Medizin Forscher: Wir riechen in Stereo

Stereoanlagen galten einst als großer Fortschritt, weil der Mensch mit zwei Ohren auf räumliches Hören gepolt ist. Doch wir können auch in Stereo riechen, wie Forscher jetzt herausfanden.

Eine junge Frau hält sich Räucherstäbchen unter die Nase
Mit unserer Nase können wir Gerüche in 3D wahrnehmen und uns somit neue Welten erschließen. Bildrechte: Colourbox.de

Stereoanlagen galten einst als großer Fortschritt in der Unterhaltungsindustrie. Zwei Boxen lieferen ein räumliches Hörerlebnis – optimal für den Menschen, der mit zwei Ohren ohnehin auf ein räumliches Hören gepolt ist. Doch nicht nur unser Hörsinn, sondern auch unser Geruchssinn funktioniert in räumlicher Dimension. Wir riechen praktisch in Stereo. Das fanden Forscherinnen des Instituts für Psychologie an der Chinesischen Akademie der Wissenschaften in Peking jetzt heraus.

3-D-Feld mit den Sinnen abtasten

In ihrer Studie mit sechs Experimenten und 216 Personen untersuchten die Forscherinnen Unterschiede in der Konzentration von Geruchsstoffen zwischen den Nasenlöchern der jeweiligen Probanden. Dabei fanden sie heraus, dass alle Studienteilnehmer glaubten, sich der Quelle mit der höheren Konzentration an Duftstoffen zu nähern. Ähnlich einer 3-D-Empfindung – also sozusagen in einem dreidimensionalen Riechfeld, versucht die Nase mit dem jeweiligen Nasenloch das Feld abzutasten und die Geruchsquelle ausfindig zu machen, hieß es.

Nicht deutlich geworden sei den Forschern zufolge für die Probanden, welches Nasenloch den stärkeren Geruch wahrnahm. Für die Wissenschaftlerinnen war dennoch klar, dass wir nicht nur räumlich Hören und Sehen, sondern auch Riechen. In der Studie schreiben sie: "Zusammengenommen liefern unsere Ergebnisse Verhaltensnachweise dafür, dass Menschen in Stereo riechen und unbewusst stereo-olfaktorische Hinweise in der räumlichen Navigation verwenden."

Link zur Studie

Der Artikel “Humans navigate with stereo olfaction,” von Yuli Wu, Kepu Chen, Yuting Ye, Tao Zhang, Wen Zhou ist in "Proceedings of the National Academy of Sciences" (PNAS) erschienen.

Quelle: eurekalert/kt

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