Medizin Medikament für gebrochene Herzen gefunden

Seit einigen Jahren ist eine Krankheit namens Gebrochenes-Herz-Syndrom bekannt: Seelische Traumata führen zu Symptomen wie bei einem Herzinfarkt. Australische Forschende haben nun erstmals ein Mittel dagegen gefunden.

Gebrochenes Herz und Pillen
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Die Wissenschaftler der Monash University im australischen Melbourne nutzten für ihre im Fachjournal "Signal Transduction and Targeted Therapy" erschienene Studie Versuche an Mäusen. Dort zeigte sich, dass eine Substanz namens Suberanilohydroxamic-Säure (SAHA) den Herzzustand dramatisch verbesserte und das Gebrochene-Herz-Syndrom geheilt wurde.

Viel mehr Frauen als Männer betroffen

Laut den Autoren um Prof. Sam El-Osta ist die Untersuchung die weltweit erste, bei der SAHA zur Behandlung von Stress-Kardiomyopathie, wie die Krankheit fachsprachlich auch genannt wird, eingesetzt wird. Das Medikament wurde zudem bereits von den zuständigen US-amerikanischen (FDA) und australischen (TGA) Gesundheitsbehörden zugelassen.

Das Ziel der Studie sei gewesen, in einem ersten Schritt den Mechanismus zu verstehen, der hinter dieser Fehlfunktion des Herzens stecke, erklärt Prof. El-Osta. Denn daran könnte eine mögliche Therapie anknüpfen. "Wir haben zum ersten Mal ein Medikament gefunden, dass sowohl eine vorbeugende als auch eine therapeutische Wirkung für das Herz hat", betont El-Osta. "Das Medikament verlangsamt nicht nur Herzerkrankungen, es repariert auch die Schäden an einem gestressten Herzen."

Beim Gebrochenen-Herzen-Syndrom ist die die linke Herzkammer geschwächt - oft nach traumatischen Erlebnissen wie dem Tod eines geliebten Menschen oder dem Ende einer Beziehung. Die Symptome ähneln denen eines Herzinfarkts mit Schmerzen in der Brust, Kurzatmigkeit und unregelmäßigem Herzschlag. Die Krankheit trifft dabei fast ausschließlich Frauen nach der Menopause. Der Grund dafür ist noch unklar, es werden hormonelle Ursachen angenommen.

cdi

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