Sport-Studie Wo Lauf-Amateure den Profis davonlaufen

Profiläufer brauchen für einen Marathon gut zwei Stunden. Freizeitsportler beenden den langen Kanten nach vier bis viereinhalb Stunden. Schneller zu werden ist im Laufsegment um so schwieriger, je mehr Profi man ist. Jetzt gibt es eine gute Nachricht für Freizeitläufer, die für die Laufevents im Frühsommer trainieren: Ihre Finish-Zeiten lassen sich mit Profi-Equipment und Ernährung einfacher verbessern als bei Profiläufern.

Die Saison der Laufevents rückt rasant näher: Ob vor Sonnenaufgang, auf dem Weg zur Arbeit oder beim abendlichen Spaziergang: Überall Freizeit- und Profisportler, die für regionale Laufveranstaltungen trainieren. Die einen wollen nur durchkommen, die anderen allen anderen davonlaufen oder einfach nur ihre Zeit verbessern. In Sachen Zeitverbessern haben die Freizeitsportler die Nase vorn: je professioneller ihre Ausrüstung und ihre Ernährung, um so leichter können sie ihre Finish-Zeiten verkürzen - und das viel besser als Profis, wie eine US-Studie  belegt.  

Trugschluss: x-Prozent bessere Ausrüstung machen x-Prozent schneller

Studien-Koautor Wouter Hoogkamer verdeutlicht das: "Lange hatte man geglaubt, es gebe eine direkte Proportionalität - wenn man x Prozent in seine Lauf-Economy steckt, macht das den Läufer entsprechend x Prozent schneller." Genau diesen Zusammenhang haben Hoogkamer und sein Team widerlegt. Dazu nutzten sie Laufband-Studien aus mehreren Jahrzehnten sowie Sauerstoff-Aufnahmegeschwindigkeit und Luftwiderstand. Sie kamen zu folgendem Ergebnis: Bei Amateuren etwa, die rund 10 Kilometer pro Stunde schaffen, würde jedes "Upgrade" wie zum Beispiel bei Laufausrüstung, Ernährung aber auch Rückenwind, die Zeit stark verbessern.

Der lange Kanten - wie lange laufen die Durchschnittsmarathoni? Profiläufer brauchen für einen Marathon gut zwei Stunden. Die Weltrekorde liegen aktuell bei 2:01:39, gehalten vom Kenianer Eliud Kipchoge und 2:15:25, gelaufen 2003 von der Britin Paula Radcliff. Freizeitsportler beenden den langen Kanten nach vier bis viereinhalb Stunden. Schneller zu werden ist im Laufsegment um so schwieriger, je mehr Profi man ist.

Wie sich "Upgrades" bei Profis und Amateuren auswirken

Zum Vergleich: Eine einprozentige Änderung bei Amateurmarathonis in Sachen Ausrüstung oder Ernährung, die beispielsweise nach 4:30 Stunden am Ziel sind, würde sie rechnerisch um 1,17 Prozent schneller machen: auf die Laufzeit gerechnet satte drei Minuten 17. Bei einem Profirenner mit einer Finisherzeit von 2:03 Stunden betrüge der Zeitgewinn nur 0,65 Prozent - umgerechnet 47 Sekunden.   

Die Botschaft der US-Forscher: Für Freizeitsportler gibt es viele Stellschrauben, um schneller zu werden. Profisportlern bringen lauf- oder ernährungstechnische Neuerungen dagegen weniger als Amateuren.

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 04. Juli 2017 | 08:10 Uhr