FSME und Borreliose Rotes Kreuz warnt vor erhöhter Zecken-Gefahr im Sommer

Früher Frühling, milde Temperaturen - das Deutsche Rote Kreuz (DRK) warnt für diesen Sommer besonders vor Zecken. Die Saison habe schon im März begonnen, so das DRK. Erhöhte Ansteckungszahlen fehlen allerdings bisher.

Eine Zecke (Gemeiner Holzbock) im Gras
Bildrechte: imago images/blickwinkel

Der milde Winter brachte es mit sich. Schon im Februar gab es erste Berichte über das Auftreten von Zecken. Das DRK warnt nun, dass es aufgrund des milden Winters in diesem Sommer insgesamt mehr Zecken als in den Vorjahren gebe. "Begonnen hat die Zeckensaison diesmal schon im März", sagte DRK-Bundesarzt Peter Sefrin in einer Mitteilung. Er empfiehlt, das Laufen durch dichtes Unterholz und hohes Gras zu vermeiden und nach dem Aufenthalt im Freien Körper und Kleidung abzusuchen.

Noch fehlen Fallzahlen für Zeckenbisse

Allerdings gibt es für die Aussagen des DRK noch keine Bestätigung bei den Fallzahlen der durch Zecken übertragenen Krankheiten – Hirnentzündung FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) und Borreliose. Nachdem es im vergangenen Jahr einen großen Anstieg von FSME-Fällen in Sachsen und Sachsen-Anhalt gab, sind nach Angaben des Robert Koch-Institutes (RKI) für das Jahr 2020 noch keine Fälle von FSME registriert. Allerdings liegen bisher nur Zahlen bis zum 22. März 2020 vor.

Bei der deutlich häufigeren Borreliose, die überwiegend die Haut, aber auch das Nervensystem, die Gelenke und das Herz betreffen kann, hat das RKI Zahlen bis zum 5. April 2020. Vergleicht man sie für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen mit dem gleichen Zeitraum im Jahr 2019 ergibt sich folgendes Bild:

Borreliosefälle 2019/2020
  1.1.-5.4.2019 1.1.-5.4.2020
Sachsen 124 173
Sachsen-Anhalt 55 51
Thüringen 58 38

164 Zecken-Risikogebiete in Deutschland

In Sachsen sind die Zahlen höher, in Sachsen-Anhalt und Thüringen dagegen bisher niedriger als 2019. Das DRK verweist in seiner Mitteilung allerdings auf die gestiegene Anzahl an FSME-Risikogebieten in Deutschland. Das Robert Koch-Institut hatte Anfang des Jahres bekannt gegeben, dass die Stadt Dresden und der Landkreis Meißen sowie der Landkreis Schmalkhalden-Meiningen zusätzlich als Risikogebiete eingestuft wurden.

Insgesamt sind demnach nun 164 Kreise als FSME-Risikogebiete definiert - die meisten davon in Süddeutschland. Die Einstufung als Risikogebiet basiert auf Erkrankungsdaten mehrerer Jahre. In diesen Regionen wird Menschen, die zum Beispiel in der Freizeit oder beruflich mit Zecken in Berührung kommen könnten, eine FSME-Impfung empfohlen.

gp/dpa

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