Blutsauger Juckreiz-Teufel: Kriebelmücken stechen nicht, sie beißen

Kleines Tier, kleiner Biss, große Schwellung: Mit den Bissen der Kriebelmücke ist nicht zu spaßen. Die in Deutschland heimische Gnitzenart kann Menschen üble Schäden zufügen, wenn sie Blut für ihre Eier saugt.

Kriebelmücke
Krieblmücken erinnern äußerlich eher an kleine Fliegen, als an Stechmücken. Bildrechte: imago/blickwinkel

Erst juckt es nur sehr stark. Wer dann aber kratzt, kann sich mitunter rasch über große Schwellungen wundern. Aus einem wenige Millimeter großen Fleck wird dann manchmal ein handgroßes Hämatom, das dunkelrot bis blau schimmert. Im schlimmsten Fall kommt es zur Blutvergiftung. Die Reaktionen des Körpers auf den Biss einer Kriebelmücke können also heftig ausfallen.

Dabei sehen Kriebelmücken eher nicht wie Steckmücken aus. Stattdessen erinnern sie mehr an kleine Fliegen. Sie sind nur wenige Millimeter groß, haben einen eher gedrungenen Körperbau und nur einen kleinen Saugrüssel. Mit dem ernähren sie sich normalerweise von Blütennektar, vorzugsweise auf Weiden oder von Efeu. Die Weibchen allerdings brauchen die in Blut enthaltenen Eiweiße, um daraus ihre Eier zu bilden. Dazu greifen sie Säugetiere an, mit Vorliebe Weidetiere wie Pferde und Kühe. Aber auch die Menschen dienen als Blutlieferanten.

Mücken: Fiese, kleine Stecher

Gemeine Stechmücke, Ringelmücke, Trauermücke, Kriebelmücke - welche Mücken sind da draußen unterwegs und piesacken uns? Hier eine Galerie ausgewählter Plagegeister.

Gemeine Hausmücke .
Die Gemeine Stechmücke - der Name sagt alles. Ihr Summen hören wir am häufigsten in unseren Wohnungen und Häusern, wo sie das ganze Jahr zu finden ist. Der Stich ist klein, das Jucken meist groß. Die Weibchen stechen übrigens nur, weil sie Stoffe aus unserem Blut zur Eiablage brauchen. Sie ernähren sich von Pflanzensäften. Bildrechte: imago/blickwinkel
Gemeine Hausmücke .
Die Gemeine Stechmücke - der Name sagt alles. Ihr Summen hören wir am häufigsten in unseren Wohnungen und Häusern, wo sie das ganze Jahr zu finden ist. Der Stich ist klein, das Jucken meist groß. Die Weibchen stechen übrigens nur, weil sie Stoffe aus unserem Blut zur Eiablage brauchen. Sie ernähren sich von Pflanzensäften. Bildrechte: imago/blickwinkel
Kriebelmücke
Die Kriebelmücke - Biologen unterscheiden 50 verschiedene Arten in Deutschland. Ihre Weibchen sind Blutsauger. Aber sie lieben Rinder. Bildrechte: IMAGO
Ringelmücke
Große Hausmücke, Ringelmücke auch Ringelschnake. Über einen Zentimeter groß und das ganze Jahr aktiv. Hinterlässt beim Stechen oft auch Entzündungen. Bildrechte: IMAGO
 Buschmücke
Die Asiatische Buschmücke ist erst seit 20 Jahren bei uns zu finden. Sie gilt auch als Überträger verschiedener Krankheiten, wie etwa des West-Nil-Virus'. Bildrechte: IMAGO
Eine Trauermücke auf einer Margerite
Die Trauermücke ist völlig ungefährlich für Menschen, aber enorm lästig, denn die Larven fressen bevorzugt Pflanzenwurzeln. Bildrechte: IMAGO
Asiatische Tigermücke
Tigermoskito wird die Asisatische Tigermücke gelegentlich auch genannt. Sie ist tagaktiv, sehr stechfreudig und überträgt in den Tropen verschiedene Viren. Dafür ist es bei uns (noch) zu kalt. Bildrechte: IMAGO
Wintermuecke
Wintermücken sind unempfindlich gegen Kälte und können gut im Winter und in Höhenlagen überleben. Sie stechen nicht und sind für Menschen völlig ungefährlich. Bildrechte: IMAGO
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Die Haut wird aufgesägt

Anders als gewöhnliche Steckmücken stechen sie mit ihrem Rüssel nicht direkt in kleine Adern. Kriebelmücken sägen stattdessen mit ihren Mundwerkzeugen eine kleine Wunde in die Haut und saugen das austretende Blut auf. Die Hautverletzungen sind dabei größer, als bei Mückenstichen. Die Kriebelmücken hinterlassen auch deutlich mehr Blutgerinnungshemmer und Histamin, den Stoff, der meist einen starken Juckreiz auslöst.

Aktiv sind Kiebelmücken vor allem in den Morgen- und Abendstunden. Sie paaren sich in Schwärmen gerne in der Nähe von dunklen Gegenständen, etwa im Schatten von Bäumen. Und sie lieben fließende Gewässer in der Nähe, weil sie dort ihre Eier ablegen. Die Larven haften dann an Wurzeln oder Steinen am Boden des Gewässers an und ernähren sich dort von Algen und anderen Kleinstlebewesen. Auch die Larven selbst sind Beute. Verschwinden ihre Jäger aber, können sie sich ungehindert ausbreiten.

Dass sie in Mitteldeutschland immer häufiger vorkommen, ist auch ein Nebeneffekt einer ansonsten erfreulichen Entwicklung: Die Wasserqualität hat sich in vielen Flüssen stark verbessert und auch die Kriebelmücke fühlt sich deshalb immer wohler.

Was tun nach dem Biss?

"Trotz quälenden Juckreizes nicht kratzen!" schreibt das Landesumweltamt Brandenburg in einer Broschüre (hier als pdf). Das Bundesland hat an der Oder ein Kriebelmückenproblem. "Die Wunde kann sich gefährlich entzünden. Juckreizstillende Salben und das Kühlen der betroffenen Hautstellen helfen, die Beschwerden zu lindern und Entzündungen zu vermeiden." Und falls das nicht hilft, dann sollten Sie zum Arzt gehen.

(ens)

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