Cannabis Shop Washington
Cannabis-City war der erste Laden in Seattle, der mit Lizenz der Regierung von Washington legal Cannabis verkaufen durfte. Bildrechte: imago/UPI Photo

US-Bundesstaat Washington Legales Cannabis: Mehr Nutzer, weniger Schwarzmarkt

Im US-Bundesstaat Washington darf Cannabis seit 2014 legal verkauft werden. Eine Studie zeigt: Der Konsum hat durch die Legalisierung zugenommen. Der Schwarzmarkt spielt aber eine immer geringere Rolle dabei.

Cannabis Shop Washington
Cannabis-City war der erste Laden in Seattle, der mit Lizenz der Regierung von Washington legal Cannabis verkaufen durfte. Bildrechte: imago/UPI Photo

Der Bundesstaat Washington an der Westküste der USA ist ein Vorreiter bei der Legalisierung von Cannabis. Bereits seit 1998 darf die Droge bei medizinischen Therapien eingesetzt werden. Seit Juli 2014 ist auch der Verkauf von Marihuana und Haschisch für den Freizeitgebrauch legal.

Um zu überprüfen, wie sich die Legalisierung auf den Konsum auswirkt, haben Chemiker zweier Universitäten aus Washington über drei Jahre hinweg immer wieder Abwasserproben aus einer Kläranlage untersucht. Jetzt berichten sie im Journal "Addiction" von den Ergebnissen.

In der Kläranlage im Westen des Bundesstaates werden die Abwässer von etwa 200.000 Menschen behandelt. Die Chemiker starteten ihre Probeentnahme im Dezember 2013, also etwa ein halbes Jahr vor dem Start des legalen Verkaufs. Bis Dezember 2016 entnahmen sie an insgesamt 387 Tagen Proben.

Die Forscher suchten vor allem nach THC-COOH, einem Abbauprodukt von Tetrahydrocannabinol, dem psychoaktiven Wirkstoff von Cannabis. Das kann in winzigsten Mengen im Abwasser gemessen werden. Laut den Forschern lassen sich Anteile bis zu einem Billionstel feststellen.

Den Untersuchungsdaten zufolge wuchs die gemessene Menge seit Beginn der Messreihe im Durchschnitt um etwa neun Prozent pro Quartal. Die Cannabisgeschäfte meldeten sogar durchschnittliche Umsatzsteigerungen von 70 Prozent pro Quartal.

Daraus schließen die Forscher, dass einerseits der Konsum von Cannabis insgesamt zugenommen hat. Denn das Abwasser repräsentiere ja den Konsum der gesamten Bevölkerung. Dass zugleich der legale Geschäftsumsatz noch deutlich schneller wuchs, ist nur damit erklärbar, dass sich der Handel vom Schwarzmarkt schnell in den legalen Bereich verlagert hat. Damit sei ein wichtiges politisches Ziel erreicht worden, schreiben die Forscher.

Cannabis ist mittlerweile in neun Bundesstaaten der USA für den Freizeitkonsum freigegeben, zudem in Kanada und Urugay. In Washington darf es an Erwachsene über 21 Jahre verkauft werden.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Exakt | 19. Juni 2019 | 20:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. Juni 2019, 16:00 Uhr