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Exemplare der Spezies Estemmenosuchus, die im Perm zu den größten Lebewesen gehörten. Bildrechte: IMAGO / Leemage

KlimaforschungMassenaussterben im Perm: Der Sauerstoff war schuld

Stand: 02. August 2021, 17:00 Uhr

Das bisher größte Aussterben passierte im Perm-Zeitalter vor 250 Millionen Jahren. Nun haben Forschende festgestellt, dass Veränderungen beim Sauerstoff-Gehalt der Grund dafür waren – und ziehen Parallelen zur Gegenwart.

Bereits bekannt war, dass das Massenaussterben zum Ende des Perms das größte bisherige darstellt – mit dem Verlust von 96 Prozent der im Meer lebenden Arten und 70 Prozent auf dem Festland. Jetzt haben Wissenschaftler von der Florida State University in einer neuen, im Fachmagazin "Nature Geoscience" erschienenen Studie herausgefunden, dass der Grund dafür offenbar ein relativ kurzfristiges Auf und Ab des Sauerstoffgehalts der Meere war.

Auch aktuell rasche Veränderungen des Sauerstoffgehalts der Meere

"Relativ kurzfristig" deswegen, weil es sich um einige 10.000 Jahre handelt, was erdgeschichtlich jedoch nur ein Wimpernschlag ist. Es habe zwar schon zuvor die Hypothese gegeben, dass eine Sauerstoffabnahme schuld an dem Massenaussterben gewesen sei, erklärt der Studienautor Sean Newby, dabei sei man aber von graduellen Veränderungen ausgegangen: "Wir waren überrascht zu sehen, dass die Zunahme des Sauerstoffgehalts mit dem Beginn des Massenaussterben einherging und es direkt danach wieder einen Sauerstoffrückgang gab."

Die US-Forscher bringen die raschen Umgestaltungen vor 250 Millionen auch mit dem heutigen Klimawandel in Verbindung. "Geologisch gesehen geschahen diese Veränderungen quasi augenblicklich", erläutert Newby. "Dies kann man natürlich mit dem modernen, menschengemachten Klimawandel vergleichen, bei dem schnelle, tiefgehende Veränderungen passieren in einem Bruchteil der Zeit des damaligen Massenaussterbens."

Die Wissenschaftler wollen nun weitere historische Massenaussterben dahingehend untersuchen, ob sie ebenfalls mit großen Veränderungen des Sauerstoffgehalts zusammenhängen. Denn dies könnte auch Erkenntnisse zu unserem aktuellen Klimawandel bringen, da die derzeitige Zunahme an Nährstoffen in den Ozeanen ebenfalls den Sauerstoffgehalt verringert.

Der Verlust an Sauerstoff ist wichtig zu betrachten, weil die heute lebenden Organismen an hohe Sauerstoffmengen angepasst sind. Es wird zwar auch bei niedrigen Sauerstoffraten Lebewesen geben, die sich daran anpassen. Aber jede schnelle Veränderung in welche Richtung auch immer wird große Auswirkungen haben.

Jeremy Owens, Co-Autor der Studie

cdi

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