Cannabis Hanf – seit 12.000 Jahren Kulturpflanze des Menschen

Wie lange gibt es die Beziehung zwischen Mensch und Cannabis? Neueste Gen-Analysen zeigen, dass wir die Hanfpflanze bereits seit mehr als zehntausend Jahren anbauen.

Cannabis-Plantage mit Nutzhanf
Bildrechte: imago images/Future Image

Es ist der Beginn der Jungsteinzeit im Nordwesten Chinas. Xibei heißt die Region heute. Im dortigen Kontinentalklima, weit vom Meer entfernt, werden vor 12.000 Jahren Hanfpflanzen angebaut. Woher wir das heute wissen? Das ergab die bisher umfangreichste Genanalyse des Cannabis-Erbguts. 110 Genome aus der ganzen Welt wurden dafür neu ermittelt (in 82 Fällen), oder bereits früher untersucht (28 Fälle) und jetzt mit den neuen Daten verglichen. Ob zur Faser- oder Ölproduktion, oder als Medizin, darüber können die Forscher nur spekulieren. Die Altersbestimmung der Kulturpflanze beweist jedoch, dass uns Hanf ähnlich lange begleitet wie Weizen oder Gerste.

Vor 4.000 Jahren begann die Hanf-Züchtung

"Diese Neusequenzierung des gesamten Genoms enträtselt die Domestikationsgeschichte von Cannabis sativa", überschreibt das internationale Team unter Leitung der Universität Lausanne seine Veröffentlichung. Die aus dem Genom entnommenen Daten belegen außerdem, dass der Mensch etwa vor 4.000 Jahren (wir befinden uns in der Kupfersteinzeit) begann, Hanf gezielt zu züchten. Das zeigten die entsprechenden Mutationen, die z.B. für die Bildung längerer Fasern sorgten, das Wachstum von Ästen verhinderten oder die Entwicklung der Harzproduktion und des THC beförderten.

"Unsere Ergebnisse bieten einen einzigartigen globalen Überblick über die Domestikation von C. sativa", schreiben die Forscher in ihrer Studie. Sie sehen darin einen wichtigen Beitrag für die zukünftige Nutzung der Pflanze, denn die Daten enthielten "wertvolle genomische Ressourcen für die laufende funktionelle und molekulare Züchtungsforschung".

Link zur Studie

Die Studie "Large-scale whole-genome resequencing unravels the domestication history of Cannabis sativa" wurde im Magazin Science Advances veröffentlicht.

gp

0 Kommentare