Homeschooling: positive Nebeneffekte

Über die Tücken des Homeschooling können Eltern, Kinder und Lehrkräfte ganze Arien singen. An allen Fronten wird gekämpft, die Nerven liegen blank. Ein pragmatischer Lehrer aus Sachsen-Anhalt verrät, wie es gehen kann.

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Stilisiertes Mauerwerk mit einem Videochat-Icon. Schrift: Herr Radtke allein zu Haus - Lehrer im Lockdown. Logo: MDR WISSEN 15 min
Lehrer im Lockdown Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk

"Bloß gut, dass meine Kinder nicht mehr / oder noch nicht / in der Schule sind!" Ein Satz, den Eltern derzeit oft als Antwort hören, wenn sie Bekannten oder Verwandten erzählen, wie es denn so läuft mit dem Homeschooling, den Hausaufgaben, den Videokonferenzen, den Kindern, der Kommunikation mit der Schule.

Sehr unterschiedlich übrigens - es gibt immer noch Schulen, an denen einfach nur Hausaufgaben verschickt werden, andere dagegen, deren Unterricht Punkt acht vor dem Bildschirm beginnt, wie ein ganz normaler Schultag mit ebenso vielen Unterrichtsstunden wie sonst im Schulhaus.

Manchmal läufts zu Hause besser

Homeschooling kann durchaus auch Vorteile haben, sagt beispielsweise ein Lehrer aus Sachsen-Anhalt, mit dem MDR WISSEN lange gesprochen hat: Bei manchen Schülern sei die Konzentration zu Hause höher und einige Jugendliche arbeiteten mehr und besser mit, weil sie sich in den eigenen vier Wänden wohler fühlen als im Klassenzimmer.

Allheilmittel Digitalisierung?

Professor Dr. Martin Lindner von der Uni Halle-Wittenberg forscht seit den 1980er-Jahren an digitalen Medien und deren Einsatz im Unterricht. Im Gespräch mit MDR WISSEN kommt er zu dem Schluss:

Ich würde sagen, dass der Lerneffekt durchaus im Mittelfeld bleibt. Es ist ein großer Motivationseffekt. Das war immer wieder faszinierend, die Schüler und Schülerinnen darauf einsteigen zu sehen. Aber ob letztlich der Lerneffekt größer ist, als bei der Beschäftigung mit einem Text oder mit einem Arbeitsbogen, einem Experiment - das möchte ich mal bezweifeln.

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