Studie zur Schwangerschaft Gestresste Frauen bekommen eher Mädchen

Frauen, die während der Schwangerschaft unter Stress leiden, bringen eher Mädchen als Jungen zur Welt, besagt eine aktuelle US-Studie. Das Phänomen wurde bereits nach den Terroranschlägen vom 11. September beobachtet. Doch was sind die Gründe?

Schwangere Frau im Stress
Gestresste Schwangere bringen seltener Jungen als Mädchen zur Welt. Bildrechte: imago images / Westend61

Gestresste Mütter bringen eher Mädchen zur Welt. Das ist das Ergebnis einer aktuellen US-Studie. Demnach sinkt bei Frauen, die während ihrer Schwangerschaft unter körperlichem und psychischem Stress stehen, die Wahrscheinlichkeit, einen Jungen zu gebären. Die Forscherinnen vermuten, das männliche Föten weniger stressresistent sind, dann seltener überleben oder empfangen werden.

Schwangerschaftsstress bei einem Drittel

Ein Forscherinnenteam um Professor Catherine Monk von der Columbia University New York untersuchte 187 ansonsten gesunde Frauen während ihrer Schwangerschaft auf Indikatoren für psychosozialen, physischen sowie Lifestyle-Stress. Tatsächlich konnten bei etwa einem Drittel von ihnen verschiedene Formen von Stress nachgewiesen werden. So litten 17 Prozent der Probandinnen unter psychischem Stress mit Anzeichen von Depressionen oder Angstzuständen. 16 Prozent wiesen physische, also körperliche Stresssymptome wie beispielsweise Bluthochdruck auf.

Deutlich weniger Jungen

Zwei Zwillingsbabys liegen schlafend auf einer Kuscheldecke.
Zweieiige Zwillinge: Normalerweise werden etwas mehr Jungen als Mädchen geboren. Bei Frauen unter Stress sieht das anders aus. Bildrechte: imago/Westend61

Für die Wahrscheinlichkeit, einen Jungen zur Welt zu bringen, blieb das nicht ohne Folgen: So lag das Verhältnis von männlichen zu weiblichen Babys bei der Gruppe körperlich gestresster Schwangerer bei vier zu neun. Das entspricht einem Verhältnis von Jungen zu Mädchen von 31 Prozent zu 69 Prozent. In der Gruppe der psychisch gestressten Mütter kamen auf zwei Jungen immer noch drei Mädchen, was einem Verhältnis von 40 zu 60 Prozent entspricht. Zum Vergleich: Normalerweise liegt das Verhältnis neugeborener Jungen zu neugeborenen Mädchen bei 51 zu 49 Prozent.

Bei sozialen Umwälzungen beobachtet

Nach Angaben von Studienleiterin Monk waren derartige Muster in der Vergangenheit auch schon bei sozialen Umwälzungen wie den Terroranschlägen vom 11. September beobachtet worden.

Dieses Muster hat man auch nach sozialen Umwälzungen gesehen, wie den Terroranschlägen vom 11. September in New York City, nach denen die relative Zahl der männlichen Geburten zurückging.

Professor Catherine Monk, Columbia University New York

Jungen generell anfälliger

Was der genaue Grund dafür ist, dass durch gestresste Mütter weniger Jungen geboren werden, konnte bislang nicht restlos geklärt werden. Das Team um Monk vermutet, dass männlicher Nachwuchs generell anfälliger auf ungünstige pränatale – also vor der Geburt herrschende – Bedingungen reagiert. Außerdem vermuten die Wissenschaftler, dass hochgradig gestresste Frauen aufgrund des – oftmals unbemerkten – Verlustes früherer männlicher Föten weniger empfänglich für weiteren männlichen Nachwuchs sind.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | selbstbestimmt! Die Reportage | 14. Oktober 2018 | 08:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. Oktober 2019, 11:56 Uhr

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