Analoge Mars-Mission Leben auf dem Mars? Anika aus Sachsen macht es einfach

Derzeit leben sechs Menschen in Isolation. Sie haben sich auf eine simulierte Mars-Mission begeben, bei der sie sich in einem Habitat in einem israelischen Krater befinden. Eine von ihnen, Anika Mehlis, kommt aus Sachsen und schickt uns eine Grußbotschaft aus der Isolation heraus.

Sonnenuntergang am Ramon-Krater in Israel mit einem der analogen Astronauten der Mission des Österreichischen Weltraumforums ÖWF.
Sonnenuntergang für die analogen Astronauten der Mission Amaade-20 des Österreichischen Weltraumforums ÖWF. Bildrechte: FlorianVoggender / OeWF

Der Mars. Roter, staubiger Planet. Nichts ist da. Kein Leben.

Warum will man da hin? Irgendwie nachvollziehen kann man es schon. Es ist ein Abenteuer für diejenigen, die als Erster oder Erste da sein wollen, wo kein Mensch vorher war. Ein bisschen wie Kolumbus fühlen oder wie der norwegische Polarforscher Amundsen. Doch … ob das einem das eigene Leben wert sein sollte?

Aber es gibt ja Simulationen, Mars-Missionen auf der Erde. Die NASA sucht beispielsweise ab Herbst 2022 wieder analoge Raumfahrende. Schon wieder! Sind diese Missionen nicht langsam ausgelutscht? Was kann man da schon erfahren? Klar, Teambildungsmaßnahmen, aber die erreicht man auch anders.

Da ist es schon verwunderlich, dass gerade jetzt – zu diesem Zeitpunkt – eine kleine Organisation so eine analoge Mars-Mission durchführt. Das Österreichische Weltraumforum ÖWF hat sechs analoge Raumfahrende nach Israel geschickt. Bei analogen Missionen handelt es sich um simulierte Experimente, bei denen die Beteiligten den nachgestellten Bedingungen beispielsweise auf dem Mars oder einer Polarmission ausgesetzt werden. So könnte man für eine Antarktismission in einer Kältekammer trainieren und würde erfahren, wie man in gewissen Situationen reagiert, um daraus für die richtige Mission zu lernen.

Analogastronautin Anika Mehlis
Analogastronautin Anika Mehlis bekommt gerade ihren "Weltraumanzug" angezogen. Bildrechte: ÖWF/Donning

Unter den analogen Raumfahrenden befindet sich auch eine Frau aus Sachsen: Anika Mehlis aus Plauen. Sie hat uns ein Grußwort aus der Isolation: 

Ich bin Mikrobiologin, Umweltingenieurin und Wissenschaftlerin im Bereich Gesundheitswissenschaften, Public Health. Und derzeit befinde ich mich mit fünf anderen Kollegen in Israel in der Negev-Wüste bei einer Mission, in der ich als Analog-Astronautin simuliere, wie es wäre, eine Mission zum Mars durchzuführen.

Anika Mehlis
Analogastronautin Anika Mehlis 2 min
Die analoge Astronautin Anika Mehlis. Bildrechte: ÖWF/CStix

Anika Mehlis kommt aus Plauen und schickt uns eine Grußbotschaft aus der Isolation ihrer analogen Mars-Mission Amadee-20.

MDR FERNSEHEN Fr 22.10.2021 13:16Uhr 02:21 min

https://www.mdr.de/wissen/mensch-alltag/audio-grussbotschaft-anika-mehlis100.html

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Drei Wochen in Isolation

Anika Mehlis und ihre Kollegen werden noch bis zum 31. Oktober in Isolation verbleiben. Drei Wochen keinen wirklichen Kontakt nach außen. Nur mit dem Kontrollzentrum und dann auch mit einer Verzögerung von jeweils zehn Minuten pro Botschaft. Immerhin befinden sie sich auf dem Mars, nur dass der in diesem Fall der israelische Ramon-Krater ist. Und dass sie uns eine Nachricht schicken durfte, war auch eine Ausnahme.

Die Mission heißt übrigens "Amaade-20". Der Name ist dabei keine Abkürzung. Er klinge so ähnlich wie Amadeus und manche haben ihn auch Wolfgang Amadé Mozart genannt, heißt es auf Nachfrage bei der Pressestelle des Weltraumforums ÖWF. Damit soll die Mission immer mit Österreich in Verbindung gebracht werden. 

Anika Mehlis ist mit fünf weiteren Kandidaten dabei – sie ist die einzige Frau unter den analogen Raumfahrenden. Zusammen verbringen sie drei Wochen in einem 1.300 Quadratmeter großes Habitat. Und sobald sie ins Freie gehen, müssen sie Raumanzüge anziehen. Dann geht es auf Erkundungstouren, bei denen sie mit Drohnen beispielsweise Luftbilder aufnehmen, oder mit dem Rover unterwegs sind.

Dann schauen wir, wo es am besten wäre, Proben zu nehmen, bevor die Astronauten dann rausgehen. Deren Zeit ist natürlich aufgrund der Strahlung und der Umweltbedingungen sehr begrenzt, um im Freien Proben entnehmen zu können, die dann später analysiert werden.

Anika Mehlis

Experimentieren auf der Erde und im All

Das ist natürlich mehr als ein reiner Abenteuerspielplatz. Es geht zum einen darum, wie man ein Teamgefühl in Isolation schaffen kann und auch wie man die technischen Gerätschaften bedient. Die Herausforderung dabei ist natürlich auch, sich mit fachfremden Dingen und Experimenten zu beschäftigen. Auf dem Mars könne man schlecht einen Experten oder Expertin in einem Krisenfall hinzuziehen. Deswegen müssen die analogen Raumfahrenden Experimente aus den verschiedensten Bereichen erledigen. Beispielsweise aus der Biologie, Medizin oder Psychologie. 

Also ein Beispiel ist ein Experiment, das heißt Retina, bei dem untersuchen wir unseren Augenhintergrund. Das heißt, wir filmen gegenseitig unsere Netzhaut, um zu probieren, ob dieser Arbeitsablauf gut zu machen ist und das auch von medizinischen Laien. Wir sind dabei die Kontrollgruppe für die ISS. Die Astronauten dort führen gerade auch dieses Experiment durch, um eben zu schauen, wie die Schwerelosigkeit einen Einfluss darauf hat.

Was dabei herauskommt, wird uns Anika Mehlis nach ihrer Mission erzählen. Ein Interview mit einer zehnminütigen Verzögerung pro Botschaft – also sie bekommt eine Frage gestellt, die sie nach zehn Minuten erst erhält und dann antwortet sie darauf, was wiederum zehn Minuten dauert, bis wir es hören – das wäre zu kompliziert geworden. Immerhin befindet sich Mehlis auf dem Mars – theoretisch. So fühlt es sich für sie aber auch an:

Wir haben kleine Fenster an unserem Habitat, die wie Streifen aussehen. Wenn man nach draußen schaut und dann so diese ganze Wüstenlandschaft vor sich ausgebreitet sieht und kein Mensch und kein Auto und kein Gebäude in der Gegend ist ... Dann fühlt man sich schon wirklich sehr, sehr weit weg aus dem normalen Leben.

7 Kommentare

MDR-Team vor 4 Wochen

@Freies Moria,
auf welcher Grundlage beruht Ihre Behauptung, dass die absolute Mehrheit der Wissenschaft mit Ihre Erkenntnissen zum vom Menschen verursachten Klimawandel falsch liegt? Welchem Zweck soll es dienen, dass so viele Menschen - wie Sie es suggerieren - eine derartig große Lüge verbreiten?

Freies Moria vor 4 Wochen

@MDR-Team:
In der Wissenschaft gibt es keine Leugner - es gibt nur Argumente. Ein Zirkelschluß, wie von Ihnen präsentiert, ist aber kein Argument. Es ist lediglich ein Beleg dafür, daß Sie einem Irrtum aufsitzen.
Die Zeit wird eindeutig zeigen, welche Seite recht hat, bewahren Sie also bitte Ihre und meine Posts recht lange öffentlich lesbar auf, damit der Leser in 30 oder 50 Jahren sehen kann, wie sehr man heute wider besseres Wissen handelte!

MDR-Team vor 4 Wochen

@Freies Moria,
wie Sie die genannte Doku interpretieren, liegt selbstverständlich bei Ihnen und auch dass Sie den vom Menschen erzeugten Klimawandel leugnen, ist Ihre freie Meinung. Die wissenschaftliche Faktenlage ist jedoch eine völlig andere. Ihre Aussage "Dann wissen Sie daß das Klima nicht zu retten ist, weil es von astronomischen Einflüssen gesteuert wird und nicht vom CO2" ist größtenteils falsch. Zwar zählt z.B. die Sonnenaktivität als externer Klimatreiber. Ihr Effekt wird allerdings vollständig vom Menschen verursachten Klimawandel aufgehoben. (https://www.quarks.de/umwelt/klimawandel/so-funktioniert-der-natuerliche-klimawandel/)