Ein neugeborenes Lamm
Bildrechte: IMAGO/imagebroker

Organspende Forscher züchten Mensch-Schaf-Chimäre

Ethisch ist die Forschung hochumstritten. Für Menschen, die auf Spenderorgane warten, könnte es die Lösung sein: Ein Mensch-Tier-Mischwesen. Jetzt haben US-Forscher eine Mensch-Schaf-Variante erschaffen.

Ein neugeborenes Lamm
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Es ist das zweite Mal, dass es Wissenschaftlern gelingt, Chimären aus tierischen und menschlichen Zellen zu züchten. Nach Mensch-Schwein-Mischwesen, die Wissenschaftler am Salk Institute of Biological Studies in La Jolla/Kalifornien vor fast genau einem Jahr präsentierten, folgt nun die Variante: Mensch-Schaf. Eines der wichtigsten Ziele bei beiden Versuchen: In den Tieren sollen mit Hilfe der menschlichen Stammzellen menschliche Organe wachsen, die dann transplantiert werden können.

Forscher um Pablo J. Ross von der University of California in Davies/USA haben ihre Arbeit jetzt auf der Tagung der American Association for the Advancement of Science in Austin/Texas vorgestellt. Bei dem Verfahren werden menschliche Stammzellen in den Embryo des Schafs eingesetzt. Sie sollen später im Tier ein menschliches Organ heranwachsen lassen, das dann zur Transplantation genutzt werden kann.

Der Embryo lebte insgesamt 28 Tage, davon 21 im Mutterleib. Er hatte einen Anteil von 0,01 Prozent (1 zu 10.000) menschlichen Zellen, was die Wissenschaftler als großen Erfolg feierten. Beim Mensch-Schwein-Mischwesen war das Verhältnis noch 1 zu 100.000. Um Organe in Menschen transplantieren zu können muss der Anteil der menschlichen Zellen bei einem Prozent liegen.

Die Wissenschaftler hoffen, dass sie auf diesem Weg eines Tages maßgeschneiderte Spenderorgane züchten können, die nicht mehr vom Immunsystem des Empfängers abgestoßen werden. Offen ist allerdings noch, ob es überhaupt gelingt, menschliche Organe in Tieren vollständig heranwachsen zu lassen. Bisher wurde das Verfahren im Salk Institute bereits bei Nagetieren erfolgreich angewendet. Dort hatten die Forscher bei Mäusen z.B. das Gen zur Entwicklung der Bauchspeicheldrüse abgeschaltet. Dann spritzten sie sogenannte pluripotente Stammzellen der Ratte in den Mausembryo. Die übernahmen dann die Entwicklung der Bauchspeicheldrüse. Am Ende entstand eine Maus mit der Drüse einer Ratte.

Dieses Thema im Programm: Fernsehen 3sat/nano | 27. Januar 2017 | 18:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. Februar 2018, 15:14 Uhr