Feuer in Australien Fake News und neue Nasa-Videos

Gab es rings um die Feuer in Australien eine Desinformationskampagne? Das legen Untersuchungen der Uni Queensland nahe. Danach gab es Anfang 2020 Versuche, Brandstiftung als Ursache zu verbreiten. Und neue NASA-Bilder zeigen, wie der Rauch in großer Höhe um die ganze Erde zieht.

Satellitenbild von den Australischen Buschfeuer
Bildrechte: ESA

Während die Feuerwehrmänner verzweifelt versuchten, die Brände in Australien in den Griff zu bekommen, lief im Netz eine globale Desinformations-Schlacht. Das erklären Medienforscher der Uni Queensland nach Auswertung hunderter Twitter-Profile. Die Botschaft: Die Ursache ist Brandstiftung, nicht der Klimawandel, #ArsonEmergency – arson für Brandstiftung, emergency für Notfall.

Verhalten wie im US-Prsäidentschaftswahlkampf

Das Verhalten der Twitter-Konten, die den Hashtag nutzten, glich dem koordinierten Verhalten russischer Trolle während der US-Präsidentschaftswahlen 2016, so die Autoren der Untersuchung. Die ersten twitterten im November 2019, Anfang Januar verstärkten sich die Aktivitäten, am 7. Januar gab es 4.726 Tweets mit #ArsonEmergency.

Die Autoren raten, dass gegen solche Kampagnen besondere Wachsamkeit helfe. Die sei gerade in Ausnahmesituationen wichtig, in denen Menschen anfällig für Desinformationen sind. Auch der Rückgriff auf vertrauenswürdige Quellen und sachliche Nachrichten sei ein Gegenmittel. Selbst der Premierminister Australiens Scott Morrison hat jetzt den Klimawandel als Ursache der Brände anerkannt.

NASA-Video zeigt Rauch weltweit

Inzwischen ist der Rauch der australischen Feuer schon mehrfach um den Globus gezogen. Ein NASA-Video vom 9. Januar zeigt, wie sich die Qualmwolken  über die gesamte Erde ausbreiten. Der Rauch ist dabei bis in Höhen von mehr als 15 Kilometern aufgestiegen. Daraus entstehen sogenannte Pyrocumulonimbus-Wolken. Derzeit untersuchen die NASA-Wissenschaftler die genauen Auswirkungen dieser Feuerwolken, die sich wie Gewitter verhalten, nur ohne den Niederschlag.


gp

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | 14. Januar 2020 | 04:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. Januar 2020, 09:15 Uhr

0 Kommentare