Studie zu sozialem Engagement Gutes tun tut gut: Gesund und munter dank Ehrenamt

Wann haben Sie sich zuletzt freiwillig engagiert? Sollten Sie mal wieder. Und hier ist noch ein weiterer Grund dafür - neben dem guten Gefühl. Freiwillig heißt nämlich nicht, dass sie alles gratis tun. Menschen mit Ehrenamt scheinen stets ein gesundheitliches "Honorar" zu bekommen.

Junge Erwachsene sammeln Müll an einem Strand ein. Ansicht von vorn als Gruppe mit viel Sand bis zum Horizont des Bildes. Menschen in gebückter Haltung mit gelben, langen Gummihandschuhen.
Ehrenamt-Klassiker: Müllsammeln am Strand. Bildrechte: imago images/Shotshop

Sieht ganz so aus, als müssten wir das Konzept des Ehrenamts und des sozialen Engagements noch einmal überdenken: Denn dort geht's schließlich darum, etwas ohne Gegenleistung zu tun. Was jetzt im Amerikanischen Journal für präventive Medizin veröffentlicht wurde, könnte diesen Gedanken zunichte machen. Oder: Unser Körper wusste es insgeheim vielleicht schon immer.

Zwei Stunden pro Woche reichen

Ehrenamt hilft nämlich dabei, gesund zu bleiben. In vielerlei Hinsicht: Wie die Forschenden um Eric S. Kim herausgefunden haben, zeigt sich soziales Engagement bei Menschen über fünfzig durch ein geringeres Sterberisiko und höhere körperliche Fitness. Vorausgesetzt man betätige sich mindestens zwei Stunden pro Woche ehrenamtlich. Insgesamt wurden 34 gesundheitliche, psychologische und soziale Indikatoren beeinflusst.

Die Studie ist groß angelegt und basiert auf Daten, Interviews und Umfragen: Insgesamt 13.000 US-Amerikanerinnen und -Amerikaner wurden vier Jahre lang beobachten, zwischen 2010 und 2016. Für das Ergebnis hat der Studienleiter eine plausible Erkenntnis parat: "Menschen sind von Natur aus soziale Wesen. Vielleicht werden deshalb unser Geist und unser Körper belohnt, wenn wir anderen etwas geben", so Kim. "Unsere Ergebnisse zeigen, dass Freiwilligenarbeit unter älteren Erwachsenen nicht nur Gemeinschaften stärkt, sondern unser eigenes Leben bereichert, indem sie unsere Bindungen an andere fördert."

Schon frühere Untersuchungen zum Beispiel an Gymnasiasten in Kanada, die regelmäßig Grundschülern halfen, zeigten die gesundheitsfördernden Effekte. Der Body-Mass-Index verbesserte sich, der Cholesterinspiegel sank, das Herz-Kreislauf-System wurde gestärkt, so die Untersuchung. Und Helfen liegt uns quasi im Blut. Schon Kleinstkinder sind uneigennützig, wie eine in diesem Jahr veröffentlichte Studie belegt.

Keine direkten Auswirkungen auf chronische Krankheiten, aber...

Eine direkter Auswirkung der Freiwilligenarbeit auf chronische Krankheiten konnte in der aktuellen Studie zwar nicht festgestellt werden. Klar ist aber, dass soziale Verbindung ohnehin förderlich für Gemüt und Gesundheit ist und sich so mitunter Einsamkeit bis hin zur Depression vorbeugen lassen.

Egal, ob das Ehrenamt nun aus vollkommener Selbstlosigkeit heraus geschieht, oder eben künftig unter der Maßgabe, etwas Gutes für die eigene Gesundheit zu tun: Es gibt dem Leben einen Sinn. Und das ist schon mal nicht schlecht.

flo

Link zur Studie

Die Studie Volunteering and Subsequent Health and Well-Being in Older Adults: An Outcome-Wide Longitudinal Approach wurde im Fachblatt American Journal of Preventive Medicine veröffentlicht. DOI: 10.1016/j.amepre.2020.03.004

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