Studie Mäusebabys sorgen für Sexflaute bei ihren Müttern

Mäuse kümmern sich im Babyalter selbst darum, nicht zu viele Geschwisterchen zu bekommen. Den dafür verantwortlichen Botenstoff hat eine Forschergruppe jetzt nachgewiesen.

Mäusebabys
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Einzelkind zu sein hat so seine Vorteile. Denken sich Menschenskinder, wenn Eltern möglicherweise das Geschwisterchen bevorzugen könnten. Und so entwickelt jeder Nachwuchs seine eigene Taktik, die Gunst der Erzieher für sich zu gewinnen.

Mäuse scheinen sich da einer angeborenen Möglichkeit zu bedienen. Wie Forscher aus Japan und den Vereinigten Staaten herausgefunden haben, führt ein Botenstoff – ein sogenanntes Pheromon – dazu, dass Mäusemütter ihr sexuelles Interesse verlieren. Der Botenstoff wird über die Tränenflüssigkeit der Mäusebabys übertragen – z.B. dann, wenn Mütter das Fell des Nachwuchses pflegen. Die Forscher glauben, dass die kleinen Mäuse damit verhindern, wertvolle Ressourcen mit weiterem Nachwuchs teilen zu müssen. Somit könnte das Pheromon künftig dafür eingesetzt werden, die Vermehrung von Mäusepopulationen zu kontrollieren.

Anderes Verhalten bei Menschen

Pheromone wirken sich direkt im Gehirn auf das Sexualverhalten von Tieren aus – positiv wie negativ. Im Haushalt werden sie zum Beispiel in Klebefallen verwendet, um männliche Lebensmittelmotten anzulocken und einen Befall festzustellen. Bei Säugetieren sind die Botenstoffe noch wenig erforscht, mittlerweile aber auch beim Menschen nachgewiesen. Zudem hat bereits im Jahr 2005 eine schwedische Forschergruppe gezeigt, dass Heterosexuelle auf mit Hormonen des anderen Geschlechts versehene Düfte mit sexueller Reizung reagieren. Bei homosexuellen Probanden waren es die des gleichen Geschlechts. Für die Parfümindustrie wären Pheromon-Düfte, die wirklich funktionieren, ein beachtlicher Wirtschaftszweig. Deren Wirksamkeit wurde aber von Forschern widerlegt. Menschen-Pheromone scheinen zudem auch weniger Bedeutung zu haben als bei Tieren, da für die menschliche Partnerwahl auch andere Faktoren entscheidend sind.

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | 31. Mai 2018 | 16:10 Uhr