Fastfood Burgermenü
Fastfood oder gesunde Ernährung? Die Entscheidung fällt nicht immer leicht. Bildrechte: Colourbox

Studie der Uni Magdeburg Der innere Schweinehund - jetzt wissenschaftlich untersucht

Fastfood oder gesundes Essen? Couch oder Sport? Wie wir uns entscheiden, hängt oft weniger mit Vernunft zusammen als mit kurzfristigen Belohnungen. Das behauptet eine Studie der Uni Magdeburg.

Fastfood Burgermenü
Fastfood oder gesunde Ernährung? Die Entscheidung fällt nicht immer leicht. Bildrechte: Colourbox

Kurzfristiges Vergnügen oder langfristige Vernunft? Wie wir uns entscheiden, hängt stark von Belohnung und Bestrafung ab. Das behaupten Wissenschaftler der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. In einer Studie haben sie untersucht, wie wir Entscheidungen treffen. Das Ergebnis: kurzfristige Erlebnisse - egal ob positiv oder negativ – halten uns davon ab, vernünftige Entscheidungen zu treffen.

Einfaches Beispiel: Die Entscheidung Fastfood zu essen wird unmittelbar belohnt. Die Entscheidung abnehmen zu wollen, bringt hingegen Anstrengung mit sich. Wofür wir uns eher entscheiden, ist naheliegend.

Wissen schützt vor Torheit nicht

Die Studie geleitet hat der Neuropsychologe Adrian Fischer. Er und seine Kollegen haben Versuchspersonen und Computerprogramme vor eine Entscheidung gestellt. Dabei wählten Computer immer die vernünftigere Möglichkeit, während die Probanden aus Fleisch und Blut von kurzfristigen Erlebnissen beeinflusst waren.

Dr. Adrian Fischer, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Dr. Adrian Fischer, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg Bildrechte: Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg / Stefan Berger

Unsere Daten zeigen, dass auch Menschen, die wissen, dass Fastfood langfristig schlecht ist, unter bestimmten Bedingungen die Folgen verharmlosen: Hat es uns gut geschmeckt, halten wir wider besseres Wissen die Langzeitfolgen für weniger schlimm.

Was sich während der Entscheidung im Hirn der Versuchspersonen abspielte, konnten die Wissenschaftler im Kernspintomographen sichtbar machen. Das Ergebnis sorgte für eine Überraschung. Gerade die Teilnehmer, die am stärksten auf kurzfristige Reize reagierten, trafen eher vernünftige Entscheidungen.

Die Ergebnisse wurden im renommierten Fachmagazin "Nature Communications" veröffentlicht. Die Studie soll helfen, Suchtmechanismen künftig besser verstehen zu können.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Hauptsache Gesund | 01. Juni 2017 | 21:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. November 2017, 15:57 Uhr