Mars-Rover "Curiosity"
Bildrechte: IMAGO

Faszination Roter Planet Millionen Menschen wollen zum Mars

Werden wir die ersten bemannten Marsmissionen noch erleben? Wann gibt es die erste Kolonie auf dem Mars? Was die Zukunft auf dem Roten Planeten bereithält, das fasziniert die Menschen. So haben sich an einer NASA-Aktion, bei der man den eigenen Namen auf den Mars schicken kann, fast zweieinhalb Millionen Erdenbürger beteiligt.

Mars-Rover "Curiosity"
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Achtung, Achtung! Letzter Aufruf für Herrn Meyer und Frau Hartmann für den Flug zum Mars. Herr Meyer und Frau Hartmann, bitte kommen Sie umgehend zu Gate 42!

Kaum ein Himmelskörper regt die Fantasie derart an wie der Mars. Zum Greifen nah scheint er - und das nicht nur, weil er Ende November jeden Morgen ab 04:00 Uhr am östlichen Himmel perfekt zu sehen ist -, so dass einem der Gedanke kommt, dass vielleicht doch bald die bemannte Raumfahrt, eine bewohnbare Kolonie oder gar ein langer Sommerurlaub dorthin möglich wird. Dabei schwankt der Abstand zwischen Erde und Mars erheblich. Weil sich beide Planeten auf elliptischen Bahnen bewegen, sind sie immer unterschiedlich weit voneinander entfernt - zwischen 56 und 401 Millionen Kilometer. Etwa alle zwei Jahre sind sich der Mars und die Erde besonders nahe. Deswegen starten die ESA und die NASA immer dann ihre Marsmissionen.

InSight nimmt Namen mit zum Mars

Und die werden mit riesigem Interesse verfolgt. An der letzten Mars-Aktion der NASA haben sich genau 2.429.807 Menschen weltweit beteiligt. Sie alle haben ihre Namen auf der Website der NASA eingetragen. Die werden nun mit der nächsten Marsmission "InSight" ins All geschossen. Die Mission gehört zum Discovery-Programm der NASA und soll am 5. Mai 2018 starten.
In der Zwischenzeit wird in Rio Tinto in Spanien ein Wohncontainer für eine zukünftige bemannte Mars-Mission getestet. Da der Platz knapp ist, müssen die Räume multifunktionell genutzt werden. Das Video zu dem Experiment finden Sie hier:

"InSight" - Wärme und Gestein

Das Innenleben des Marslanders
Bildrechte: NASA/JPL-Caltech/Lockheed Martin

Aber bis dahin soll bei der nächsten Mars-Mission ein einzelnes Landefahrzeug zum Mars gebracht werden und dort nach einem halben Jahr Flugzeit am 26. November 2018 landen. "InSight" untersucht dann tiefere Gesteinsschichten auf dem Mars mit einem Seismometer und einer Wärmestromsonde. Wir suchen Antworten auf Fragen wie: Gibt es so etwas wie "Erdbeben" auf dem Mars? Und wie warm ist es im Planeteninneren? Dazu sagen die Forscher, ein Planet sei wie eine Dampfmaschine. Die thermische Energie, umgesetzt in mechanische Arbeit, wirft Berge auf oder erzeugt Magnetfelder. Die Ergebnisse der Messungen sollen dann grundlegende Streitfragen der Wissenschaft klären. Dabei geht es darum, wie sich die Gesteinplaneten des inneren Sonnensystems (inklusive der Erde) vor mehr als fünf Milliarden Jahren geformt haben.

Deutsche Technik mit dabei

Diese Farbansicht des Mars ist das bislang schärfste, jemals von der Erde aus aufgenommene Bild des Roten Planeten. Es zeigt kleine Krater und andere Oberflächenmarkierungen. Die "Advanced Camera for Surveys (ACS)" an Bord des Hubble-Weltraumteleskops hat das Foto am 24. August 2017 aufgenommen.
Schärfere Bilder des Mars gibt es bislang nicht Bildrechte: NASA

Für diese Messungen muss "InSight" so tief in den Mars-Boden bohren wie nie eine Maschine zuvor - etwa fünf Meter. Dabei kommt dann Technik des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums (DLR) zum Einsatz. Die Sonde "HP3", auch "Maulwurf" genannt, wird im Boden unter anderem Wärmefluss-Messungen vornehmen. Der "Maulwurf" muss eine Messkette mit Temperatursensoren in den Marsboden ziehen. Laut DLR geht es um den Vergleich der beiden "Wärmekraftmaschinen" Mars und Erde - ein Planet mit Plattentektonik und einer ohne. Insgesamt ein Mars-Jahr und somit zwei Erdenjahre wird der "Maulwurf" Messwerte liefern. Von solch einer Langzeit-Messung erhoffen sich die Forscher zuverlässige Daten, weil damit zum Beispiel jahreszeitliche Temperaturunterschiede ausgeglichen werden können.

Projekt "Essen für den Mars"

Der Boden auf dem Mars beschäftigt derweil auch Forscher auf der Erde. In Wageningen in den Niederlanden experimentieren Wissenschaftler seit Jahren mit "Marserde" - hawaiianischer Vulkanerde, die dem Boden auf dem Mars nachempfunden ist. Darin versuchen die Forscher verschiedene Gemüsesorten zu züchten - wie Brechbohnen, Tomaten, Erbsen, Rettich, Kartoffeln und Karotten. Dazu wird die "Marserde" mit Gülle und Regenwürmern versetzt. Beim neuesten Experiment mit Rucola dann gab es eine große Überraschung. Dabei fanden die Forscher plötzlich zwei junge Regenwürmer in der Erde - den Nachwuchs. Ein kleiner, aber wichtiger Schritt Richtung "Gartenbau auf dem Mars" haben es die Forscher genannt. Interessant auch: Die einzige Gemüseart, die bisher überhaupt nicht in der "Marserde" wachsen wollte, ist Spinat.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Radio | 11. Januar 2017 | 12:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 29. November 2017, 12:34 Uhr

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