Sommerserie Laufen: Teil I Wer langsam läuft, nimmt besser ab

Das eigene Gewicht mit Joggen reduzieren ist leicht, wenn man ein paar einfache Regeln beachtet: Nicht zu früh und nicht zu schnell. Andernfalls riskieren Läufer einen Herzinfarkt.

Eine junge Frau joggt durch den Wald
Bildrechte: IMAGO

Der Erfinder des Wortes "Jogging" hieß James Fixx. Der Gute hatte offenbar ein Händchen für Pointen, denn er starb beim Joggen. Vielleicht ist er früh oder am Vormittag gelaufen. Denn früh ist die Wahrscheinlichkeit bei einem Lauf zu sterben höher als am Nachmittag, sagt Professor René Schwesig, Sportwissenschaftler am Universitätsklinikum in Halle. "Man weiß zum Beispiel, dass man in der Zeitspanne von sechs bis zwölf Uhr die höchste Herzinfarktrate hat. Das heißt, wenn ein vorbelasteter Mensch früh einen Lauf macht, dann hat er ein höheres Herzinfarktrisiko als abends."

Aber warum Laufen so viele in der Früh oder am Vormittag? Warum liest man immer wieder, 6:30 Uhr sei die beste Zeit zum Laufen? Es geht vor allem um die Fettverbrennung, denn um diese Zeit hat man in der Regel noch nichts gegessen, sagt Schwesig. "Noch besser wäre eigentlich, ich laufe um zehn Uhr und habe zwei Stunden vorher reichlich getrunken. Dann habe ich den besseren Effekt, als wenn ich ganz früh nach sieben Stunden Schlaf loslaufe und nichts getrunken habe."

Nutzen Sie den "Nachbrenneffekt"

Drei Stunden vor dem Laufen nichts zu essen ist für die Fettverbrennung genauso wichtig, wie in der Stunde nach dem Lauf auf die Banane oder das Brötchen zu verzichten. "Ich habe dann noch einen sehr guten Nachbrenneffekt, weil der Stoffwechsel noch sehr aktiv ist", sagt Schwesig. Aber die Gefahr nach einem Läufchen etwas zu essen, ist ohnehin sehr gering. Beim Sport entstehen Enzyme, die dem Hirn signalisieren: Ich bin satt.

René Schwesig
Sportwissenschaftler René Schwesig Bildrechte: Universitätsklinikum Halle (Saale)

Man hat vielleicht auch schon mal selber den Effekt verspürt, dass man vor dem Lauf ein bisschen hungrig war, läuft dann los und dann setzt so ein Sättigungsgefühl ein. Es ist schon wirklich so, dass man durch das Laufen ein gewisses Sättigungsgefühl generieren kann.

Prof. René Schwesig, Universitätsklinikum Halle

Ganz enstpannt und möglichst lange

Wer schnell läuft, verbrennt mehr Energie als ein geruhsamer Jogger. Wer aber durch das Laufen abnehmen will, der sollte ganz, ganz langsam laufen. "Meistens will man den Fettstoffwechsel anregen und die Fettmasse reduzieren und da ist es eben wichtig, dass ich mit einer niedrigen Intensität möglichst lange laufe, Rad fahre oder schwimme", erklärt der Sportwissenschaftler.

Ein bisschen schneller als gehen sollte es schon sein und vielleicht auch ein bisschen anders aussehen. Denn der Unterschied macht eine Menge aus: Beim Laufen werden 50 Prozent mehr Kalorien verbraucht als beim Gehen.

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN-ANHALT im Radio | 03.07.2017 | 05:40 Uhr

Mehr zum Thema