Sachsens Wildnis - Sperling
Bildrechte: MDR-Zuschauer/Sonja Haase

Stunde der Wintervögel Wieder mehr Vögel in den Gärten

Bei der jährlichen "Stunde der Wintervögel" haben bisher gut 80.000 Hobby-Ornithologen mitgemacht und dem NABU ihre Beobachtungen aus heimischen Gärten und Parks mitgeteilt. Am häufigsten haben sie Sperling und Kohlmeise gesehen. Doch auch Vögel, die es im Winter eigentlich gen Süden zieht, wurden gesichtet.

Sachsens Wildnis - Sperling
Bildrechte: MDR-Zuschauer/Sonja Haase

Fast sechs Haussperlinge gibt es im Schnitt pro Garten in Deutschland. Damit ist der "Spatz" wieder der am häufigsten gemeldete Vogel bei der jährlichen NABU-Aktion. Die Kohlmeise hat den Abstand zur Spitze aber wieder verkleinert: 5,3 Exemplare wurden durchschnittlich gezählt.

In diesem Jahr hat die Kohlmeise aber den Titel der am weitesten verbreiteten Art ergattert. In 96 Prozent aller Gärten und Parks wurde sie gesichtet und verdrängt damit die Amsel als bisherigen Spitzenreiter. Das sind die ersten Ergebnisse der "Stunde der Wintervögel". Der Naturschutzbund hatte wieder dazu aufgerufen, eine Stunde lang im heimischen Garten oder einem nahegelegenen Park Vögel zu zählen und die Sichtungen zu melden.

Von den meisten Arten wurden bei der Stunde der Wintervögel in diesem Jahr wieder ähnlich hohe Zahlen gemeldet wie im langjährigen Durchschnitt. Die besonders geringen Vogelzahlen vom Vorjahr waren also ein Ausreißer und haben sich zum Glück nicht wiederholt.

Leif Miller, NABU-Bundesgeschäftsführer

Mehr Vögel, mehr Teilnehmer

Bei den Teilnehmerzahlen bei der Stunde der Wintervögel gehe es offenbar weiter nach oben: Mehr als 80.000 Menschen haben ihre Sichtungen bereits gemeldet, noch bis 15. Januar nimmt der NABU weitere Ergebnisse auf und rechnet in den kommenden Tagen mit vielen weiteren Rückmeldungen. Im vergangenen Jahr hatten 120.000 Beobachter insgesamt 2,8 Millionen Vögel gemeldet. Eine Übersicht über die häufigsten Vogelarten haben wir hier für Sie vorbereitet:

Auch wenn die schlechten Zahlen vom Vorjahr wohl eine Ausnahme waren, warnt der NABU: die Zahl der gemeldeten Wintervögel pro Garten sei im langjährigen Trend leicht rückläufig. Nach den bisherigen Zwischenergebnissen wurden in diesem Jahr knapp 39 Vögel pro Garten gesichtet. Bei der ersten Zählung 2011 waren es noch 46. Ein weiterer Trend: Auch eigentliche Zugvögel wie Bachstelzen, Hausrotschwänze und Zilpzalpe wurden deutlich häufiger gemeldet als sonst.

Durch die milden Winter der vergangenen Jahre können diese Arten vermehrt in Deutschland erfolgreich überwintern. Gleichzeitig ließen sich Meisen, Finken und Eichelhäher diesmal nicht davon abhalten, aus dem Norden und Osten zu uns zu ziehen.

Marius Adrion, NABU-Vogelschutzexperte

Die Endauswertung der Ergebnisse der "Stunde der Wintervögel“ ist für Ende Januar geplant. Beobachtungen können noch bis 15. Januar online oder per Post gemeldet werden. Der NABU hat außerdem eine Webcam an einem Futterhäuschen eingerichtet, die das Geschehen unter überträgt.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Aktuell | 07. Januar 2018 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. Januar 2018, 13:11 Uhr