Marssonde Insight auf der Oberfläche des Mars.
Klare Sicht auf den Mars. Die Instrument Deployment Camera ist an einem Arm des Landers befestigt und hat kurz nach der Landung dieses Foto aufgenommen. Bildrechte: NASA/JPL-Caltech

Raumfahrt Gelandet: NASA-Sonde "InSight" bringt Technik aus Jena auf den Mars

"InSight" ist auf dem Mars gelandet und hat ein erstes Foto gesendet. Erleichterung bei NASA, DLR und Wissenschaftlern in Jena und Berlin. Deren Sensoren und Roboter sollen den Mars ganz neu erforschen.

Marssonde Insight auf der Oberfläche des Mars.
Klare Sicht auf den Mars. Die Instrument Deployment Camera ist an einem Arm des Landers befestigt und hat kurz nach der Landung dieses Foto aufgenommen. Bildrechte: NASA/JPL-Caltech

Über ein halbes Jahr lang war der NASA-Roboter "InSight" unterwegs zum Mars. Nun hat er sein Ziel erreicht. Am Montag, den 26. November, ist die Sonde erfolgreich gelandet. Freude und Erleichterung bei den Wissenschaftlern im Kontrollzentrum im Jet Propulsion Laboratory in Pasadena, Kalifornien. Denn Landungen auf dem Mars sind riskant. InSight ist der erste Neuankömmling seit der Landung von "Curiosity" vor sechs Jahren. Wegen der extrem dünnen Atmosphäre konnte die Sonde im Landeanflug nur schwer gebremst werden. Trotzdem musste der Hitzeschildie über 1.500 Grad Celsius überstehen, bevor der 12 Meter große Überschallfallschirm entfaltet werden konnte. All das funktionierte dieses Mal. Um 21.02 Uhr unserer Zeit meldete das Kontrollzentrum: Landung bestätigt.

Marssonde Insight gelandet
Das erste Foto nach der Landung zeigt vor allem Staub der Linse, den InSight selbst aufgewirbelt hat. Bildrechte: NASA

Den Kontakt zu InSight stellten die beiden Mikrosatelliten MarcO A und MarcO B her, die gemeinsam mit auf die sieben Monate lange Reise gegangen waren. Nur zehn Minuten nach der Landung sendete InSight bereits das erste Bild, das allerdings vor allem Staubteilchen auf der Linse zeigt.

Roboterarm aus Berlin

Auch hierzulande hatten Forscher der Landung von InSight entgegengefiebert. Denn an Bord ist Fracht aus Deutschland: Der Roboter HP3 ("Heat Flow and Physical Properties Package") wurde am DLR, dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, entwickelt. Er soll den Marsboden untersuchen, indem er sich mit einem Hammer, mechanischen Federn und einem Elektromotor in den Sand eingräbt. Dabei misst er die Temperaturen und die Leitfähigkeit des Bodens, was Aufschluss darüber geben soll, wie der Mars geformt wurde.

Anders als der Mars-Rover Curiosity kann sich InSight nicht auf der Oberfläche bewegen. Deshalb ist der Landeplatz entscheidend. Die NASA wählte die Ebene Elysium Planitia, nördlich des Mars-Äquators. Diese Region ist weitgehend eben und frei von größeren Steinen und Felsen. Die Landestelle befindet sich unweit vom Rover Curiosity. Die NASA-Forscher haben deswegen einen Spitznamen für das Gebiet: größter Parkplatz auf dem Mars.

Sobald der Lander sicher steht, beginnt im direkten Umfeld die Suche nach einem passenden Standort, in den sich HP3 eingraben kann. Ein an InSight befestigter Roboterarm wird ihn dorthin heben. Mit tausenden kleinen Hammerschlägen soll er sich bis in fünf Meter Tiefe graben, tiefer als jedes anderes Instrument auf dem Mars zuvor. Wenn alles klappt, sendet er zwei Jahre lang Daten an die Erde.

Radiometer aus Jena

Neben HP3 trägt InSight noch zwei weitere Instrumente mit Technik aus Deutschland: An der Sonde ist ein Radiometer befestigt, das die Temperatur der Marsoberfläche misst. Die Sensoren dafür stammen aus dem Leibniz-Institut für Photonische Technologien in Jena.

Dazu kommt ein Seismometer, an dessen Entwicklung das DLR und das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Göttingen beteiligt waren. Damit sollen die Erschütterungen des Bodens und mögliche Marsbeben gemessen werden.

Und noch eine ganz persönliche Fracht bringt der Lander auf unseren Nachbarplaneten: Mit einem Spezialkleber wurden zwei Mikrochips an InSight befestigt. Sie enthalten die Namen von rund 2,4 Millionen Menschen, die sich im Vorfeld der Mission registriert hatten – mehr als 70.000 davon stammen aus Deutschland.

Dieses Thema im Programm: MDR aktuell | 26. November 2018 | 09:22 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. November 2018, 14:32 Uhr