Immunzellen in Schwerelosigkeit Magdeburger Forschung für den Aufbruch ins All

Dass wir das All besiedeln, ist für viele Menschen keine Frage mehr. Aber werden wir dauerhaft dort leben können? Spielt zum Beispiel unser Immunsystem mit? Das hat die Uni Magdeburg erforscht, zusammen mit Alexander Gerst.

Alexander Gerst auf der ISS 6 min
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Mo 14.01.2019 13:01Uhr 06:10 min

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Geht es nach Stephen Hawking, dann wird die Menschheit das Weltall besiedeln müssen. Technisch werden wir vermutlich bald dazu in der Lage sein. Aber spielen auch unsere Körper mit? Trotz aller Langzeitmissionen wussten wir bis vor kurzem zum Beispiel noch nicht, wie unser Immunsystem auf die Schwerelosigkeit reagiert. Das hat sich jetzt geändert, dank Forschung der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (OVGU).

Flumias - das Spezial-Mikroskop aus Magdeburg

Flumias – so heißt das Projekt, das die OVGU im vergangenen Jahr auf die ISS geschossen hat. Hinter diesem Namen versteckt sich ein Fluoreszenzmikroskop, das in der Lage ist, hochauflösende Bilder von lebenden Zellen zu erstellen. Und damit ist es den Magdeburger Forschern gelungen nachzuweisen, dass sich unser Immunsysten nach wenigen Sekunden der Verwirrung an die Schwerlosigkeit anpasst (siehe Video).

Die Forschung geht jedoch weiter. Ein verbessertes Flumias-Modell ist bereits in Vorbereitung. Das neue Mikroskop soll auf einem Rotor montiert werden, so dass es zwischen Schwerelosigkeit und Schwerkraft hin- und herschalten kann. Die Wissenschaftler erhoffen sich dadurch Antworten für spätere Langzeitmissionen im All.

Nutzt das auch Nicht-Raumfahrern?

Von der Grundlagenforschung in den Bereichen Zellbiologie, Molekularbiologie, Biomedizin und Pflanzenphysiologie sollen aber auch die Menschen auf der Erde profitieren, so das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt, das das Projekt leitet. Denn mit Flumias werden auch neurodegenerative Erkrankungen, Immunschwäche oder die Entstehung von Tumoren tiefergehend erforscht.