Influenza-Saison geht zu Ende Grippewelle fordert bisher 971 Tote - jeder dritte aus dem Osten

25.000 bestätigte Influenzafälle registriert das Robert-Koch-Institut aktuell noch, das ist ein Rückgang um die Hälfte im Vergleich zu den Vorwochen. Im Osten Deutschlands gab es die meisten Grippekranken und -toten.

Frau liegt krank im Bett
Nach wie vorm fesselt die Grippe viele Erkrankte ans Bett. Bildrechte: imago/photothek

Die Grippesaison in Deutschland neigt sich dem Ende zu. In der zwölften Kalenderwoche (19. bis 25. März) registrierte das nationale Seuchenschutzzentrum Robert-Koch-Institut (RKI) noch 25.216 bestätigte Fälle von Influenza. Zwei Wochen zuvor waren es noch 54.151, also mehr als doppelt so viele. Am stärksten betroffen ist gegenwärtig noch der Osten Deutschlands mit einem Anteil von über 40 Prozent der bundesweit gemeldeten Fälle, überall sonst stecken sich inzwischen immer weniger Menschen neu an.

Laut RKI-Statistik waren seit Oktober 2017 rund 300.000 Menschen an Grippe erkrankt (Stand 27.03.2018). Tatsächlich dürfte die Zahl noch deutlich höher liegen, da nicht jeder Betroffene zum Arzt geht und auch nicht alle Ärzte die Labornachweise der Erreger anfertigen lassen.

In dieser Saison gab es bislang 971 nachgewiesene Grippetote, 87 Prozent von ihnen waren über 60 Jahre alt, oft hatten sie Vorerkrankungen. Bei der vergangenen Grippewelle 2016/2017 hatte das RKI rund 114.000 Influenza-Fälle in Deutschland gezählt, 723 Menschen starben an der Krankheit.

Jeder dritte Grippetote im Osten

In Sachsen-Anhalt sind bisher 53 Menschen der Grippe erlegen, so das Landesamt für Verbraucherschutz. In Sachens sind nach aktuellen Angaben des Gesundheitsministeriums bereits 93 Menschen seit dem Herbst an Grippe gestorben. Das Gesundheitsministerium in Thüringen meldete 17 Grippetote (Stand 23.03.2018). Mit den aktuellen Zahlen aus Berlin (136), Brandenburg (11) und Mecklenburg-Vorpommern (19) zeigt sich, dass mehr als jeder dritte Grippetote im Osten lebte.

Deutschland war in diesem Winter neben Dänemark und Finnland das am stärksten betroffene Land in Europa, nur in Luxemburg gab es noch mehr Erkrankte. In den Laboren wurden vor allem die sogenannten Influenza B-Viren festgestellt, sie waren für 70 Prozent der Krankheitsfälle verantwortlich.

138 Mal brach die Grippe in Krankenhäusern aus, 122 Mal in Kindergärten, 58 Mal in Schulen, 49 Mal in Pflegeheimen und 35 Mal in Reha-Kliniken. Viele Patienten waren nicht geimpft.

(ens/dpa)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL Radio | 29. März 2018 | 09:15 Uhr