Weltalzheimertag Faktencheck Alzheimer

Je älter wir werden, umso mehr Krankheiten warten auf uns, wie zum Beispiel Demenz, meist in Form von Alzheimer. Wen trifft Alzheimer, wie können wir vorbeugen und wo steht die Forschung? Unser Faktencheck klärt auf.

Alzheimer ist eine Alterskrankheit

Altwerden birgt das mit Abstand größte Alzheimerrisiko. Ab 65 erkrankt knapp jeder 50. an Alzheimer, ab 75 schon jeder 10. und ab 90 fast die Hälfte von uns. Aber Alzheimer kann auch Jüngere treffen. Mehr als 20.000 Deutsche zwischen 45 und 65 Jahren leiden an Alzheimer.

Alzheimer ist Gedächtnisverlust  

Und leider noch viel mehr. Nämlich Persönlichkeitsverlust. Den Betroffenen entgleitet ihr ganzes Leben. Sie können immer weniger sprechen, finden sich im Alltag nicht mehr zurecht, werden antriebslos, auch reizbar und aggressiv. Der Mensch, den man kennt, hört auf zu existieren.  

Alzheimer breitet sich aus. Ist das ansteckend?

Richtig ist, Alzheimer breitet sich aus, falsch ist, dass es ansteckend ist. Es gibt einfach mehr ältere Menschen und damit automatisch mehr Alzheimer-Kranke. Im Moment sind es reichlich eine Million in Deutschland. Für 2050 rechnet man mit drei Millionen.

Frauen bekommen häufiger Alzheimer

Aber nicht, weil Frauen anfälliger für Alzheimer sind. Frauen werden im Schnitt rund 5 Jahre älter als Männer. Je älter, desto häufiger ist Alzheimer - also leiden automatisch mehr Frauen an Alzheimer. Außerdem leben Frauen länger mit der Krankheit.  

Alzheimer liegt in der Familie

Wer Alzheimer hat, hat häufig auch Verwandte mit Alzheimer. Grund sind spezielle Gene. Alzheimer bei Eltern oder Geschwistern heißt: die Wahrscheinlichkeit, dass es uns trifft, ist viermal so hoch wie beim Durchschnitt. Bei erkrankten Großeltern haben wir eine doppelt so große Gefahr.

Alzheimer ist Schicksal

Nicht nur. Zum genetisch bedingten Alzheimer-Risiko kommen weitere Faktoren: Bluthochdruck, Zuckerkrankheit, Übergewicht, wenig Bewegung, wenig Anregung und geistige Aktivität, zu viel Alkohol, Rauchen. Hier können wir mit gesünderer Lebensweise vorbeugen.

Es gibt kein Alzheimer-Medikament

Zumindest keines, das Alzheimer stoppt und heilt. Aber heutige Medikamente können Alzheimer bremsen und Patienten helfen, länger geistig aktiv und alltagsfit zu bleiben. Allerdings haben sie erhebliche Nebenwirkungen und lösen das eigentliche Problem nicht, dass weiter Nervenzellen verlorengehen.

Alzheimer-Patienten sollen Kreuzworträtsel und Sudoku lösen

Das sei Gehirnjogging, heißt es. Aber in Wahrheit hilft solcher Denksport wenig und kann im Gegenteil Frust schaffen, wenn er die Patienten überfordert.

Eine Alzheimer-Hoffnung kommt aus Halle

Forscher der Uni Halle, des Fraunhofer-Institutes und der Firma Probiodrug haben einen Antikörper gegen Alzheimer entwickelt. Außerdem hat ein neuer Wirkstoff aus Halle erste ermutigende Ergebnisse an menschlichen Testpatienten gebracht. Es gibt also Hoffnung, aber ob es der Durchbruch ist, werden die nächsten Jahre zeigen.

Über dieses Thema berichtet MDR Aktuell auch im : Radio | 21.09.2017 | 12:25 Uhr

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