"Wir segeln auf Sonnenstrahlen" "LightSail 2" - ein Sonnensegel fliegt durch den Orbit

Endlich hat es geklappt. Mit einigen Tagen Verzögerung hat "LightSail 2" sein 32 Quadratmeter großes Sonnensegel aufgestellt. Allein angetrieben von den Lichtteilchen der Sonne fliegt der Satellit nun durch den Orbit.

LightSail 2 mit aufgeklapptem Sonnensegel
Mit aufgeklapptem Sonnensegel fliegt der Satellit "LightSail 2" durch den Orbit. Bildrechte: Josh Spradling / The Planetary Society

Der Kleinsatellit "LightSail 2" hat mit einigen Tagen Verzögerung sein 32 Quadratmeter großes Sonnensegel im Orbit aufgestellt. Wie die US-amerikanische Planetary Society am Dienstag (Ortszeit) mitteilte, wurde das 5,6 mal 5,6 Meter große Segel aus hauchdünnen Reflektorfolien vollständig entfaltet.

Segel erfolgreich aufgestellt

"Segel-Aufstellung vollständig! Wir segeln auf Sonnenstrahlen", twitterte die im kalifornischen Pasadena ansässige nichtstaatliche Organisation, die das "Light Sail 2"-Projekt finanziert. Den Planetary Society-Angaben zufolge wurde das Sonnensegel "innerhalb von 30 Grad seiner erwarteten Ausrichtung" abgewickelt, was als vielversprechendes Zeichen dafür gewertet wurde, dass die Raumsonde der Sonne wie geplant folgt.

Zunächst kein Foto-Download

Allerdings konnte das Projektteam zunächst noch keine Fotos als endgültigen Beweis für die gelungene Operation herunterladen. Die Bandbreite habe dafür nicht ausgereicht, wofür unter anderem die Ausrichtung des Satelliten und die Präsenz seines großen Sonnensegels als Grund angegeben wurden. Erst mit einer Woche Verspätung wurde das Beweisfoto geliefert: Lightsail2 ist entfaltet und segelt auf Licht.

Strahlungsdruck als Antriebskraft

Das "LightSail 2"-Projekt soll beweisen, dass das Konzept des Sonnensegels, bei dem allein der Strahlungsdruck des Sonnenlichtes als Antriebskraft genutzt wird, funktioniert.

Karibik von Satellit LightSail 2 aus gesehen
Die Karibik von "LightSail 2" aus fotografiert. Bildrechte: The Planetary Society

Das geöffnete Segel von "LightSail 2" soll dabei zunächst ermöglichen, dass die Raumsonde mithilfe der Lichtteilchen, also der Photonen, der Sonne auf den Höhepunkt ihrer geplanten Umlaufbahn gedrückt wird. Später soll die Reisehöhe auf die gleiche Weise wieder reduziert und die Sonde in die Atmosphäre gelenkt werden.

Sollte dies gelingen, wäre das die erste Demonstration dafür, dass ein Antrieb per Strahlungsdruck im Weltraum funktionieren kann. Das gesamte Manöver könnte einen Monat dauern. Ein Verlassen der Erdumlaufbahn ist in dem aktuellen Versuch nicht vorgesehen. In der Zukunft könnten Sonnensegel aber eine sparsame Antriebsvariante für Missionen in unsere Nachbargalaxien sein.

Projekt mit Verzögerungen

Start einer SpaceX Falcon Heavy-rakete mit LightSail 2-Satelliten vom Kennedy Space Center.
Start der Falcon Heavy-Rakete, die "LightSail 2" am 25. Juni in den Weltraum transportierte. Bildrechte: NASA / Joel Kowsky

Der fünf Kilogramm schwere und 10x10x30 Zentimeter große Kleinsatellit "LightSail 2" war am 25. Juni 2019 mit einer Falcon Heavy-Rakete des privaten Raumfahrtunternehmens SpaceX in eine erdnahe Umlaufbahn in etwa 720 Kilometer Höhe gebracht worden.

Das Sonnensegel der Sonde hatte eigentlich bereits schon am 8. Juli aufgestellt werden sollen. Technische Probleme machten dem Zeitplan aber zunächst einen Strich durch die Rechnung.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | 07. Februar 2018 | 08:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. August 2019, 16:55 Uhr

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