Alarmierende Studie E-Zigaretten fördern gefährliche Infektionen im Mund

Die Nutzung von E-Zigaretten steigert die Gefahr, an gefährlichen Infektionen im Mund zu erkranken. Laut einer US-Studie fördert das tägliche "Dampfen" die Ausbreitung stark infektiöser Bakterienstämme, die Ursache für Zahnfleischerkrankungen und sogar Krebs sein können. Bisherige Behauptungen, wonach der E-Zigaretten-Konsum weniger gefährlich als Rauchen sein soll, werden damit bezweifelt.

Eine junge Frau läßt den Dampf einer E-Zigarette durch die Nase raus
Auch das regelmäßige "Dampfen" mit E-Zigaretten ist der US-Studie zufolge alles andere als gesund. Bildrechte: imago/Panthermedia

Die tägliche Nutzung von E-Zigaretten erhöht das Risiko, an gefährlichen Zahnfleischerkrankungen oder gar Krebs zu erkranken. Wie US-Wissenschaftler der Ohio State University festgestellt haben, bringen schon ein paar Monate des "Dampfens" junge und gesunde Menschen an den Rand einer oralen Erkrankung.

Infektionsverursachende Bakterienstämme

Ein Mann dampft eine E-Zigarette.
Das tägliche "Dampfen" fördert gefährliche Bakterien im Mundraum. Bildrechte: dpa

Das Forscherteam um die Parodontologie-Professorin Purnima Kumar stellte dabei fest, dass es in den Mündern von jungen Menschen, die über mehrere Monate E-Zigaretten konsumierten, von starken infektionsverursachenden Bakterienstämmen nur so wimmelte. Obwohl die zwischen 21 und 35 Jahre alten Probanden noch an keiner Erkrankung litten, ähnelte die Zusammensetzung ihrer oralen Bakterien derjenigen von Menschen mit Parodontitis, also einer chronischen Zahnfleischentzündung, die zum Zahnverlust führen kann und unbehandelt einen Risikofaktor für Herz- und Lungenerkrankungen darstellt.

Mit und ohne Nikotin

Die schädlichen Auswirkungen des "Dampfens", also des Rauchens von E-Zigaretten, wurden dabei sowohl mit als auch ohne Nikotin beobachtet. Diese Erkenntnis veranlasste die Wissenschaftler zu der Annahme, dass die erhitzten und unter Druck stehenden Flüssigkeiten in den Patronen der E-Zigaretten hauptverantwortlich dafür waren, dass sich der Mund der E-Zigaretten-Konsumenten in ein einladendes Zuhause für gefährliche Mikroben verwandelte.

"Großer Angriff auf das orale Milieu"

Mann hält in seiner linken Hand eine E-Zigarette und in seiner rechten Hand drei herkömmliche Tabakzigaretten.
"Dampfer" oder Zigarette? Am besten nichts von beiden, so die Quintessenz der Studie. Bildrechte: Colourbox.de

Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forscher aus Ohio in der Zeitschrift Science Advances. Hauptstudienautorin Kumar warnte in dem Zusammenhang: "Das 'Dampfen' ist ein großer Angriff auf das orale Milieu und die Veränderung geschieht dramatisch und über einen kurzen Zeitraum." Sogar langjährige - aktive oder ehemalige - Zigarettenraucher, die durch ihren Tabakkonsum die Ausbreitung gefährlicher Mundbakterien ohnehin fördern, hatten der Studie zufolge bereits nach drei bis zwölf Monaten E-Zigaretten-Konsum noch schädlichere Mundprofile als zuvor.

"Dampfen" macht Bakterienprofil nicht besser

Nach Einschätzung von Kumar stellt dieser Befund bisherige Behauptungen in Frage, wonach das "Dampfen" mit E-Zigaretten weniger schädlich als das Rauchen von Zigaretten sein soll: "Wenn Sie mit dem Rauchen aufhören und stattdessen mit dem 'Dampfen' beginnen, bewegen Sie sich nicht zurück auf ein gesundes Bakterienprofil, sondern auf das 'Dampf'-Profil. Wenn man weiß, dass das 'Dampf'-Profil reich an Krankheitserregern ist, tut man sich selbst keinen Gefallen, wenn man das 'Dampfen' nutzt, um mit dem Rauchen aufzuhören."

dn

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