Wissenschaftlich nachgewiesen Berührung der Mutter lindert Schmerz bei Babys

Wir wissen schon lange, welche Rolle Berührungen spielen. Wir haben sogar einen eigenen Streichelsinn. Jetzt haben Forschende entdeckt: Berührungen der Eltern können bei Babys Schmerzen lindern.

Mutter und Kind nach Kaiserschnitt
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Berührungen sind für uns Menschen überlenswichtig. "Fühlen und Tasten ist viel wichtiger für unser Überleben als Sehen, Hören, Riechen und Schmecken", sagt der Psychologe Martin Grunwald von der Uni Leipzig. Erst vor wenigen Jahren wurde entdeckt, dass es sogar einen besonderen Streichelsinn gibt, für den wir spezielle Nervenfasern haben.

Jetzt hat ein Forscherteam des University College London und der York University in Kanada bei Experimenten herausgefunden, dass Berührungen das Schmerzempfinden bei Babys beeinflussen können. Kurz zusammengefasst: direkter Hautkontakt senkte das Schmerzempfinden im Gehirn.

Schmerzests bei Blutabnahme

Die neugeborenen Babys im Alter von 0 bis 96 Tagen wurden dazu aber nicht gequält. Vielmehr nutzten die Forscherinnen dazu medizinisch notwendige Blutabnahmen an der Ferse. Es zeigte sich: Hatten die Mütter direkten Hautkontakt zu den Babys, die nur eine Windel trugen, reagierte das Hirn anders, als bei Kindern, die Strampler trugen. Die Gehirnaktivität wurde dabei mit EEG-Elektroden (Elektroenzephalographie) auf der Kopfhaut aufgezeichnet.

Die anfängliche Reaktion auf die Blutabnahme an der Ferse war zwar die gleiche, aber die spätere Verarbeitung im Gehirn hing davon ab, ob die Babys angezogen waren oder nur Windeln trugen. "Der Schmerz mag derselbe sein," so Professorin Rebecca Pillai Riddell (Institut für Psychologie, York University, Kanada), die die Studie leitete, "aber wie das Gehirn des Babys diesen Schmerz verarbeitet und darauf reagiert, hängt von seinem Kontakt mit einem Elternteil ab."

Link zur Studie

Die  Studie The impact of parental contact upon cortical noxious‐related activity in human neonates ist im European Journal of Pain erschienen.

(gp)

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