Weltlachtag Ist Lachen die beste Medizin?

Kinder tun es bis zu 400 Mal am Tag, Erwachsene nur 15 Mal. Dabei gibt es viele Studien, die belegen, dass es nicht nur der Seele, sondern auch dem Körper so guttut, dass es sogar als Therapie infrage kommt.

Lachendes Kind auf der Wiese
Lachen ist gesund, sagt der Volksmund. Was ist wirklich dran? Bildrechte: Colourbox.de

Ein Ratgeberartikel anlässlich des Weltlachtags am 1. Mai 2018 brachte die Jenaer Medizinstudentin Katharina Stiwi auf die Idee, der Frage nachzugehen: "Ist Lachen wirklich gesund?" Gemeinsam mit der Psychologin Dr. Jenny Rosendahl wertete sie dafür 45 Studien aus 14 Ländern aus, in denen Formen der Lachtherapie für verschiedene Patientengruppen untersucht worden waren. Die insgesamt 2.500 Teilnehmer hatten körperliche oder psychische Gesundheitsprobleme wie Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen oder Depressionen. Auch Krebspatienten während einer Chemotherapie und smartphonesüchtige Schüler waren dabei. Sie alle waren zufällig in Lachinterventions- und Vergleichsgruppen eingeteilt worden. Das Ergebnis der Untersuchung: Ihnen allen hat die Lachtherapie geholfen.

Wie wirkt die Lachtherapie?

Diese Frage ist noch nicht beantwortet, dafür bedarf es weiterer Forschungen. Aber was sie bewirkt, dass konnten die Studien zeigen: Das Lachen beeinflusst physiologische Parameter wie Blutzuckerspiegel, Blutdruck oder Entzündungsmarker positiv, lindert Schmerzen und erhöht die Beweglichkeit. Im Hinblick auf das psychische Befinden beeinflusst es unter anderem Depressivität, Ängstlichkeit und Stress positiv.

Clowns in der Geriatrie
Praxistest für die Lachtherapie in der Geriatrie der Uniklinik Jena Bildrechte: Anna Schroll/UKJ

Lachen ist nicht gleich Lachen

Spontanes Lachen, zum Beispiel als Reaktion auf eine lustige Szene im Film, erzielt einen geringeren Effekt als angeleitetes, simuliertes Lachen wie beim Lachyoga. Unterschiede in der Wirksamkeit zeigten sich auch im Hinblick darauf, ob man allein lacht oder in der Gruppe, zumindest in der Therapiesituation. Gemeinsames Lachen hatte in den Studien die Nase vorn. Auch das Alter der Teilnehmer spielte eine Rolle: Je jünger sie waren, desto erfolgreicher die Therapie.

Wirkungsweise und mögliche Nebenwirkungen sind noch nicht erforscht

Trotz dieser hoffnungsstiftenden Tendenz sehen die Wissenschaftlerinnen weiteren Forschungsbedarf, bevor sie Lachtherapien allgemein empfehlen würden. Bislang seien die genauen Wirkmechanismen und auch die Nebenwirkungen kaum dokumentiert. Außerdem zeigte die große Vielfalt der zugrundeliegenden Studien zwar einerseits die Wirksamkeit der Lachtherapie, lasse aber gerade deshalb keine konkreten Schlüsse für einzelne Patientengruppen zu, so Psychologin Jenny Rosendahl. Es bleibt also die Frage offen: Welche Form der Lachtherapie hilft gegen welche Art von Beschwerden? Dazu müssten weitere Untersuchungen die Wirksamkeit des therapeutischen Lachens differenziert für bestimmte Anwendungsgebiete testen und die Wirkungsweise der verschiedenen Interventionsformen erforscht werden.

Links/Studien

Die Studie der Uni Jena "Efficacy of laughter-inducing interventions in patients with somatic or mental health problems: A systematic review and meta-analysis of randomized-controlled trials" lesen Sie hier im Original.

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