den aktuellen Zahlen ablesen.

Krank steht auf einem Kalenderblatt
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In Sachsen ist der Krankenstand mit 5,3 Prozent stabil geblieben und zieht mit dem Bundesdurchschnitt von ebenfalls 5,3 Prozent gleich. Auch die Thüringer hielten mit 5,8 Prozent ihr Vorjahresniveau, lagen damit aber erneut über dem gesamtdeutschen Durchschnitt. Das ist ein positiver Trend, aber noch immer fällt in Sachsen jeder AOK-versicherte Arbeitnehmer 19,5 Kalendertage aus, in Thüringen sind es 21,2.

Die meisten Ausfalltage wurden in beiden Bundesländern durch Muskel- und Skeletterkrankungen verursacht, gefolgt von Atemwegserkrankungen, Verletzungen und psychischen Erkrankungen. Öffentliche Verwaltung und Sozialversicherungen sind in Thüringen und Sachsen am stärksten betroffen, Banken und Versicherungen haben sowohl hier als auch dort die niedrigsten Werte. Dr. Stefan Knupfer, Vorstand der AOK PLUS sieht die Gründe für den Erfolg vor allem im Programm "Vorbeugen statt Heilen". Seit 2015 sind die Krankenkassen durch das sogenannte Präventionsgesetz dazu verpflichtet, mehr in Gesundheitsförderung und Prävention zu investieren.

Wir haben im Jahr 2016 rund 37 Millionen Euro für Prävention und Gesundheitsförderung ausgegeben. Das ist mehr als je zuvor. 2015 waren es zum Beispiel 29 Mio Euro.

Dr. Stefan Knupfer, Vorstand der AOK PLUS

Rücken und Psyche

Stabile Krankenstände hatte auch die Techniker Krankenkasse TK für 2016 gemeldet. Dort gab es sogar einen leichten Rückgang von 4,23 auf 4,18 Prozent der Kranken unter den Versicherten. Die Zahlen der Ausfalltage unterschieden sich jedoch zum Teil erheblich von denen der AOK. Für Sachsen errechnete die TK 15.5, für Thüringen 17,8 und für Sachsen-Anhalt 18,8 Fehltage. Damit liegt Sachsen-Anhalt hinter Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern auf Platz drei im TK-Bundesvergleich.

Auch bei der DAK gab es 2016 einen Rückgang der Krankschreibungen von 4,1 auf 3,9 Prozent. Im Osten wurden jedoch über ein Viertel mehr Fehltage dokumentiert als im Westen. Beide Krankenkassen - DAK und TK - erfassten wie die AOK Muskel- und Skeletterkrankungen als Hauptursache der Krankmeldungen, die meisten davon Rückenleiden. Allerdings meldete die DAK einen besonderen Zuwachs bei psychischen Erkrankungen. Mit rund 246 Fehltagen je 100 Versicherte waren Seelenleiden 2016 auf dem Höchststand. Die Zahl der Fehltage habe sich damit laut DAK in den letzten 20 Jahren mehr als verdreifacht.

Über dieses Thema berichtet der MDR MDR THÜRINGEN - Das Radio | 12.04.2017 | ab 18:00 Uhr
MDR THÜRINGEN JOURNAL | 12.04.2017 | ab 19 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. September 2017, 11:51 Uhr