Zwei Schilder zeigen in entgegengesetzte Richtungen. Darauf steht: Arbeitswelt - künstliche Intelligenz
Digitalisierung führt zu Stress bei Arbeitern und vermindert deren Lebensqualität. Doch dieser Gegensatz kann aufgelöst werden, hoffen Forscher. Bildrechte: IMAGO / Steinach

Wissen-News Digitalisierung schadet der Gesundheit von Arbeitern – Schulungen helfen

02. Juli 2024, 14:55 Uhr

Neue digitale Technologien wirken sich unterschiedlich auf die Gesundheit von Beschäftigtengruppen aus. Besonders betroffen sind Menschen, die mit ihren Händen arbeiten, zeigt eine Studie aus Mannheim.

Das Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) hat den Einfluss von Digitalisierung auf Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen untersucht. Personen, die manuellen Tätigkeiten nachgehen (Arbeiter) wiesen einen schlechteren Gesundheitszustand nach der Einführung neuer Technologien auf im Vergleich zu Menschen, die wissensintensive Büroarbeit verrichteten (Angestellte). Rund 3200 Probanden wurden in der Studie über acht Jahre untersucht.

Stress vermindern durch Schulungen

Die Forscher erklären den Effekt mit Stress, der durch zunehmende Komplexität des Arbeitsablaufs durch Technologien wie das Internet der Dinge, Künstliche Intelligenz und Big Data entsteht. Oliver Schlenker, Koautor der Studie, weist jedoch darauf hin: "Arbeiterinnen und Arbeiter wiesen aber schon vor der Einführung neuer Technologien einen schlechteren Gesundheitszustand als Angestellte auf. Diese Unterschiede vergrößerten sich durch die Digitalisierung." Er ergänzt: "Diese Ergebnisse bestätigen eine etablierte Theorie aus der Organisationspsychologie, nach der vor allem diejenigen Beschäftigten Stress durch technologischen Wandel und eine gesteigerte Komplexität der Tätigkeiten erfahren, die bisher wenig Berührungspunkte damit hatten. Und das trifft vor allem auf Beschäftigte in manuellen Tätigkeiten zu."

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Bildrechte: MDR / Oliver Betke

Dieser Unterschied zwischen verschiedenen Berufsgruppen ließe sich jedoch – so hoffen die Wissenschaftler – beheben. "Wir haben erste Hinweise darauf, dass gezielte Schulungen sowie die Unterstützung durch Vorgesetzte helfen, diesen 'Technostress' zu verringern. Führungskräfte haben demnach die direkte Möglichkeit, durch gezielte Hilfe den Krankenstand zu verringern und die Gesundheit ihrer Beschäftigten zu verbessern." Werden solche Maßnahmen nicht ergriffen, fundiere sich die Ungleichheit zwischen Angestellten und Arbeitern durch zunehmende Digitalisierung.

idw/jar

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | 02. Juli 2024 | 06:41 Uhr

1 Kommentar

Niemann vor 2 Wochen

Wieder so ein Artikel den keiner braucht! "Personen die manuellen Tätigkeiten nachgehen (Arbeiter)"...
Wieso gibt es die überhaupt noch in der rosaroten Zauberwelt der Grünen, dem grünen Wirtschaftswunder, wo es zum Lebensunterhalt (und weit darüber hinaus) ausreicht dummes Zeug von Stapel zu lassen, an der denkbar falschesten Stelle zu klatschen und den AfD-verdächtigen (rechten Nazi) Nachbarn beim angeblichen Demokratieportal (Denunziations- uns Spitzelportal) zu melden.
"Digitalisierung schadet der Gesundheit"...
Ich fasse es nicht! Dummheit, Unwissenheit und schlechte Bildung schaden der Gesundheit! Und Pisa-Studien zeigen, DE ist auf dem besten Weg, Hauptsache ne Regenbogenfahne.
"Technostress verringern"...
So so, also auf zur Gender- und Anti-Rechts-Schulungen und was man im Internet sehen soll und was tunlichst zu vermeiden ist. Und vor allen Dingen, unbedingt Angestellter werden, denn Arbeiter zu sein ist offenbar gesundheitsschädlich, besser noch Fachkraft oder Bürgergeld.