Chronologie zur Lungenkrankheit Covid-19 Coronavirus Sars-CoV-2 – was Sie jetzt wissen sollten

Das neue Coronavirus Sars-CoV-2 wird uns noch lange begleiten, vermutlich geht es nie wieder weg. Hier lesen Sie eine Chronologie seit Januar 2020, die aktuellen News aus der Forschung und die Ticker im Überblick.

Osterhasen aus Holz mit einen Mund Nasen Maske
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Chronologie der Ereignisse

Ende Dezember ist das Coronavirus ein lokales Thema und hat noch nicht mal einen Namen - inzwischen ist es eine Pandemie. Wie weit hat sich das Coronavirus ausgebreitet? Was wird unternommen? Wo steht die Forschung? Hier finden Sie die Chronologie der Ereignisse und die Ticker zum aktuellen Geschehen:

10.04.2020

- Wie fühlen Sie sich in der Coronakrise?

Forscher der TU Dresden untersuchen, wie sich die Corona-Krise und ihre Folgen auf das soziale Leben und die psychische Gesundheit auswirken. Dazu bittet das Team um Philipp Kanske vom Institut für Klinische Psychologie und Psychotherapie Freiwillige zur Teilnahme an einem Online-Fragebogen. Gefragt wird nach grundlegenden Gefühlen gegenüber der Arbeit oder dem eigenen sozialen und familiären Umfeld. In einem zweiten Schritte geht es um die Auswirkungen der Coronakrise, unter anderem auf Arbeit und Sozialkontakte. Am Ende können die Befragten entscheiden, ob sie an weiteren kurzen Folgebefragungen teilnehmen wollen. So wollen die Psychologen untersuchen, wie sich der Zustand im Verlauf der Krise entwickelt. Sie hoffen mit ihrer Studie mehr darüber zu erfahren, wo Unterstützung der Bevölkerung nötig ist.

09.04.2020

- Forschungsteam will Zell-Infektion durch Viren live beobachten

Mit einem Hochleistungsmikroskop will ein Forschungsteam in Erlangen den Vermehrungszyklus von Sars-CoV-2 Viren beobachten und ihre Reaktion auf verschiedene Medizinwirkstoffe.

Mikroskop-Aufnahme: Menschliche Zelle, infiziert mit Vaccinia-Viren.
Mikroskop-Aufnahme: Menschliche Zelle, infiziert mit Vaccinia-Viren. Bildrechte: MPI für die Physik des Lichts

Das Team um Vahid Sandoghdar, Institutsdirektor des Max-Planck-Instituts für die Physik des Lichts, hofft, auf diese Weise mehr über das Virus herauszufinden: Zum Beispiel wie lange es dauert, bis ein Virus in eine menschliche Zelle eindringt, sich vermehrt und eine neue Virengeneration freisetzt. Bisher wird die Viren-Vermehrungsrate in Zellkulturen beobachtet. Das iScat-Mikroskop, mit dem in Erlangen gearbeitet wird, gibt nun Einblicke auf Zell-Ebene. Das hochempfindliche Gerät kann nicht nur Bilder erstellen, sondern auch filmen. Die Forscher haben das Mikroskop auf Fernsteuerung umgestellt, damit es keinerlei Kontaminationen ausgesetzt wird.

- Verwirrung um Obduktionen

Sollten möglichst viele an Covid-19 erkrankte Menschen, die gestorben sind, obduziert werden oder nicht? Ja, unbedingt, sagen die Fachgesellschaften für Pathologie. Das Robert-Koch-Institut hatte anfangs empfohlen, möglichst auf eine Obduktion zu verzichten aus Infektionsschutzgründen. Diese Empfehlung im Internet für die ein oder andere verschwörerische Theorie. Die Pathologen hielten die Empfehlung für übertrieben. Durch ihre Initiative ist Bewegung in die Sache gekommen. Auch Rechtsmediziner Professor Rüdiger Lessig von der Martin-Luther-Universität Halle war nach eigenen Angaben von der Empfehlung irritiert. Nur durch Obduktionen könne die Todesursache zweifelsfrei bestimmt werden.

Ausgehamstert - Marktforscher sehen Gewöhnung an Krisenmodus

- Die große Zeit der Hamsterkäufe in Deutschland ist Marktforschern zufolge erst einmal vorbei. "Es gibt eine Gewöhnung an den Krisenmodus", meint der Handelsexperte Robert Kecskes von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Allerdings pendele sich die Nachfrage bei bestimmten Waren wie Mehl, Reis, Nudeln, Seife nd Toilttenpapier auf höherem Nivau ein, beobachteten die Konsumforscher. Die Steigerung erklären sie damit, dass sich der frühere Konsum in Restaurants, Kneipen und Kantinen auf die eigenen vier Wände verlagert habe.

08.04.2020

Weltkarte der Hoffnung

- Weltweit nimmt nicht nur die Zahl der Covid-19-Patienten zu. Auch Forschungsprojekte, die an einer Lösung der Corona-Krise arbeiten werden immer mehr. Eine Webkarte aus Heidelberg gibt einen Überlick. Diese Karte der Hoffnung ist eine Weltkarte mit vielen bunten Punkten. Sie ist deswegen eine Karte der Hoffnung, weil die Punkte für Forschung stehen, genauer gesagt, klinische Forschung. Das heißt: Hier werden Studien am Menschen gemacht, zum neuartigen Coronavirus. 

Modellrechnungen: Noch 10 Tage strenge Beschränkungen

- Zwei Untersuchungen von Forschern der Max-Planck-Gesellschaft geben Anlass zur Hoffnung. Wir werden bald das Maximum der Krankheitszahlen erreicht haben und können absehbar die Beschränkungen abbauen, so die Berechnungen der Forscher. "Ich finde es sehr ermutigend," so Viola Priesemann, die eine der Forschungsgruppen leitet, "dass wir mit einer starken Einschränkung, die in den kommenden zehn Tagen noch anhält, die Neuinfektionen soweit zurückdrängen könnten, dass wir danach mit Vorsicht, aber hoffentlich mit deutlich weniger Einschränkungen weitermachen können."

07.04.2020

Forscher: Ansteckungsrate flaut ab

- Forscher aus Thüringen und Westfalen zeigen online, wie hoch die Ansteckungsrate von Corona in Deutschland gerade ist. Ihr aktuelles Fazit: Der Shutdown funktioniert, die Ausbreitung von Covid-19 wird langsamer.

Zum gleichen Ergebnis kommt auch Professor Markus Scholz, ein Epidemiologe aus Leipzig. Er fordert für die Zeit nach dem Lockdown: Wir sollten uns stark an Südkorea orientieren. Das Robert Koch-Institut widerspricht den Zahlen.

Obdachlose besonders von Corona-Krise betroffen

- Neue Studien zeigen, welche Probleme Wohnungs- und Obdachlose derzeit haben - und wie ihnen geholfen werden kann. MDR Wissen beantwortet die wichtigsten Fragen dazu.

In Deutschland sind seit Beginn der Coronavirus-Pandemie mehr als 2.000 Menschen nach einer Infektion gestorben. DHL will 4.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken. Außerdem müssen wir uns bei Behördenangelegenheiten auf längere Bearbeitungszeiten einstellen. Grund: In Behörden wird Recherchen von MDR aktuell zufolge intern umstrukturiert, damit die Mitarbeitenden keiner Ansteckungsgefahr ausgesetzt sind.

Teilchenbeschleuniger CERN im Corona-Einsatz

- Normalerweise werden am CERN, dem Teilchenbeschleuniger in der Schweiz, exotische Materieteilchen gesucht und die Grundfragen des Universums erforscht. Doch in Corona-Zeiten widmet sich die wissenschaftliche Community jetzt ganz praktischen Fragen. Und die reichen von der "Herstellung von Desinfektionsgel bis hin zu neuartigen Vorschlägen für Beatmungsgeräte, um die steigende klinische Nachfrage zu befriedigen", schreibt das CERN auf seiner Seite. Dafür hat die Einrichtung eine CERN-against-COVID-19-Taskforce gegründet. Die Gruppe möchte nach eigenen Angaben auf die zahlreichen Kompetenzen des CERN zurückgreifen und eng mit Experten aus den Bereichen Gesundheitswesen, Arzneimittelentwicklung, Epidemiologie und Notfallmaßnahmen zusammenarbeiten, um wirksame und gut koordinierte Maßnahmen zu gewährleisten.

Kontaktbeschränkungen beenden Grippewelle

- Das Ende der Grippewelle scheint erreicht: Die Corona-bedingten Kontaktbeschränkungen halbieren erneut die Zahl der Grippeneuansteckungen. Die Verbreitung der Influenza sinke damit unter das messbare Niveau, so das RKI. Die Zahl der neu gemeldeten Grippeinfektionen in Deutschland ist in der letzten Märzwoche (21. bis 27.3.) auf 3.528 Fälle eingebrochen. Das geht aus dem aktuellen Influenza-Wochenbericht hervor, den das Robert Koch-Institut (RKI) mit seinen Partnern von der Arbeitsgemeinschaft Influenza herausgibt. Noch in der Woche zuvor waren es über 10.000, zum Höhepunkt Anfang März sogar über 25.000 Neuansteckungen.

06.04.2020

Mehr als 100.00 Corona-Infektionen in Deutschland bestätigt

- Die Datenbank des "Risklayer"-Projekts am Karlsruher Institut für Technologie meldet am Montagmorgen erstmals mehr als 100.000 Corona-Infizierte in Deutschland. In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zählen die Forscher 5.236 laborbestätigte Infektionen. Die Angaben werden regelmäßig aktualisiert:

Tiger in den USA mit Corona infiziert

- In einem Zoo im New Yorker Stadtteil Bronx ist ein Tiger positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Das vierjährige Weibchen Nadia leide an einem trockenen Husten, teilten die Betreiber des zoologischen Gartens mit. Es werde sich aber voraussichtlich erholen.

Das ist der erste bekannte Fall eines Tieres in den USA, bei dem die Krankheit nachgewiesen wurde, und weltweit die erste bekannte Infektion bei einem Tiger. Auch bei drei weiteren Tigern und drei Löwen seien Symptome festgestellt worden, teilte der Zoo mit, der seit dem 16. März geschlossen ist.

05.04.2020

Auch ohne Husten oder Niesen verteilen wir Viren

- Operations-Masken können offenbar Corona- oder Influenza-Viren von Atemwegserkrankten auffangen. Zu diesem Schluss kommt ein Team der chinesischen Universität Hongkong. Die Forschenden hatten die Atemwegsluft von Menschen mit gängigen Corona- oder Influenzaviren analysiert, um zu sehen, ob Viren nur über Husten und Niesen abgesondert werden oder die Viren auch in der Atemluft stecken. Das unterscheidet die Forschung von anderen, die Virenvorkommen aus Tröpfchen von Husten oder Niesen untersucht hatten, die in Schutzmasken aufgenommen wurden. Die neue chinesische Studie zeigt, dass Menschen mit Erkältungserkrankungen auch ohne zu husten oder zu niesen, signifikante Mengen von Viren ausstoßen. Das legen die Analysen ihrer Atemschutzmasken, die sie für die Studie getragen hatten, nahe. Die komplette Studie, die im Fachmagazin nature veröffentlicht wurde, können Sie hier nachlesen.

Stiefkind Telemedizin - Corona deckt Rückstand auf

- Seit Beginn der Pandemie verzeichnen Fernbehandlungen ein enormes Wachstum. Das Münchner Unternehmen Jameda, bekannt für sein Arztbewertungsportal, berichtet, die Nachfrage nach Videosprechstunden auf seiner Plattform sei innerhalb eines Monats um das Zehnfache gestiegen.

2015 von der Politik im E-Health-Gesetz verabschiedet, nimmt die Telemedizin erst jetzt Fahrt auf. In Corona-Zeiten werden unbürokratischeschnelle Lösungen gefunden, seit kurzem ist z.B. die Deckelung für Ärzte und Psychotherapeuten weggefallen, dass sie höchstens zwanzig Prozent ihrer Behandlungen als Videosprechstunde abrechnen dürfen. Trotzdem gibt es noch Haken, wie die technische Ausstattung von Patienten und Ärzten.

Für die Ärzte ist es aufwendig, die Technik zu installieren. Da alle Ärzte ausgelastet sind und sich das finanziell nicht lohnt, wird es wenig in Anspruch genommen.

Josef Mischo, Bundesärztekammer

- Neuinfektionen rückläufig

Die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen in Deutschland ist leicht rückläufig. Das Robert Koch-Institut registrierte am Samstag 5.936 neue Ansteckungen. Im Vortagsvergleich seien das erneut etwa 100 Fälle weniger gewesen. Bundesweit gibt es dem Institut zufolge RKI in Deutschland 91.714 bestätigte Infektionen und 1.342 Todesfälle.

04.04.2020

Sommersemester - findet statt. Aber wie?

Die vorlesungsfreie Zeit endet kommende Woche, an Hochschulen und Universitäten steht das Sommersemester an. Doch das Coronavirus zwingt zum Umdenken. Mehrere Universitäten setzen auf digitales Lernen von Zuhause aus, andere haben den Start verschoben. An der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg gilt zum Beispiel derzeit: Studenten müssen draußen bleiben. Nur Mitarbeiter, die einen Schlüssel haben, dürfen ins Gebäude. Das soll mindestens bis 20. April so bleiben, so lange ist Präsenzlehre an Universitäten und Hochschulen in Sachsen-Anhalt ausgesetzt. Rektor Jens Strackeljan hält auch weitere Verschiebungen für denkbar:

Wo es jetzt nicht geht, werden wir ins Wintersemester ausweichen müssen.

Jens Strackeljan

Diese Option sei für praktische Prüfungen denkbar, allerdings nur, wenn die Studierenden ohnehin im Wintersemester immatrikuliert sind. - Kritik über den Stand der digitalen Lehre kommt aus den Reihen der Studierenden. Standards für die digitale Lehre gibt es noch nicht.

- Corona als Lehre für die Zukunft?

Wir müssen die derzeitige Erfahrung mit Corona als Hinweis aus der Zukunft sehen, sagt Zukunftsforscher Matthias Horx:

Aus einer Zukunft, in der wir auch handlungsfähiger werden als Weltgesellschaft. Das Verblüffende an der Erfahrung dieser Krise könnte sein, dass wir gewissermaßen geübt haben für die Veränderungen, die in Zukunft sowieso vor uns liegen.

Matthias Horx

Andere Philosophen und Zukunftsforscher sehen die Lernfähigkeit der Menschheit dagegen eher kritisch.

- Weltweite Antikörpertests sollen Ausmaß der Virus-Infektionen zeigen

Mehr als ein Dutzend Länder weltweit nehmen an einem WHO-Programm Solidarity II, das die WHO koordiniert. Das Programm will das tatsächliche Ausmaß von Coronavirus-Infektionen ermitteln. Um Studien aus verschiedenen Ländern vergleichen zu können, hat die WHO Standardprotokolle entwickelt. In Deutschland hat die Universität Bonn eine Antikörperstudie an 1.000 Menschen in Heinsberg, gestartet.

- Homeoffice gefährlich für Stoffwechsel

Arbeiten im Homeoffice kann bei Erwachsenen den Stoffwechsel durcheinanderbringen. Darauf weist die Chemnitzer Sportwissenschaftlerin Dr. Carolin Schulze hin. Sie warnt, verlängerte Sitzzeiten seien gefährlich. Aus Studien sei bekannt, dass lange Sitzzeiten das Risiko für Diabeteserkrankungen erhöhe. Auch wer mit einer Grundfitness und einem enstsprechen aktiven Stoffwechsel in den Corona-Heimarbeit gestartet sei, müsse diese pflegen, sonst schalte der Körper nach ein paar Wochen auf "Reserve-sammeln" um, und legt Fett-Vorräte an.

- Statistik über Infektionen von Medizinpersonal

Wie viele Menschen im medizinischen Bereich sind selbst mit dem neuartigen Corona-Virus infiziert? Dazu gibt es noch keine Zahlen. Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund fordert jetzt ein elektronisches Meldesystem für infizierte Mitarbeiter in Kliniken. Das Robert Koch-Institut schätzt, dass mindestens 2.300 Ärzte und Pfleger infiziert sind - bezogen auf Kliniken.

03.04.2020

Zahlen zeigen derzeit nur Momentaufnahmen

- Japanische Biomathematiker haben aus Daten aus Wuhan und von Bürgern, die von dort zurückgeholt worden waren, das Übertragungspotential der Viren berechnet. Demnach lag im Zeitraum 2019-2020 die Ansteckungsrate bei 5, nach den Interventionen im Gesundheitswesen bei 0,5. Der Chemnitzer Infektiologe Dr. Thomas Grünwald sagte im Gespräch mit MDR Wissen: "Das ist eine mathematische Bestätigung dafür, dass man die Sterblichkeit durch Covid drücken kann, wenn man die Absonderungsmaßnahmen sehr konsequent betreibt." Bezogen auf die vielen verschiedenen und immer neuen Zahlen über Ansteckungs- und Mortalitätsraten, sagt der Medzinier: "Erfassungen während einer Pandemie zeigen immer nur Momentaufnahmen". Erst Metastudien danach, die die vielen Einzelbefunde nach deren Ende beleuchten, würden Klarheit über das Ausmaß zu schaffen.

Corona- die Erde schwingt leiser

- Weniger Verkehr, weniger Schadstoffe, blauer Himmel ohne Kondensstreifen – die Nebenwirkungen der Corona-Krise auf die Umwelt sind messbar. Die Tatsache, dass Millionen Menschen Zuhause festsitzen, hat offenbar einen messbaren Einfluss auf die Schwingungen der Erde: unser Planet wird ruhiger. Forscher haben herausgefunden, dass die Schwingungen der Erdkruste, die wir verursachen, seit dem Shutdown um 30 bis 50 Prozent reduziert. Im Fachmagazin "DailyScience Brussels" sagt Thomas Leloq, Seismologe am Königlichen Observatorium von Belgien in Brüssel: "Das Hintergrundgeräusch ist so gering, dass wir Studien in Betracht ziehen können, die normalerweise nicht möglich wären."

Verfassungsrechtler warnen vor Eingriffen in Bürgerrechte

- Verfassungsrechtler haben Bund und Länder vor unverhältnismäßigen Eingriffen in die Bürgerrechte gewarnt. Der Berliner Rechtsexperte Hartmut Aden sagte MDR AKTUELL, die Bundesländer hätten Regelungen auf Basis des Infektionsschutzgesetzes erlassen, die sehr weitreichende Eingriffe zuließen. Man müsste eigentlich täglich neu prüfen, ob sie für das Gesundheitsziel unbedingt erforderlich seien.

Zwei Bundesländer hätten vorgeschrieben, dass man immer einen Ausweis dabei haben müsse. Das sei vom Infektionsschutzgesetz gar nicht gedeckt.

Datenbank für Intensivbetten

- Um einen möglichst vollständigen Überblick zu haben, welches Krankenhaus wie viele Intensivbetten hat und wie viele davon frei oder belegt sind, hat die deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) gemeinsam mit dem Robert-Koch-Institut (RKI) und der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) in den vergangenen Tagen das sogenannte DIVI-Intensivregister aufgebaut. In diese Datenbank können Kliniken ihre intensivmedizinischen Kapazitäten und die intensivmedizinisch behandelten Covid-19-Fälle eintragen.

02.04.2020

UN-Klimakonferenz wegen Corona verschoben

- Die UN-Klimakonferenz wird wegen der Coronavirus-Pandemie verschoben. Das teilte die britische Regierung am Mittwochabend mit. Die Konferenz sollte eigentlich im November im schottischen Glasgow stattfinden. Die Entscheidung sei gemeinsam von den Vereinten Nationen und den beiden Veranstaltern, Großbritannien und Italien, getroffen worden, hieß es in der Mitteilung. Die Konferenz soll nun im kommenden Jahr abgehalten werden. Das genaue Datum stehe aber noch nicht fest. Der diesjährige UN-Klimagipfel galt als besonders wichtig: Die Staaten sollten dort ehrgeizigere Klimaschutz-Pläne vorlegen.

Dresdner Forscher arbeitet an App gegen Corona-Ausbreitung

- Mehr als 130 Wissenschaftler arbeiten gemeinsam an einer App, die die Ausbreitung des Coronavirus verlangsamen soll. Auch ein Forscher aus Dresden ist daran beteiligt und erklärt im MDR-Gespräch, wie das funktionieren soll. In Singapur wird eine derartige App bereits genutzt. 21 Tage lang erfasst die App über den Funkstandard Bluetooth die Mobilfunkdaten von allen Personen, die sich in der Nähe des einzelnen Smartphone-Nutzers aufhalten. Gemeint sind damit jene Menschen, die ebenfalls "Trace Together" auf dem Handy installiert haben. Das sind nach Informationen des ARD-Korrespondeten immerhin bislang ein knappes Fünftel aller Singapurer. 

01.04.2020

Shutdown reduziert Stickoxide über Europa

- Bereits vor einigen Wochen zeigten Daten des Esa-Umweltsatelliten Sentinel 5P, dass der Corona bedingte Shutdown der Umwelt in China nützt. Die Luft enthielt bis zu 40 Prozent weniger Stickoxide (NOx). Den gleichen Effekt stellen die Wissenschaftler der Raumfahragentur jetzt auch für Europa fest. Dabei verglichen sie die Stickoxidkonzentrationen zwischen dem 14. und dem 15. März 2020 mit den Durchschnittswerten des März 2019. Ob über Paris, Madrid oder Mailand, überall sind die NOx-Werte deutlich geringer, als im Vorjahr. Da die Stickoxidkonzentrationen auch von der Wetterlage abhängen, müssen die Daten für mindestens zehn aufeinanderfolgende Tage vorliegen, um einen Effekt durch menschliches Handeln zu belegen.

Politiker und Wissenschaftler streiten über Mundschutz

- Erste Kommunen planen Regelungen, in der Öffentlichkeit Mundschutz zu tragen. Das führt gerade zu einer neuen Diskussion - in der Politik und der Wissenschaft. Das Problem dabei ist, dass es praktisch keine Studien gibt, die Vor- oder Nachteile des Tragens von Masken untersucht haben. Aktuelle Daten aus Kontaktüberwachungen legen jedoch nahe, dass die Hälfte der Ansteckungen mit Sars-CoV-2  erfolgen, bevor die infizierte Person Symptome zeigt. Deshalb sehen viele Forscher den Mundschutz als wichtig an. Infizierte, die z.B. noch keine Symptome zeigen, könnten so die anderen schützen.

31.03.2020

Shutdown zeigt Effekte bei der Grippe

- Die wegen Corona angeordneten Schließungen von Schulen und Kitas haben offenbar einen Nebeneffekt: Die Zahl der Grippeinfektionen bricht deutlich ein. Wahrscheinlich hat Social Distancing viele Ansteckungen verhindert. Die Zahlen des Robert Koch-Instituts sind eindeutig: Seit dem 14. März registriert Deutschlands nationale Infektionsbehörde einen drastischen Rückgang bei der Zahl der Grippeansteckungen. In der Woche vom 14. bis zum 20. März ging die Zahl der bestätigten Neuinfektionen mit Influenza gegenüber der Vorwoche um die Hälfte zurück, von 18.818 auf 9.878 Fälle bundesweit.

Ärztepräsident: Immune Menschen sollen arbeiten dürfen

- Die Bundesärztekammer hat sich dafür ausgesprochen, für immune Menschen die Kontaktsperre zu lockern. Wie Ärztekammerpräsident Klaus Reinhardt der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" sagte, sollen dafür möglichst viele Bürger auf Antikörper getestet werden. Wer eine Infektion hinter sich habe und immun sei, könne wieder zu Arbeit gehen und am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Diese Menschen seien weder gefährdet noch gefährdeten sie andere. Laut Reinhardt könnten sie daher als erste ins normale Leben entlassen werden.

30.03.2020


Kekulé: Handy-Tracking ist Aktionismus

- Der Virologe Alexander Kekulé sieht den Einsatz einer Anti-Corona-App äußerst kritisch. Im MDR-AKTUELL-Podcast bezeichnete er den Vorschlag als Aktionismus, der nur eine Pseudosicherheit bringe. So könnte man zwar Kontaktsperren überwachen, das wäre aber eine Art Handy-Polizei, die er für nicht sinnvoll halte.

Die zweite Begründung sei, Kontaktpersonen eines Infizierten zu finden. Wer aber plötzlich Corona-Symptome bekomme, der könne sich selbst erinnern, wen er die letzten zwei Tage getroffen habe. Auch seien zwei Leute, die laut Handy-Tracking nah beieinander gewesen seien, nicht unbedingt so nah beieinander gewesen, dass eine Ansteckungsgefahr bestanden habe.

Kekulé sagte, in Südkorea und Singapur seien die Apps angewendet worden, es sei aber nicht bewiesen, dass der Erfolg in diesen Ländern wirklich auf diesen Apps beruhe.

Katze in Belgien infiziert

- In Lüttich (Belgien) hat sich eine Katze mit dem neuen Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert. Das Tier war an der veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Lüttich untersucht worden, wie die Zeitung Le Soir berichtet. Die Besitzerin der Katze ist an Covid-19 erkrankt. Ein absoluter Einzelfall, der nach engem Kontakt zwischem der kranken Frau und ihrem Tier, so Emmanuel André vom belgischen Krisenzentrum "Es gibt keinen Grund zu der Annahme, dass Tiere Überträger der Epidemie sind."

Welche Folgen hat das Homeschooling?

- Für die Betroffenen sind es ganz praktische Fragen, für Forscher wissenschaftliche. Welche Folgen hat die Corona-Krise für Eltern von Grundschulkindern? Das untersucht die Erziehungswissenschaftlerin Prof. Dr. Raphaela Porsch von der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Dazu startet sie jetzt eine Online-Untersuchung. Wie sehen die Herausforderungen ganz konkret im Alltag aus? Wie gehen die Eltern damit um, wo gibt es Gemeinsamkeiten, wo Unterschiede? Porsch erklärt: "Mein Ziel ist es, Einflüsse auf das individuelle Erleben von Belastung und Beanspruchung von Müttern und Vätern zu ermitteln, insbesondere, da die Großeltern zur Unterstützung gerade ausfallen." 

Interessierte Eltern von Grundschülerinnen und –schülern können seit dem 25. März 2020 an der bundesweiten Studie teilnehmen. Hier der Link zum Fragebogen. Die Beantwortung kostet nach Angaben der Forscher rund zehn Minuten Zeit.

29.03.2020

Ist Corona schon seit Januar in Europa?

- Die ersten Corona-Infektionen in Norditalien könnten bereits im Januar aufgetreten sein. Zu diesem Ergebnis kommt eine noch nicht begutachtete Studie aus Italien, über die Spektrum der Wissenschaft berichtet. Das erste offiziell positive Testergebnis auf Sars-CoV-2 gab es zwar erst am 20. Februar 2020. Die extrem schnelle Ausbreitung und die hohe Anzahl an Todesopfern seien aber ein deutliches Zeichen dafür, dass die Covid-19-Erkrankung sich bereits seit 14. Januar in der Lombardei ausgebreitet habe, schreiben die Autoren. Eine Fehlerquelle für die zeitliche Eingrenzung der Epidemie liege in den bislang zu wenig beachteten Verzögerungen im Testverfahren. So liege ein Testergebnis in der Regel erst 3,6 Tage nach dem Test vor. Und zwischen dem Testergebnis und dem Einsetzen der Symptome vergingen sogar 7,3 Tage, also über eine Woche.

Deutschland erreicht wahrscheinlich Klimaziel dank Coronakrise

- Experten der Berliner Umweltpolitik-Think-Tanks "Agora Energiewende" gehen davon aus, dass Deutschland wegen der Corona Krise im laufenden Jahr zwischen 30 und 100 Millionen Tonnen weniger CO2 ausstoßen wird, als 2019. Maximal würde die Bundesrepublik ihre Emissionen damit um 12,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr reduzieren, berichtet der Deutschlandfunk. Durch den Kriseneffekt sei also das Klimaziel für 2020, eine 40-prozentige Reduktion der Klimagase gegenüber 1990 tatsächlich erreichbar. Die Forscher sehen darin allerdings nicht wirklich einen Fortschritt im Kampf gegen die Klimakrise. Ähnlich wie nach dem Ende der Finanzkrise 2008 erwarten die Experten einen Reboundeffekt. Durch die angekündigten Konjunkturprogramme könnten die Emissionen nach dem Ende der Krise deutlich über ihr Vorkrisenniveau anwachsen.

Makerspaces in Deutschland helfen beim Kampf gegen Corona

- Nicht nur Forscher verbinden sich, um ganz praktisch in der Corona-Krise zu helfen. In zahlreichen deutschen Städten gibt es Makerspaces, auch in Mitteldeutschland. Das sind selbstorganisierte Werkstätten, in denen Tüftler und Kleinunternehmer oft gemeinsam Maschinen anschaffen, darunter auch High-Tech wie 3-D-Drucker. Mit denen lässt sich dringend benötigte Ausrüstung wie Schutzmasken für medizinisches Personal oder andere Menschen, die weiterhin Kontakt haben müssen, herstellen. Der Magdeburger Makerspace Macherburg hat jetzt eine zentrale Internetseite eingerichtet, die das Angebot der Werkstätten mit dem Bedarf im Gesundheitssystem zusammenbringen soll.

28.03.2020

Schutzmasken statt Raumschiffe: DLR hilft beim Kampf gegen Corona

- Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt nutzt seine 3-D-Drucker für die Bewältigung der Corona-Krise. Wie die das nationale Raumfahrtzentrum mitteilt, seien mit den Maschinen bereits erste Atemschutzmasken und Ventile für Beatmungsgeräte gefertigt worden. Je nach Modell des Druckers sei die Produktion von bis zu 10 Masken und bis zu 15 Ventilen pro Tag möglich. Durch die Vernetzung aller beteiligten Einrichtungen könnten damit größere Stückzahlen gefertigt werden. Aktuell laufe die nötige medizintechnische Zertifizierung der Verfahren. Sein Wissen über die nötige Umrüstung der 3-D-Drucker will das DLR auch anderen Einrichtungen zur Verfügung stellen. Hintergrund der Initiative ist eine Anfrage der Europäischen Kommission. Europas oberste Behörde lässt derzeit prüfen, wie die Herstellung dringend benötigter medizinischer Geräte gesteigert werden kann.

Untypische Symptome bei Corona durch mögliche Zweiterkrankung

- Eine vom Sars-CoV-2 ausgelöste Erkrankung beginnt bei vielen Patienten oft mit unterschiedlichen Symptomen. Einen typischen Krankheitsverlauf gibt es nicht. Deswegen herrscht immer wieder Unklarheit darüber, woran ein Erkrankter eine mögliche Covid-19 frühzeitig erkennen kann. Bei fast allen Fällen seien Fieber bemerkbar, das sich auch als Frösteln äußern könne und ein trockener Husten, sagt der Berliner Virologe Christian Drosten im Podcast beim NDR. Ein Schnupfen gehöre aber in der Regel nicht zu den Anzeichen einer Covid-19 Erkrankung. Dass es dennoch vorkomme, das Corona-Patienten einen Schnupfen haben, sei aber nicht verwunderlich. Mitunter erkranken Patienten an mehreren Viren zur gleichen Zeit. Neben Corona sind dann beispielsweise andere Erkältungsviren aktiv, die für den Schnupfen sorgen. Solche Mehrfachinfektionen würden in den Labors oft festgestellt und seien nicht ungewöhnlich. Mitunter seien drei verschiedene Arten von Viren gleichzeitig aktiv, so Drosten.

27.03.2020

Neue Corona-Studie: Wir müsen unseren Umgang mit Tieren überdenken

- Fast so lange wie das neuartige Coronavirus begleitet uns die Frage, wie es zum Menschen gelangen konnte. Eine Forschungsgruppe ist dieser Frage wieder einen Schritt näher gekommen. Ihre Studie hat drei wichtige Erkenntnisse: Das Virus ist natürlich, die Pangoline waren bei der Verbreitung beteiligt, aber deshalb sind sie nicht schuld, sattdessen müssen wir unseren Umgang mit Tieren überdenken. Hier geht es zum Artikel.

Reisebeschränkungen können die Corona-Ausbreitung zu Beginn deutlich verlangsamen

- Wie konnte das neuartige Coronavirus in China eingedämmt werden? Waren die Beschränkungen der Reisefreiheit bis hin zur Ausgangssperre in Wuhan entscheidend? Oder waren es andere Maßnahmen des Gesundheitssystems? Forscher um Moritz Kraemer von der Universität Oxford in England versuchen diese Fragen mit Hilfe umfangreicher Datenauswertung in einer Studie für das Journal Science zu beantworten. Sie verglichen Daten zu Covid-19-Fällen mit Echtzeitdaten zum Reiseverhalten in China. Dabei stellten sie fest: Zu Beginn der Epidemie können Reisebewegungen die beobachtete Ausbreitung des Sars-Coronavirus-2 fast vollständig erklären. Ab dem Lockdown von Wuhan, das Zentrum des Ausbruchs war, werden aber andere Maßnahmen wichtiger: Die Erhöhung der Testkapazitäten, eine schnelle Isolierung der bestätigten Corona- und der Verdachtsfälle sowie deren Kontakte. Im Endergebnis stellen sie fest, dass vor allem zu Beginn eines Ausbruchs Reisebeschränkungen die Ausbreitung stark eindämmen könnten. Welche Maßnahmen später besonders wirkungsvoll seien, dazu fehlten noch Daten.

26.03.2020

Wie sinnvoll sind Corona-Schnelltests?

- Bei den derzeit gängigen PCR-Tests wird die Erbinformation von Coronaviren in den Proben der Rachenschleimhaut oder des Lungengewebes nachgewiesen. Die Tests finden also vor allem heraus, ob jemand akut infiziert ist. Diese PCR-Tests können allerdings nur von Laboren durchgeführt werden. Zwar dauert der Test selbst nur ein paar Stunden. Da aber nur begrenzt Laborkapazitäten vorhanden sind, müssen Verdachtsfälle aktuell mindestens einen Tag auf ihr Testergebnis warten. Abhilfe sollen hier sogenannte serologische Tests bringen. Sie können von jedem Laien eingesetzt und ausgewertet werden. Nötig ist lediglich eine Blutprobe, in der dann Antikörper gegen das Sars-Corona-2-Virus nachgewiesen werden. Der Nachteil dieser Tests: Die Antikörper sind erst einige Tage nach der Infektion nachweisbar. Akut Infizierte lassen sich so nicht finden. Dafür zeigen die Tests, wer bereits immun gegen das Virus ist.

Corona – kann dein Schwamm aus dem Meer helfen?

- Wissenschaftler der TU Freiberg haben einen Wirkstoff aus einem Schwamm gewonnen, der Viren hemmen kann. Aplysina aerophoba heißt die Substanz, die das Wachstum von Viren sowie den Eintritt von Viren in Zellen verhindern soll. "Es ist uns gelungen diese bioaktiven Substanzen in einer rein kristallinen Form, in solchen Mengen (d.h. deutlich mehr als 10 Gramm) zu isolieren, dass diese für sofortige klinische Untersuchungen gegen den COVID-19 Erreger zur Verfügung stehen", erklärt Prof. Dr. Hermann Ehrlich von der Arbeitsgruppe Biomineralogie und Extreme Biomimetik an der TU Bergakademie Freiberg. Die Forscher bieten ihr Wissen jetzt für weitere Untersuchungen an.

Link zur Studie

Die Forschungsergebnisse sind in der Zeitschrift "Materials Science and Engineering" unter dem Titel: Marine biomaterials: Biomimetic and pharmacological potential of cultivated Aplysina aerophoba marine demosponge veröffentlicht worden.

WHO - Corona-Restriktionen nicht zu früh aufheben

- Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt davor, die strikten Maßnahmen zur Eindämmung des neuen Coronavirus zu früh wieder aufzuheben. "Das letzte, was Länder nun brauchen, ist, dass Schulen und Unternehmen öffnen, nur um dann wegen eines Wiederauflebens (des Virus) erneut zur Schließung gezwungen zu werden", so WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch in Genf. Diese Maßnahmen allein werden Epidemien jedoch nicht auslöschen, twitterte Ghebreyesus am Abend. "Wir fordern alle Länder auf, diese Zeit zu nutzen, um das Coronavirus anzugreifen.!

Passive Impfung als Behandlungsmöglichkeit

- Während weltweit an einem Impfstoff geforscht wird, nimmt man in Wien die alte Idee der Immuntherapie zur Hand: Mit Antikörpern von Corona-Patienten, die die Krankheit überstanden haben, soll schweren Fällen geholfen werden können. "Die Antikörper haben bereits bewiesen, dass sie effizient sind. Denn der ursprüngliche Infizierte ist zu einem gesunden Plasmaspender geworden", sagt Thomas Kreil vom Pharmaunternehmen Takeda.25.03.2020

25.03.2020

Onlinestudie - Auswirkungen von Corona

- Quarantäne, fast völlige Einschränkung sozialer Kontakte - welche Folgen hat diese Krise für unsere Psyche? Das wollen Forscher der Johannes Gutenberg-Universität Mainz untersuchen - mit einer Onlinestudie. Die Bearbeitungsdauer für die Studie beträgt nach Angaben der Universität ca. 15 Minuten. Eine Teilnahme ist für alle ab 16 Jahren möglich. Sollten sie Inmteresse haben, dann können ie unter diesem Link teilnehmen.

RKI: Aufenthalt in Corona-Risikogebiet nicht mehr Test-Kriterium

- Das Robert Koch-Institut (RKI) hat seine Linie für Coronavirus-Tests angepasst. Das bisherige Kriterium, dass ein Patient in einem Gebiet mit Covid-19-Fällen gewesen sein muss, entfalle, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Mittwoch in Berlin. Nach einzelnen Gebieten zu unterscheiden, mache keinen Sinn mehr, so Wieler. Das Institut prüfe auch, wie es in Zukunft mit der Frage der Einstufung anderer Länder oder Regionen als Risikogebiet umgehe.

Die Regel bleibt: Menschen mit Symptomen werden getestet. Die Entscheidung anhand weiterer Kriterien, wie Kontakt zu einem bestätigten Sars-CoV-2-Fall, treffe der behandelnde Arzt. Ziel sei es, die Testressourcen gezielter einzusetzen, betonte Wieler. Wer mild erkrankt sei und mangels Testkapazitäten derzeit nicht getestet werden könne, solle zu Hause bleiben und Abstand zu anderen halten, appellierte der RKI-Chef.

Warum sterben in Italien so viele an Covid-19?

- Seit sich das Coronavirus in Europa ausbreitet, steht die Frage: Warum hat Italien nicht nur viele Infizierte, sondern auch so eine hohe Todesrate? Dafür gibt es nicht einen Grund, sondern viele. Und die zeigen vor allem: Zwischen Ländern sollte nicht verglichen werden. Denn es gibt nicht diese eine richtige Methode, um zu ermitteln, wie viele Menschen wirklich an der durch das Coronavirus verursachten Krankheit Covid-19 sterben. Generell wird der Anteil Verstorbener auf zwei verschiedene Arten gemessen. Wie die Berechnungden funktionieren und was dabei herauskommt, können Sie hier nachlesen.

24.03.2020

Grippestichproben werden auch auf Corona überprüft

- Bei Stichproben aus dem Sentinelsystem tauchen die ersten Testergebnisse auf, die eine Infektion mit dem Sars-Corona-Virus-2 bestätigen. Bei Sentinel übermitteln 700 Arztpraxen in Deutschland jede Woche die Zahl der registrierten Atemwegserkrankungen an das Robert-Koch-Institut (RKI). Das RKI behält so unter andrem den Überblick über den Verlauf der jährlichen Grippewelle. Einzelne Proben von Patienten werden im Rahmen von Sentinel ausgewertet. Seit dem 17. Februar testet das RKI die Proben auch auf Sars-CoV-2. In der 11. Kalenderwoche wurden insgesamt 192 Sentinelproben untersucht, davon zeigte eine Probe ein positiven Test auf das neuartige Coronavirus.

RKI - vorsichtiger Optimismus bei Anstiegszahlen

- Das Robert Koch-Institut (RKI) hat sich vorsichtig optimistisch gezeigt, dass sich der Anstieg der Coronavirus-Fallzahlen in Deutschland leicht abschwächt. "Wir sehen den Trend, dass die exponentielle Wachstumskurve sich etwas abflacht", sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Montag in Berlin und berief sich auf tägliche Analysen. Für eine definitive Bewertung sei es jedoch zu früh, wahrscheinlich sei dies erst am Mittwoch möglich. Das RKI hat auch seine Empfehlungen für COVID-19-Kontaktpersonen unter medizinischem Personal, um sie besser zwischen Praktikabilität und Patientenschutz abwägen zu können. "Medizinisches Personal muss künftig nach engem ungeschützten Kontakt zu COVID-19-Erkrankten nicht mehr so lange in Quarantäne und darf bei dringendem Bedarf in Klinik oder Praxis arbeiten, solange keine Symptome auftreten", zitiert das Ärzteblatt den RKI-Präsident Lothar Wieler. 

Der Hallesche Virologe Alexander Kekulé widerspricht der Einschätzung des RKI, dass das bereits Auswikungen der eingeleiteten Maßnahmen seien. In seinem MDR Podcast erklärt er: "Man muss sich klar machen, dass wir einen enormen Verzug haben. Jemand, der krank ist, hat sich fünf Tage vorher infiziert. Dann dauert's nochmal mindestens drei Tage, bis die Diagnose gestellt wird. Und dann ist das Robert Koch-Institut leider nach wie vor sehr, sehr langsam bei der Meldung - also der Meldeverzug ist enorm." Und das bedeutet, so Kekulé, dass wir jetzt Effekte sehen, die vor ungefähr zwei Wochen eingetreten sind. Er erklärt sich den Rückgang der Neuinfektionen damit, dass zwei "Boostereffekte" nicht mehr greifen, weil danach reagiert wurde - der Karneval in NRW und der Schulbeginn in Bayern.

23.03.2020

Klinische Tests für Medikamente um Impfstoffe

- In Europa beginnen klinische Tests zur Behandlung von Covid-19. Die staatliche französische Forschungseinrichtung Inserm teilte mit, bei den Versuchen an rund 3.200 Personen würden vier Mittel eingesetzt, darunter das bei Ebola verwendete Remdesivir. Die mit dem Corona-Virus infizierten Testpatienten kämen unter anderem aus Frankreich, Deutschland, den Niederlanden, Großbritannien und Spanien. Der Generaldirektor im französischen Gesundheitsminiserium, Salomon, erklärte, die Medikamente würden unter strikter Aufsicht getestet. Neben Europa testet auch die Weltgesundheitsorganisation Mittel, die gegen die neue Lungenkrankheit helfen könnten.

Erster Impfstoff in Deutschland im Herbst?

- Im Rahmen einer Studie könnten Zehntausende Deutsche bereits im Herbst einen Impfstoff erhalten. "Wenn die Daten gut sind und die Behörden ihr Okay geben, können wir noch dieses Jahr eine größere Studie starten", so der amtierende Chef des Tübinger Biotechunternehmens Curevac, Franz Werner Haas, am Wochenende gegenüber der Wirtschaftswoche. "Wann der Impfstoff für die breite Masse verfügbar ist – ob noch dieses Jahr oder erst 2021 – hängt vom Ausgang der klinischen Studie und der Entscheidung der Zulassungsbehörden ab."

Erste Tests möglicher Impfstoffkandidaten haben in der vergangenen Woche in den USA an Freiwilligen begonnen. Dort leitet das Kaiser Permanente Institute die Tests mit dem Mittel mRNA-1273 an 45 Patienten. China erlaubte dem Unternehmen CanSinoBIO die klinischen Tests ihres Mittels Ad5-nCoV, die mit 108 Testpersonen am Tongji Hospital in Wuhan durchgeführt werden.

22.03.2020

Wie Atmen und Husten Viren verbreitet

- Ein Videoexperiment der Bauhausuniversität Weimar zeigt, wie weit beim Atmen und erst recht beim Husten die Luftströme eines Menschen in den Raum hinein reichen. Zu sehen ist die Silhouette eines Menschen, der erst normal atmet und dann hustet. Weitere Einstellungen zeigen, wie weit der Husten in den Raum hineinreicht, wenn der Mensch sich nichts vor den Mund hält, wenn er in seine Hand hustet, in die Armbeuge oder in verschiedene Schutzmasken. Sichtbar werden diese Luftströmungen dank eines Schlierenspiegels. Er ist extrem fein geschliffen und macht kleinste Unterschiede in der Luftdichte sichtbar, also Effekte, die dem Luftflimmern über einer aufgeheizten Straße ähneln, aber für das menschliche Auge viel zu klein sind. Mit dem Video wollen die Wissenschaftler der Bauhausuni illustrieren, wie wichtig es sei, die Empfehlungen der WHO zum Schutz vor dem Coronavirus einzuhalten. Etwa in die Armbeuge zu Husten verhindere, dass man das Virus über die Hände auf eine Oberfläche übertrage und es von dort aus über eine Schmierinfektion auf andere Menschen übertragen werden könne.

Leopoldina: Dreiwöchiger Shutdown sinnvoll

- Die nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina schlägt einen dreiwöchigen kompletten Shutdown für ganz Deutschland vor. Damit soll die starke Ausbreitung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 stark abgebremst werden. Begleitend dazu müssten ausreichend Kapazitäten geschaffen werden, um alle Verdachtspatienten und nach Deutschland einreisende Personen schnell testen zu können. Die Wissenschaftler der in Halle ansässigen Gesellschaft gehen davon aus, dass es etwa vier bis sechs Monate dauert, bis es Medikamente gibt, mit denen die Atemwegserkrankung Covid-19 bekämpft werden kann. Einen Impfstoff werde es wahrscheinlich erst in 9 bis 12 Monaten geben. So lange aber könne die Gesellschaft nicht stillgelegt werden, da die psychologischen und wirtschaftlichen Schäden zu groß würden. Daher sei es jetzt wichtig, besonders verletzliche und besonders relevante Personengruppen zu schützen, schnell eine ausreichend große Testinfrastruktur aufzubauen und die Entwicklungsverfahren für Medikamente soweit möglich zu beschleunigen. Abschließend heißt es in dem Papier: "Die Coronavirus-Pandemie hat die Welt, wie wir sie kennen, innerhalb kürzester Zeit grundlegend verändert. Wenn Gesellschaft, Wirtschaft, Politik und Wissenschaft nun an einem Strang ziehen und zielgerichtet auch zu unkonventionellen Lösungen bereit sind, werden wir auch diese Herausforderung meistern. Die Leopoldina wird diesen Prozess aktiv begleiten."

Der Handydoktor kommt: Telemedizin boomt dank Corona

- Die Coronakrise verhilft der Telemedizin in China zum Durchbruch. So haben zahlreiche Erkrankte während der Quarantäne in Wuhan etwa mit der App Tencent Trusted Doctors (TTD) Kontakt mit Medizinern gehalten, berichtet die Tageszeitung South China Morning Post aus Hong Kong. Eigenen Angaben zufolge arbeiten 450.000 zertifizierte Mediziner für das Telemedizin-Unternehmen. Etwa 17 Millionen Nutzer und damit potenzielle Patienten seien registriert. Seit den Ausgangssperren nach dem chinesischen Neujahrsfest am 1. Februar habe sich die Zahl der Nutzer noch einmal vervierfacht. Und TTD ist nur eine von insgesamt sieben Plattformen. Wettbewerber sind unter anderem Ping a Good Doctor (Ping ist Chinas größte Versicherung) und Alibaba Health Information Technology. Perspektivisch sollen diese Apps auch als Apotheken fungieren und bei chronischen Krankheiten Behandlungspläne bereithalten.

21.03.2020

Möglicher Übergangs-Impfstoff gegen Corona

- Forscher vom Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie in Berlin haben am Freitag einen neuen potenziellen Impfstoff vorgestellt. VPM1002 wurde ursprünglich im Kampf gegen Tuberkulose entwickelt. Der Impfstoffkandidat enthält abgeschwächte Tuberkuloseviren. Studien an Mäusen zeigen, dass er aber auch Virusinfektionen wie Covid-19 deutlich abschwächen könnte, weil er das Immunsystem aktiviert. VPM1002 wäre wahrscheinlich kein vollumfänglicher Impfschutz gegen das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2. Er könnte aber als sogenannter Bystander funktionieren, also als unterstützendes Mittel. Die Wissenschaftler glauben, dass VPM1002 besonders gefährdete Gruppen wie alte Menschen oder Mitarbeiter des Gesundheitssystems lange genug schützen könnte, bis ein vollumfänglicher Impfstoff gegen Corona entwickelt und zugelassen ist. VPM1002 wird aktuell in einer Phase-III-Studie in Indien gestestet. Sie soll im Sommer abgeschlossen sein.

Mehrere Monate soziale Isolation möglich

- Forscher um Neil Ferguson vom Imperial College London haben in einer Modellstudie errechnet, wie lange die Maßnahmen der sozialen Isolation in der gesamten Gesellschaft bestehen bleiben müssen, um die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus einzudämmen. Ihre Ergebnisse stimmen pessimistisch. Demnach müssten strenge Maßnahmen wie die die Schließungen aller öffentlichen Einrichtungen und Ausgangssperren mindestens drei Wochen bestehen bleiben, ehe jeder Infizierte im statistischen Durchschnitt weniger als eine weitere Person ansteckt. Da die Ansteckungszahlen laut den Berechnungen aber wieder in die Höhe schießen, sobald die Isolation gelockert wird, plädieren die Forscher dafür, weitere Isolationsphasen einzuplanen, bis ein Impfstoff zur Verfügung steht. Das ist nach Ansicht der meisten Experten aber frühestens Mitte 2021 der Fall. Im Corona-Update des NDR sagt der Berliner Virologe Christian Drosten zu den Aussagen: Momentan sei es kaum möglich, zu beurteilen, inwiefern zusätzliche Maßnahmen wie Ausgangssperren eine Verbesserung bei den Fallzahlen bringen oder ob die bisherigen Mittel ausreichen.

cms/dpa/gpens

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 20. Januar 2020 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. April 2020, 09:07 Uhr

11 Kommentare

befree vor 2 Wochen

Ist natürlich schwierig, im Auto zu zweit, der Arbeitgeber ist verpflichtet/sollte Atemschutzmasken zur Verfügung stellen- jedem, zu dem Sie ins Haus müssen, soll 1,5-2 Meter Abstand halten- kurzum, soll aus'm Raum gehen & euch Platz machen- da müssen eure Kunden euch Mal alleine lassen & vertrauen..Man kann sich nicht auf Andere(& d.Regierung) verlassen, Vorsichtsmaßnahmen einhalten:2 Meter Abstand, Händewaschen (nicht ins Gesicht o.Handschuhe) es erfordert striktes umdenken in unser Verhalten von JEDEM -LEIDER SIND NOCH ZU VIELE IGNORANTEN DA DRAUSSEN- auf d.Regierung darf man sich nie verlassen...finde aber, es wurde zu lange seitens derer gewartet, hätten von Anfang an Einreisende verhindern müssen- Hamsterkäufe von Atemschutz etc.verbieten müssten &und VON WEGEN:"es wäre nur wie 'ne Grippe"-BAGATELLPROPAGANDA ist jetzt nicht mehr-zu spät sach ich Mal..

befree vor 2 Wochen

Für ALLE: es kommt auf JEDEN EINZELNEN an,mind.1,5-2 (ZWEI!) METER(!!) ABSTAND ZU HALTEN von JEDEM, in JEDER ALLTAGSSITUATION(auch z.B.bei HANDWERKER IM HAUS 2 METER ABSTAND), beim Einkauf Handschuhe tragen, als erstes zu Hause Hände gründlich einseifen/waschen,n. Auspacken v.Einkäufen NOCHMALS HÄNDEWASCHEN- ZU "LÄSTIG" KANN ES NICHT SEIN,ES GEHT UM LEBEN &TOD-WENN ICH ES NICHT MACHE, STECKE ICH ANDERE & MICH SELBST AN!!Erst wenn das alles in den Köpfen der Bevölkerung angekommen ist,hört die Ausbreitung auf!! Man erlebt zu Viele,die es ignorieren,köpfeschüttelnd sogar es für übertrieben halten, wenn ich sie um Mindestabstand bitte/ermahnen MUSS-dabei gehöre ich zu d. sog. Risikomenschen,seit m. Autoimmunerkrankg. muß ich zu JEDER Grippesaison mit den gleichen Vorsichtsmaßnahmen leben.Die Leute verstehen nicht- weil sie sich SELBST BESTER GESUNDHEIT erfreuen - daß es Leute gibt, denen JEDER Infekt massive SCHÄDEN IM KÖRPER ZURÜCK LÄSST, Immunsuppressiva(Unterdrücker) nehmen müssen...

Ostsachse vor 2 Wochen

In der kommenden Wochen werden die Zahlen wider ansteigen ,das Wochenende war nur ein glücklicher Umstand , wenn ich an die tausende Handwerker denke , die am Montag rausfahren , hab ich kein gutes Gefühl , da ist einer weiteren Verbreitung Tür und Tor geöffnet , überall wird Kontakt eingeschränkt , bin selber Handwerker ,wie schütze ich mich und meine Familie (Frau arbeitet im Gesundheitswesen) , außer platte Durchhalteparolen von der Handwerkskammer Nichts konstruktives, keine Empfehlung an Handwerksbetriebe , wie damit umgegangen werden soll ,